Pfarrei - WZ vom 4.9.2019  

„Freude und Zuversicht ausstrahlen"

Kai R. Wornath als neuer Seelsorger der Pfarrgruppe St. Nikolaus und St. Maria Magdalena eingeführt

Florstadt/Niddatal/Reichelsheim (hh.). „Hier ist ein Pfarrer, der Freude an seiner Arbeit für unsere katholische Kirche hat,“ bekannte Pfarrer Kai Wornath und gab den Gläubigen der Pfarrgruppe gleichermaßen ein Versprechen: „Diese Freude möchte ich mit meinem Wirken ausstrahlen.“ Während eines festlichen Gottesdienstes vor rund 400 Gläubigen in St. Willigis wurde er 45-jährige gebürtige Odenwälder in sein Amt als Seelsorger der Pfarrgruppe St. Maria Magdalena Dorn-Assenheim und St. Nikolaus Wickstadt eingeführt.

"Ich bin bereit", antwortete der formell zum Pfarradmisintrator Ernannte auf die Amtsversprechen von Dekan Wolfram Schmidt. Das Ernennungsschreiben von Bischof Dr. Peter Kohlgraf skizzierte bereits die großen Erwartungen in ihn. „Sie übernehmen eine neue Aufgabe in einer Zeit, in der wir uns im Bistum auf den Weg der Erneuerung begeben.“ Die Dekanate sollen zukunftsfähige pastorale Konzepte entwickeln, „wie wir als Christen zusammen glauben, leben und arbeiten.“ Für Wornath sei es eine zentrale Aufgäbe, hier mitzuwirken und die Gemeinde einzubinden Symbolisch übergab ihm Schmidt Kirchenschlüssel, Kelch, Hostienschale und Evangelienbuch.

„Was ist das eigentlich, ein guter Pfarrer?, mischte sich Wornath in seiner Predigt direkt unter die Gläubigen. Und gab die Anwort gleich selbst: „Ich weiss es nicht.“ Jeder würde dies unterschiedlich auslegen, seine Motivation aber formulierte er präzise:. „Dass Jesus Christus mich, den Spätberufenen so gut befunden hat, ist für mich ein großes Geschenk.“ Sein Credo: „Meine Mannschaft, die katholische Kirche, die finde ich super.“ Pfarrer in der heutigen sekulären Zeit zu sein sei für ihn eine Herausforderung und ein schönes Erlebnis zugleich.“ Vor 50 Jahren, als die Amtskirche noch als unumschränkte Autorität galt, hätte ihn der Priesterberuf nicht gereizt.

Der Feier wohnten auch befreundete Seelsorger wie der Regens des Priesterseminar Mainz, Dr. Tonke Dennebaum, Heimatpfarrer Josef Schachner (Breuberg), Mitglieder seines Weihekurses und Priester und Diakone benachbarter Pfarreien bei. Neben Vertretern evangelischer Kirchengemeinden und Freunden begrüßte er besonders die Ministranten: „Die Arbeit mit euch ist für mich die wichtigste Form kirchlicher Jugendarbeit.“ Diese hatten sich schon vorher revanchiert und schrieben mit Kreide in großen Lettern vor den Eingang: „Schön, dass Sie da sind.“

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und unterstützen Sie im Dienst am Glauben“, betonten Jürgen Michalak (Pfarrgemeinderat St. Maria Magdalena), Schwester Mateusza für die hauptamtlichen Mitarbeiter und Mario zur Löwen vom Verwaltungsrat St. Nikolaus unisono. Bereichert wurde der Gottesdienst zudem durch den gemeinsamen Chor der Concordia Dorn-Assenheim und des Wickstädter Kirchenchors.

Danach nutzen viele Gläubige noch die Zeit, ihren Seelsorger persönlich kennen zu lernen. Bundestasgabgeordneter Oswin Veith lobte Wornath im Gespräch aus dessen Zeit in Bad Nauheim als „klasse Pediger, der die Sachen auf den Punkt bringt.“ Bei einer Kostprobe hiervon hatte der Pfarrer die Lacher bereits auf seiner Seite. Chordirigent Tobias Lipka forderte er auf: „Jetzt bringen sie mal Schwung in die Butze.“

Fotos:

Dekan Wolfram Schmidt (l.) überreicht Pfarrer Kai Wornath das Evangelienbuch

Musikalisch begrüßte den neuen Seelsorger der eigens gebildete Gemeinschaftschor aus beiden Pfarreien

Steckbrief:

Der Weg in das Priesteramt war für Kai Wornath nicht vorprogrammiert. Nach einem Studium in Geschichte und Politikwissenschaft und dem Zweiten Staatsexamen in der Tasche arbeitete er zunächst als Gymnasiallehrer. 2007 wurde er in das Bischöfliche Priesterseminar in Mainz aufgenommen, studierte Katholische Theologie und lernte die Vielfalt pastoraler Aspekte kennen. Nach einem Auslandsaufenthalt nahe Chicago folgte 2015 die Priesterweihe, danach wirkte er als Kaplan in Bürstadt und Bad Nauheim. Zu den Interessen des auch sportlich ambitionierten Gesitlichen zählt das Schachspielen, seit 1998 ist er Internationaler Schachmeister im Weltschachverband.

Drei Fragen an Kai R. Wornath:

1. Was reizt Sie an ihrer neuen Aufgabe?

Ich empfinde den dörflichen Charme und die gute Gemeinschaft hier sehr wohltuend. Es gibt eine Schwesterngemeinschaft, denn das Wirken von Schwestern habe ich immer als segensreich erfahren. Mit Maria Sternbach verfügt die Pfarrgruppe zudem über einen marianischen Wallfahrtsort. Für mich als Pfarrer ist es nun auch möglich, stärker eigene Akzente zu setzen.

2. Sie haben vor Ihrer Priesterweihe gesagt, sie wollen mehr Gerechtigkeit in die Welt tragen. Wie drückt sich dies im Alltag aus?

Während meises Studiums wollte ich mehr über das gerechte Zusammenleben erfahren. Dabei habe ich gemerkt, dass es eine absolute Gerechtigkeit im menschlichen Kontext niemals geben wird. Eine solche kann nur ein barmherziger und allmächtiger Gott schaffen. Die katholische Religion ist für mich die Antwort auf diese Frage. Als Priester darf ich den universalen Gerechtigkeitsanspruch der christlichen Botschaft verkünden.

3. Was sind Ihre Ziele und Schwerpunkte für die kommenden 6 Monate?

Ich bringe viele Ideen und Vorstellungen mit. Davor liegt es an mir, die Pfarrgruppe kennen zu lernen und deren eigene Charismen und Begabungen wahr zu nehmen. Hier wird viel Gutes von den Menschen geleistet. Ich wünsche mir, dass die Pfarrgruppe eine noch stärkere Gemeinschaft wird, die ihren Glauben mit Freude und Zuversicht lebt. Dazu möchte ich mit beitragen.