Pfarrei - WZ vom 21.1.2017    

Per Inserat vom Orden in Polen in die Wetterau

Zwei junge Ordensschwestern übernehmen Dienste in der Pfarrgruppe - Barmherzigkeit in Wort und Tat leben
Seit November 2016 wirken die Schwestern Sr. Cäcilia und Sr. Mateusza in der Pfarrgruppe St. Nikolaus Wickstadt und St. Maria Magdalena Dorn-Assenheim. Sie kommen aus Polen und engagieren sich in unterschiedlichen Funktionen: Sr. Mateusza als Pastorale Mitarbeiterin, Sr. Cäcilia als Erzieherin. Vorher hatte der Verwaltungsrat der Gemeinde ein Inserat in polnischen Medien geschaltet.

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Barmherzigkeit brauchen wir alle, jeder und überall” sagt Sr. Cäcilia und Sr. Mateusza ergänzt: „Deshalb wollen wir die Barmherzigkeit Gottes so verehren, dass sie stets in der Beziehung mit unseren Mitmenschen sichtbar wird.” Ihr Credo: Sie leben das Charisma der Ordensgemeinschaft der Schwestern vom Barmherzigen Jesus. In ihrer neuen Tätigkeit sind sie auch Bindeglied zwischen Pfarrer und Gemeinde. Pfarrer Markus Stabel, der beide in die Wetterau lotste, nimmt sich viel Zeit, macht Termine und stellt sie den Gläubigen vor. Mit Sr. Mateusza kommt er von einem ökumenischen Sternsingergottesdienst in Reichelsheim und freut sich: „Mit der spezifischen Spiritualität ihres Ordens bereichern sie unsere Pfarrgruppe.“

Die Ordensschwestern sind in Polen geboren und aufgewachsen, Sr. Mateusza im Süden, Sr. Cäcilia in Nowogard bei Stettin. Schwester Mateusza hat schon früh ihren katholischen Glauben gelebt, sich in der Heimatpfarrei engagiert. Bei einer Jugendband, in Gebetsgruppen, der akademischen Jugendseelsorge oder bei den Studenten. Sr. Cäcilia ist studierte Pädagogin und Kinderpflegerin, arbeitete 6 Jahre in katholischen Kindergärten bevor sie nach Dorn-Assenheim kam. Sie erinnert sich: „Wir haben viel organisiert, sind mit den Kindern weggefahren - ins Kino, zum Theater, zur Polizei, zur Feuerwehr.”

„Ich helfe dabei, dass Kinder ihre Interessen und Fähigkeiten entdecken und entfalten können“, sagt die junge Ordensschwester, „aber ich bringe ihnen auch Werte bei: die Liebe für Gott und Menschen, Respekt, Freundschaft, Hilfsbereitschaft. Die Kinder sollen im Alltag bewusst den Glauben erleben. Dass in der Katholischen Kita St. Elisabeth Dorn-Assenheim auch nichtkatholische oder ungetaufte Kinder betreut werden, ist für Sr. Cäcilia kein Problem. Sie freut sich auf den Kontakt mit den Kleinen und Eltern gleichermaßen: „Für mich ist jede Person und jedes Kind wichtig.“

 Bei Ankunft in Dorn-Assenheim konnten sie nur wenig Deutsch. Das hat sich mittlerweile geändert. „Die Kinder freuen sich schon morgens auf Sr. Cacilia”, lobt auch Elternbeiratsvorsitzende Tanja Engelhaupt. Mit ihren Angehörigen in Polen stehen beide weiter regelmäßig in Kontakt, schreiben und mailen. Oder verbringen wie kürzlich die Exerzitien in der Heimat.

Sr. Mateusza wird die Pfarrgruppe als Pastorale Mitarbeiterin unterstützen. Die Konstellation ist ihr nicht neu, auch in Polen engagierte Sie sich in der Pfarreiarbeit: „Ich habe mit Kindern die Erstkommunion vorbereitet, in einer Kinder- und Jugendband gesungen oder an Weihnachten mit Kindern das Krippenspiel arrangiert.“

Von Ihrem Glauben haben beide eine klare Vorstellung: „Ich bin eine Schwester des Barmherzigen Jesus. Ich will Ihn nachahmen“, sagt Sr. Cäcilia und ergänzt: „Jesus ist mein bester Freund, mit ihm rede ich über meine Freuden und Trauer.“ Und Sr. Mateusza verrät: „Wir beten zusammen täglich das Brevier, den Angelus, den Barmherzigkeitsrosenkranz oder die Meditation aus dem Evangelium.“

Für Sr. Cäcilia war früh klar, dass sie der Weg Richtung Orden führt. „In einer katholischen Jugendzeitschrift fand ich die Adresse der Ordensgemeinschaft in Gorzow. Ich habe den Schwestern einen Brief geschrieben, fragte, welches Charisma der Orden hat.“ Sie wurde zu Exerzitien eingeladen, identifizierte sich mit dem Leitbild des Ordens. „Schnell habe ich gewusst, dass ich in diesen Orden eintreten will“, doch nach dem Lyzeum fing sie ein Pädagogikstudium an. So hatte sie Zeit zum Nachdenken „und dann ich habe eine Entscheidung treffen können.“

Sr. Mateusza spricht auch über Weltliches. Wenn sie kocht, dann typisch polnische Gerichte wie Bigos, Pierogi, und Leczo. Sie liest, wandert, mag die Gartenarbeit, vor allen Dingen aber: „Ich mag es, Menschen, kennen zu lernen und neue Orte zu entdecken.“ Besonders sprechen Sie die theologischen Schriften an: „Ich mag das Evangelium und die apostolischen Briefe, auch bei den Psalmen im Alten Testament fühle ich mich wohl.“


Hintergrund

Die Ordensgemeinschaft der Schwestern vom Barmherzigen Jesus wurde auf Basis der Tagebücher der im Jahr 2000 Heilig gesprochenenen Schwester Faustyna Kowalska 1941-42 im litauischen Wilna gegründet, das gemeinsame Leben der Schwestern begann am 25. August 1947 in Mysliborz, Polen. 2008 wurde die Gemeinschaft päpstlich anerkannt. Im Zentrum ihrer Spiritualität stehen neue Formen der Anbetung und die Verkündigung der Barmherzigkeit Gottes in Gebeten, Worten und Taten. Heute bestehen weltweit 33 Ordenshäuser, davon zwei in Deutschland.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ordensleute in Dorn-Assenheim tätig sind. Von 1930-1987 wirkten Schwestern vom Orden vom Göttlichen Erlöser aus Bühl. Sie unterhielten eine Sozialstation, den Kindergarten und zeitweise auch eine Nähschule.


Foto: Die Barmherzigkeit Jesus dient den Schwestern Mateusza und Cäcilia als Blaupause für ihr tägliches Engagement