Pfarrei - WZ vom 6.5.2015   

Konsequent dem Ruf Christi gefolgt

Michael Prendota zum Diakon geweiht – Gottesdienst und Empfang der Pfarrgruppe Wickstadt / Dorn-Assenheim

Reichelsheim – Dorn-Assenheim / Niddatal (hh.) „Ich freue mich, dass Du heute bei uns das Wort Gottes predigst“, begrüßte Pfarrer Markus Stabel den tags zuvor vom Augsburger Bischof Dr. Konrad Zdarsa geweihten Diakon Michael Prendota. Der erste Weg führte den in Bönstadt aufgewachsenen 27-Jährigen in seine Heimatpfarrgruppe, hier feierte er seine Einführungsgottesdienste. Beim anschließenden Empfang im Dorn-Assenheimer Pfarrheim wurden viele Hände geschüttelt, zudem gab es Geschenke der kirchlichen Räte von St. Maria Magdalena und St. Nikolaus.

„Stellen Sie sich einen ganz normalen Jungen vor, der wissensdurstig über ein Mathematikstudium nachdenkt, sich dann aber entschließt, dem Ruf Christi zu folgen“, formte Prendota seine Predigt zur eigenen Biographie. Doch zwischenzeitlich kamen ihm Zweifel, er hängte das Priesterseminar an den Nagel. Es war die Endgültigkeit, die ihn erschreckte. Mit zwanzig Jahren sei es unglaublich schwierig zu sagen, „ich will jetzt Priester werden, für immer und ewig.“

Dann kommt es zu einem intensiven Dialog im Gebet. „Bleibt in mir, dann bleibe ich in Euch“, zitiert er mehrmals aus dem Johannesevangelium die Worte Christi an die Jünger. Jesus habe keinen von Gott losgelösten Menschen gewollt. Und „so kommt es, dass vier Jahre später ein Mann sein ganzes Leben in dessen Hände legt.“

„Ein Wohl auf den Diakon, das Priestertum und die Kirche“, eröffnete Stabel den Gratulantenreigen.Der Priesterberuf sei heute ein Dorn im Fleisch manches Kritikers, erfordere einen langen Atem. Und Wickstadts Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hermann Rau ergänzt mit Blick auf Prendotas Zeit als Ministrant und Organist: „Ihre Entscheidung war ein logischer Schluss.“

Die polnischen Wurzeln und die Erziehung im katholischen Glauben brachten Prendota auf den theologischen Geschmack. Während des Abiturs dachte er an Familiengründung, ans Geld verdienen. Dann entschied er sich für ein Propädeutikum, ein Orientierungsjahr mit angehenden Priestern, dem schließlich der Eintritt ins Augsburger Seminar und ein Jahr in Rom folgte. In der Fuggerstadt schloss er sein Studium mit dem Theologie-Diplom ab.

„Die Pfarrgruppe ist immer in meinen Gebeten dabei“, verspricht er vor seiner Rückreise ins bayerische Pöttmes. Dort warten neben Jugendarbeit, Religionsunterricht oder Krankenbesuchen neue Aufgaben: Unterstützung der Liturgie, Taufen, Beerdigungen, Eheschließungen.

Michael Prendota will nun mit gläubiger Zuversicht seinen Weg gehen, im Juni 2016 zum Priester geweiht werden. Zwischenzeitlich entspannt er sich beim Lesen oder hört Musik: Heavy und Progressive Metal.

 

Der neue Diakon mit Familie und Vertretern der kirchlichen Gremien

Bildtext: Machte seine erste Predigt zur Autobiographie: Diakon Michael Prendota beim Einführungsgottesdienst in Dorn-Assenheim / Fotos hh.