Pfarrei - 14.8.2019         

Der Brückenbauer sagt Tschüss

Pfarrer Markus Stabel mit bewegendem Gottesdienst aus der Pfarrgruppe Wickstadt/Dorn-Assenheim verabschiedet 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) “Der Abschied von Vertrautem berührt mich tief in der Seele“, resumierte Markus Stabel nach fast acht Jahren als Seelsoger der Pfarrgruppe Wickstadt/Dorn-Assenheim. Gegenseitige Anerkennung prägte einen bewegenden Gottesdienst, der aber auch die Herausforderungen, aus zwei von „unterschedlichen Persönlichkeiten und Struktuen geprägten Pfareien“ eine homogene Pfarrgruppe zu formen nicht außen vor lies. Stabel wechselt nach Pohlheim ins Dekanat Giessen. Unisono lobten Redner seine Kompezenz als Brückenbauer, zwischen beiden Pfarreien, aber auch im Dialog mit den evangelischen Nachbarn.

„Pastorale Ziele müssen auf die Gegebenheiten vor Ort Rücksicht nehmen“, blickte Stabel auf den 26.9.2011 zurück. Es war sein erster Besuch in den Wetteraugemeinden, der in einem bezeichnenden Fazit endete: „Das wird kein leichtes Geschäft.“  Geistliche Stütze erhielt er von seinem damaligen Dekanatspfarrer: „Sei gut und gerissen wie ein Schwan, arglos wie eine Taube und fromm wie ein Lamm. Das Motto wurde ihm Wegbegleiter zur Lösung so mancher Probleme. Dabei konnte er immer auf die Unterstützung vieler Hände zählen. Ob bei der Feier zu seinem 50. Geburtstag oder im Beistand in „persönlich und emotional schwierigen Zeiten.“

„Ich wollte einen blühenden Garten aus der Pfarrgruppe machen“, skizzierte Stabel seine Agenda und schloss mit einem Schuß Selbstkritik. „Das Saatbeet ist vorbereitet, es ist nun an der Gemeinde, diese Saat zur Ernte zu bringen. Sein Wunsch an die Gläubigen: „Leben Sie Einheit und Einigkeit in Achtsamkeit und gegenseitiger Wertschätzung.“

Das Engagement as Brückenbauer illuustrierten die Verwaltungräte Mario zur Löwen (Wickstand) und Michael Petri (Dorn-Assenheim). Stabel sei ein Motor der Ökumene gesesen, der gemensame Aspekt war sein Programm. Er bewahrte die Traditionen beider Pfarreien, bündelte aber deren Ressourcen Schritt für Schritt. So enstanden gemeinsame Initiativen bei der Vorbereitung der Sakramente, bei Erstkommunion und Firmgottesdiensten. Ministranten- und Seniorenarbeit wurden zentral koordineirt, Pfarrfeste und Fronleichnam einheitlich veranstaltet.. Auch die Idee eines gemeinsamen Pfarrgemeinderates ab der kommenden Legislaturperiode geht auf Stabel zurück.

Das große Spektrum der Würdigungen und kreativen Geschenke brachte die breite Wertschätzung Stabels als routinierter Seelsorger zum Ausdruck. Mit Bildbändern erinnerten die Pfarrgemeinderäte Jürgen Michalak und Edith Schneider an die Zeit in der Pfarrrgruppe. Eine Statue der Kirchenpatronin St. Maria Magdalena sollte nicht nur diese Zeit lebending erhalten, die Begleiterin Jesu fungiert auch als Schutzheilige der Winzer und Weinhändler. „Ein perfektes Geschenk“, so der im Rebenanbau versierte Pfälzer Stabel.

Auch Ministranten und Kommunionkinder waren gekommen, um ihrem Pfarrer Tschüss zu sagen. Ihre Wünsche packten sie in einen bunten Strauß Rosen als Synonym für Freundschaft, Respekt, Freude oder positive Energie. Denn Stabel hatte den richtigen Draht zur Jugend, verstand deren Sprache. Eine Ministratin“ Das Highlight und voll cool waren die blinkenden Turnschuhe am Heiligen Abend.“

Danke sagten zudem Wilhelm Erwin Petri vom Stefanuskreis sowie Vertreter der umliegenden evangelischen Kirlchengemeinden. Seine Wünsche hatte der Gesangverein „Concordia“ bereits musikalisch auf den Punkt gebracht, der Abschiedschor war fröhlich afrikanisch: "Mashiti, lasst uns singen."

Ein Imbiss gab Gelegenheit zu persönlichen Worten. Und auf die auch stiltische Veränderung des Pfarrers in den letzten Jahren angesprochen reagierte der gewohnt süffisant: „So können aus grauen Tauben bunte Papageien werden.“

Drei Fragen an Pfarrer Markus Stabel

Welche Erwartungen hatten Sie bei Antritt der Pfarrstelle 2011 und inwieweit haben sich diese erfüllt?

Hoffentlich kommst Du gut mit den Menschen zurecht. Es ist gelungen, in vielen Bereichen Kontakte zu knüpfen, eine gemeinsame Basis in der Pfarrgruppe zu finden. Ich kam damals aus dem Bistum Freising, hatte damals Befürchtungen, zu traditionell zu sein.

Was waren die größten Herausforderungen der vergangenen knapp 8 Jahre und wie konnten diese gemeistert werden?

Die unterschiedlich geprägten Pfarreien zusammenzuführen. Nach 8 Jahren kann ich positiv zurückschauen, Die beiden Pfarreien verstehen sich gut, wählen einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat. In den Gremien läuft alles sehr harmonisch. Das ist auch gut so, weil es nicht mehr anders geht. Bei schwierigeren Rahmenbedingungen müssen sich alle Kräfte konzentrieren, um auch künftig den pastoralen Herausforderungen gerecht zu werden. Hier kann mein Nachfolger aufbauen.

Mit welchen Gefühlen nehmen Sie Abschied, was möchten Sie der Pfarrgruppe mit auf den Weg geben?

Mit Dankbarkeit. Besonders für die Unterstützung in persönlich schwierigsten Zeiten. Die Leute haben akzeptiert, dass ich vom Ordinariat zweimal eine großzügige Auszeit erhalten habe. Es ist wichtig, mehr miteinander, weniger übereinander sprechen. Meinungsverschiedenheiten achtsam aussprechen, Ich denke an die vielen kleinen Dinge, wo man die viele ehrenamtliche Arbeit spürt. Das hat mich ermutigt, mich weiterhin zu engagieren.

Fotos:

Verbundenheit: Pfarrer Markus stabel zelebriert mit den Gestlichen Bernd Richardt (l.) und Wolfang Kaiser (r.) als Dekanatsvertreter und Jugendlichen aus der Pfarrgruppe den Dankgottesdienst.

Kirchenpatronin: Eine Skulptur von St. Maria Magdalena übberreichten die Vertreter der Gremien Edith Schneider, Mario zur Löwen, Jürgen Michalak und Michael Petri (v.l.)


Foto: hh.