Notizen aus der Provinz - WZ vom 8.7.2017      


Blechschaden statt Schampustaufe

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Schiffs-, Zug- oder gar Flugzeugtaufen sind immer wieder beeindruckende Ereignisse. Dumm nur, wenn man weder werft, Bahnhof noch Flughafen hat. Kein Problem, dachte sich Dorn-Assenheimes Ortslandwirt Alfred Ess, ist er doch seit kurzem stolzer Besitzer eines ebenso überdimensionalen Gefährts. Nämlich eines nagelneuen Mähdreschers. Um für die bevorstehende Erntesaison gerüstet zu sein, waren Berufskollegen und Dorfprominenz zur Mähdreschertaufe geladen. Das Spektakel konnte beginnen: Man schmettere eine angeleinte Sektflasche mit Wucht gegen das Taufobjekt, so die Theorie.

Doch zum Schreck der Anwesenden blieb die Flasche heil. Und auch alle weiteren Versuche sollten scheitern. Das Resultat war ernüchternd: Statt einer coolen Schampustaufe gab es Blechschaden am quietschgelben Lack. Letztendlich zerschellte die Flasche am Boden. Ob ein solches Vorgehen landwirtschaftlichen Riten gerecht wird, wäre vielleicht eine Anfrage beim hessischen Bauernverband wert. Dafür hat der Vollernter jetzt einen Namen. Alfredolino soll das gute Stück in Anlehnung an seinen Eigentümer heißen. Der wiederum konterte ob der Auszeichnung trocken: "Wenn das nach dem Eigentümer geht, dann nennt den Mähdrescher Landbank Horlofftal ."  

 Foto: hh.