Musikverein Harmonie - WZ vom 16.12.2015   

 Weihnachtsträume nur vom Applaus unterbrochen

Benefizkonzert von Musikverein Harmonie und Gesangverein Concordia in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena – Viele junge Solisten

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Das ist das Ergebnis einer tollen Jugendarbeit“ freute sich ein Zuhörer in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena über den Nachwuchs von Concordina und Harmonie. Doch nicht nur die Jungen und Mädchen des Gesang- und Musikvereins ließen das Publikum bereits von Weihnachten träumen, auch die Aktiven der Stammformationen mixten einen Konzertcocktail aus einfühlsamen Melodien, historischer Adventsliteratur oder fetzigen US-Arrangements.

Harmonie-Dirigent Andreas Schmidt startete mit einer klangvollen und kontrastreichen Concert-Fanfare, die mit ihrer hymnenartigen Verarbeitung im Mittelteil und der Modulation zum Finale hin besonders das Blech forderte. Bei Mentis verarbeiteten die Musiker erwartungsvoll-festliche wie zarte und innige Melodien zu einer kleinen Adventsfantasie. Besonders markant dabei die sinfonische Verarbeitung, Schmidt hierzu: Das Ding hat seine Tücken, weils es sehr polyfon besetzt ist. Zeitlos und immer wieder gerne gespielt folgten Weihnachtslieder im Big Band Sound vom andächtigen Adeste Fidelis zum freudigen Gloria und leuchtenden Kinderaugen, die sich über eine Muh, eine Mäh und eine Täterätätä freuen. Es war ein deutlicher Kontrast zum Pop der 80er, als Shakin Stevens’ Merry Christmas Everyone durch den Äther tönte. Der fetzige Weihnachtstitel peppte das Konzert durch ein Trompetensolo auf, das Publikum klatschte inspiriert mit.

Mit Bravour meisterte eine siebenköpfige Flötengruppe ihre Parts, dann erzeugte das Jugendorchester mit Highland Cathedral Gänsehaut pur. Im getragenen Andante einer Dudelsackmelodie entführte Lisa Bodem das Publikum mit dunklen und ungewöhnlichen Tonfolgen in das mystische und nebelverhangene schottische Moorland, um dann mit Händels Tochter Zion wieder auf die traditionelle Spur einzubiegen. Auch Yvonne Adelmann versteht es, kleine Sänger zu begeistern. Aufmunternd galopierten sie als wilde Reiter im Altarraum, um später Omas Missgeschicke mit „Tannenbaum und Co.“ zu persiflieren.

Textlich und musikalisch pointenreich verriet nun die Concordia ihren Umgang mit der Kälte und ließ die besondere Atmosphäre der heiligen Nacht mit einem Schuss Spiritualität bei Stücken aus dem deutsch-n und englischen Sprachraum spürbar werden. „Schön, wie sich die einzelnen Stimmen auffächern und einen homogenen Klang mit den Alt- und Tenormotiven bilden“, freute freute sich Tobias Lipka über das folgende Weihnachtswiegenlied. Erfrischend und begeistern erklang dann die Titelmelodie aus dem Kultfilm Drei Nüsse für Aschenbrödel. Märchenhaft reihtr der Chor die schönsten Motive der Komposition zu einem aussergewöhnlichen Hörgenuss aneinander.

Mit einem variationsreichen Interludium und der lockeren Melodie des tiefen Blechs ließen beide Vereine das O, du fröhliche zu einem mehrstimmigen Schlussakkord erklingen. 

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