Pfarrei - WZ vom  13.7.2016      

„Gegenwart Gottes zur Gottesliebe geformt“

Primiz: Michael Prendota aus Bönstadt feiert erste Messe als Neupriester, rund 350 Gläubige feiern mit

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Herr, auf dich vertraue ich, in deine Hände lege ich mein Leben“, mit seinem Primizspruch wollte Michael Prendota eines zum Ausdruck bringen: Sein Leben von Gott aus zu gestalten, „mein priesterliches Wirken aus der Beziehung zu Jesus Christus leben und andere zu ermutigen, im Glauben zu wachsen.“

Mit einer festlichen Eucharistie feierte der Neupriester seinen Primizgottesdienst, erstmals durfte er die Messe zelebrieren. Dr. Michael Lechner, Spiritual im Priesterseminar Augsburg resumierte: „Vor 14 Tagen hat Michael Prendota im Dom der Fuggerstadt die Priesterweihe empfangen, danach war er einige Tage in Tschenstochau, um an diesem zentralen Wallfahrstsort Polens zu beten.“ Diese beiden Wochen seien quasi die Kurzform der wichtigsten Stationen seines Lebens. Die Herkunft aus Polen, die Heimat in Bönstadt und die Zukunft in der Diözese Augsburg.

Ungezählte Gäste wohnten der Feier bei, die vom Musikverein Harmonie und dem Chor der Pfarrei Wickstadt untermalt wurde. Sie holten den Primizianten mit den kirchlichen Räten und konzelebrierenden Pfarrern am Ortsausgang ab und zogen zur Pfarrkirche St. Maria Magdalena. Es waren emotionale Stunden für den 28-jährigen, aber auch für seine Familie – seine Eltern, seine Geschwister.

Dr. Michael Lechner fragte in Anlehnung an Prendotas Leitworte: „Kann man Gott vertrauen, dass man sein Leben in dessen Hände gibt?“ Seine Anwort: „Man kann es.“ Pfarrer seien keine Pastoralmanager, sondern „Zeugen dieser Gottesliebe, die den Menschen mit dem Pulsschlag dieser Liebe in Verbindung bringen.“ Prendota wolle Priester sein aus der Mitte des Christentums: „Die Gegenwart Gottes hat sich in ihm zur Gottesliebe geformt.“

Und so bezeichnete Pfarrer Markus Stabel den Zölibat auch als Zeichen, „unser Leben auf Christus ausrichten, um unser Herz für die Menschen freizuhalten.“ Sichtlich bewegt fügt er hinzu: „Christus lebt in uns, das ist unser Auftrag.“

Nun waren die Gratulanten an der Reihe. Die Ministranten kreierten eine Primizkerze, „damit du zum Licht für andere wirst.“ Dekanatsreferent Thomas Alber und die Bürgermeister Bertin Bischofsberger (Reichelsheim) und Bernhard Hertel (Niddatal) sprachen von einem neuen Kapitel im Leben Prendotas. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Elmar Kahrhof (Wickstadt) und Jürgen Michalak (Dorn-Assenheim) überreichte demjenigen, „der einst auf jede Party ging und eine Vorliebe für Tiefkühlpizzen entickelte“ ein Portrait der Madonna von Maria Sternbach und wandten sich an die Eltern: „Seine Religiösität kommt nicht von ungefähr. Die katholische Kirche hat Euch einen neuen Priester zu verdanken."

Der hatte zum Schluss allen Grund zum Danke-Sagen. Besonders dem Primizausschuss, der viele Monate lang für ein „Vergelts Gott auf diesen Tag hinarbeitete“. Nach dem Primizsegen wurde in Pfarrheim und Pfarrgarten gefeiert, auch eine über 100 Personen starke Abordnung aus Pöttmes, wo Prendota sein Diakonatspraktikum absolvierte fand den Weg in die Wetterau oder wie der es ausdrückte. „Für einen Bayern, der sich über die Grenze bewegt, ist das schon heldenhafter Mut.“

Foto: Primiziant Michael Prendota (mitte) bei seiner ersten Heiligen Eucharistie mit den konzelebrierenden Priestern, darunter der Leiter des Augsburger Seminars und Festprediger Dr. Michael Lechner (3.v.r.) / Foto: hh.