Pfarrei - WZ vom  22.8.2017    

Lieber Ed Sheeran statt Mathe

Pfarrei St. Maria Magdalena und städtische Jugendpflege kooperieren zum zweiten Mal

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Wenn es tönt „Wer sind wir? Rüpelhafte Rüpel.“ oder „Was machen wir aus der anderen Mannschaft? Und als Antwort kommt „Hackfleisch“, dann ist wieder Ferienspielzeit der katholischen Pfarrgemeinde. Ursprünglich für die Kita-Kinder konzipiert erfreut sich das Angebot immer größeren Zuspruch, mittlerweile sind selbst 14-Jährige dabei. Zum zweiten Mal fand das Programm unter dem Dach der stätischen Jugendpflege 4.0 statt, was durchaus differenziert beurteilt wurde. Einerseits stünde den Kindern ein immenses Angebot von nun vier Kommunen mit einem zentral koordinierenden Team zur Seite, „anderseits werde aber die eine oder andere Eigenproduktion etwas ausgedünnt.“ Dennoch sorgten sechs Themen dafür, dass es eine Woche lang mit den neun Betreuern vieles zu entdecken gab. 

Die Kinder betätigten sich kreativ, betätigten sich als Ballzauberer oder probten schon mal für ihr erstes Musikvideo. Doch zunächst wurde das Pfarrheim zur Piratenfestung. Und wer ein richtiger Pirat sein will, der legt sich einen furchterregenden Namen inklusive Schlachtruf zu, bevor es auf Schatzsuche ging. Der Schlüssel zur Truhe führte durch Labyrinthe und das Knacken von Logikrätseln. „Was hat die Krake mit ihren acht Armen auf dem Weg zu suchen“, fragten sich die Kids, um Begriffe aus der Welt der Piraten zu erraten. Und als Säbel, Papagei oder Augenklappe identifiziert waren, fanden die Abenteurer schließlich den wahren Schatz: eine Kiste voller Süßigkeiten. 

„Lieber Ed Sheeran statt Mathe“ schwärmte ein Mädchen gleichermaßen für den britischen Sänger wie für kleine nordische Wesen. Im Kinderfilm Trolls wird gekuschelt, gesungen und getanzt. Uns so auch im Pfarrheim zu dessen Titelsong, aktuellen Charts oder Jazzdance. Bei den choreographischen Übungen herrschte im Pfarrheim eine Atmosphäre „als würde Justin Timberlake ein Musikvideo drehen.“ An Kreativität mangelte es auch den Kindern beim Batiken nicht, schnell hatten sie die Techniken hierzu raus. „Batik-Motive sind diesen Sommer angesagt“, sagt Karin Würz. Ganz gleich, ob mit einem großen oder kleinen Knoten, ob mit einer oder mehreren Farben: es entstanden wieder coole T-Shirts und einzigartige Baumwolltaschen.

Mit verbundenen Augen in eine Zitrone beißen und den sauren Geschmack zu testen war vergleichsweise einfach, Rindenmulch zu ertasten hingegen eine Herausforderung. Beim Nachmittag der Sinne machten die Zwei- bis Fünfjährigen ganz neue Erfahrungen. An Seifen riechen, das Rascheln von Kieselsteinen hören oder zu sehen, wie Brötchen gebacken werden führte bei den ganz Kleinen noch zu staunenden Gesichtern aber auch anschaulichen Erlebnissen. Das Getreide zum Brötchen nahmen sie auf einem Weizenfeld unter die Lupe und für die als es um die Zutat Milch ging, musste des Nachbars Ziege als Demonstrationsobjekt herhalten. 

Foto: Fühlen und Riechen: die Kinder der Pfarrei St. Maria Magdalena testen ihre Sinne: (Foto Jugendpflege)