TSV - WZ vom 1.2.2014

TSV-Struktur: Mannschaftsspiel statt Kapitän

Marc-Oliver Schütz kehrt als Spielertrainer zurück - Neue Abteilung für Turnen und Gymnastik – Künftig Bereichsleiter

Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) Neustart beim TSV: „Ab Juli 2014 wird Marc-Oliver Schütz wieder als Spielertrainer bei uns tätig sein, zudem kommen ehemalige Spieler zurück.“, blickte der scheidende 1. Vorsitzende des Turn- uns Sportvereins trotz „zweier schwerer zurückliegender Jahre“ mit Optimismus in die Zukunft. Damit werde die Basis dafür gelegt, dass es sportlich wieder aufwärts gehe. Eine komplett neue Struktur in der Vorstandsarbeit soll das Konzept forcieren: Per Satzungsänderung schaffte die Hauptversammlung die Ämter des 1. und 2. Vorsitzenden ab und ersetzte sie durch eigenverantwortlich tätige Bereichsleiter.

So verantwortet in den kommenden beiden Jahren Kai Kempf die allgemeine Verwaltung und bildet mit Frank Hagenow (Finanzen) und Norbert Petri (Veranstaltungen) den geschäftsführenden Hauptvorstand. Hinzu kommt Christian Bauer, der die kürzlich gegründete Abteilung Turnen und Gymnastik vertritt. Sollte die organisatorische Neuausrichtung primär die Aufgaben auf breitere Schultern verteilen und damit effizienter gestalten, konnten dennoch wichtige Positionen nicht besetzt werden. So fehlen die Verantwortlichkeit für den Seniorenspielbetrieb, der kommissarisch von Hagenow übernommen wird ebenso wie ein Ansprechpartner für die Jugendarbeit.

Weiterhin gehören dem Vorstandsteam sieben Beisitzer an: Jürgen Röse, Alexander Eberlein, Richard Habram, Philipp Endres, Benjamin Winkler, Jan Kempf und Dirk Reichert. Habram, Endres, Eberlein und Winkler bilden zudem den Spielausschuss, als Platzkassier fungieren Bernd Grauling und Holger Hachenburger, Vertreter sind Gerhard Pischke und Dietmar Michalak.

Petri blickte zunächst auf die Herausforderungen seiner Amtszeit zurück. „Nachdem die Garanten des Erfolgs – gemeint waren neben Marc-Oliver Schütz die ehemalige Vorsitzende Ruth Schutz – nicht mehr zur Verfügung standen, konnte der Verein seine Mitglieder nicht mehr in dem Maße motivieren, wie es für den Verbleib in der Kreisoberliga erfoderlich sei.“ Im Gegenteil: Aus dem 2012 gewählten Vorstand zogen sich immer mehr Personen zurück, Kernämter wie die des Schriftführers, Kassenwartes oder Jugendleiters konnten zuletzt nicht mehr besetzt werden. Erkennbarer Ausdruck dieser Entwicklung: Petri verlas nicht nur als Schriftführer das Protokoll, er führte zudem die finanzellen Geschäfte des Vereins in Personalunion.

Auch sportlich hielt sich der Erfolg in Grenzen. Nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga 2013 musste der Verein zahlreiche Abgänge verkraften, der Vorstand zog die Konsequenzen und schuf die Vorausetzungen für eine Spielgemeinschaft mit dem KSV Weckesheim. Die erhoffte Trendwende blieb jedoch aus, das neu formierte Team spielt seit Saisonbeginn gegen den Abstieg. „Dennoch werden wir“ kämpfen, macht Petri Mut und setzt ein klares Signal für den Klassenerhalt: Mit Horst Michel wurde ein neuer Coach bis zum Saisonende verpflichtet, der den Abstieg noch verhindern soll. Gelingt dies nicht, sieht der Ex-Chef mittelfristig wieder Perspektiven für den sportlichen Wiederaufstieg: „Dann wollen wir zumindest für die B-Liga eine starke Mannschaft präsentieren, die um die Meisterschaft mitspielt.“

Punkten konnte der TSV bei den gesellschaftlichen Aktivitäten. Es sei gelungen, das gastronomische Angebot im Sportlerheim aufrecht zu erhalten, zudem hätten sich Veranstaltungen wie Winterwanderung, Maifeier oder Oktoberfest weiter etabliert. So konnte trotz angespannter Situation die finanzielle Ausstattung des Vereins stabil gehalten werden. Einen Wehrmutstropfen machte Petri abschliessend dennoch aus: „Unser größtes Problem ist die Jugendarbeit," hier müsse der Verein quasi wieder bei Null starten.

Tragen in den kommenden beiden Jahren Verantwortung im TSV: v.l.n.r. Jürgen Röse, Frank Hagenow, Norbert Petri, Kai Kempf, Jan Kempf, Benjamin Winkler, Philipp Endres, Richard Habram, Dirk Reichert Foto: hh