MVH - WZ vom 26.3.2016           

Frühschoppenambiente statt Konzertbestuhlung

Musikverein Harmonie will mit frischen Ideen punkten – Nachwuchsförderung im Fokus

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Wir haben gegenwärtig zwanzig Schüler“ freute sich Harmonie Vorsitzender Helmut Weitz über seinen Musikkernachwuchs. Diese positive Tendenz will der Verein noch beschleunigen, stagniert doch die Mitgliederstatistik im Stammorchester. „Wir sind meist dezimiert“ skizzierte Dirgent Andreas Schmidt das Problem, wenn die Besetzung nicht dem entspreche, was der Leiter in Punkto Liedauswahl und Stilistik benötgt. Schließlich wolle sich die Harmonie in der gespielten Literatur weiterentwickeln und auch vermehrt mit modernen Stücken präsent sein.

Wahrend der Hauptversammlung stand daher auch Konzepte der Nachwuchsförderung im Mittelpunkt. „Wir möchten weitere Jungen und Mädchen gewinnen““, skizzierte Helmut Weitz ein Konzept aus drei aufeinander aufbauenden Säulen, das von intensivierten Werbeaktivitäten flankiert wird. Tatjana Balser kümmert sich dabei um die musikalische Früherziehung. Hier lernen die Kleinen den ersten Umgang mit Tönen und Rhythmen. Kürzlich starteten gleich zwei neue Blockflötengruppen für Kinder zwischen 6 und 9 Jahren als Grundlage für den dann folgenden Instrumentalunterricht. Weitz hob die begleitende Musikklasse hervor, damit der Nachwuchs nicht nur während der Einzelausbildung übt, sondern vor allem im Gemeinschaftsunterricht Spaß am Musizieren hat. Ziel nach weiteren zwei Jahren ist dann die Aufnahme ins Jugendorchester.

Einen Partner sieht Weitz in der Grundschule, hier zeigt er den Dritt- und Viertklässlern immer wieder einzelne Instrumente: „Es wäre schön, wenn wir diese Kontakte ausbauen und einmal eine Schupperveranstaltung anbieten könnten. Für Jugendleiterin Alana Hessel und Dirigentin Lisa Bodem ist dies zunächst ein Baustein, ihr Nachwuchs solle öfters in der Offentlichkeit präsent sein. Der gelungene Jugendnachmittag war hierzu eine Gelegenheit, aber „wir brauchen mehr Auftrittsmöglichkeiten, denn es ist blöd für nichts zu üben.“

Dirigent Andreas Schmidt bescheinigte seinen Musikern eine solide Leistung: „Wir sind musikalisch auf der Höhe“, dennoch verlange das Publikum frische Ideen. So erhält das Jahreskonzert einen volkstümlicheren Anstrich. Statt Konzertbestuhlung werden sich die Freunde der Blasmusik dann in einem lockeren Frühschoppenambiente wiederfinden. Weitz summierte für den 129-Mitglieder starken Verein 22 Auftritte und 44 Übungsstunden. Resultat seien qualitativ gute und abwechslungsreiche Konzerte wie bei der Reichelsheimer Teichbeleuchtung, dem Frühlings- und Adventskonzert Auch die Unterhaltung kam nicht zu kurz, beim vereinseigenen Schlachtfest oder diversen lokalen Vaddertagsauftritten sorgten die Musiker für gute Stimmung. Selbst die heimische Kerb konnte mit einem neuen Konzept weiter aufgepeppt werden.

Trotz musikalischer Herausforderungen soll die Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Am 8. Oktober fahren die Aktiven nach Heppenheim, der musikalische Frühschoppen ist für den 12. Juni terminiert. Zudem gibt es Überlegungen Adventskonzert und Weihnachtsmarfkt zu kombinieren und 2017 eine CD aufzunehmen.


Foto: Präsente gabs für die besten Übungsstundenteilnehmer v.l. Helmut Weitz, Berthold Schäfer, Reinhard Weitz und Andreas Schmidt. Foto: hh.