Zum 19.7.2019


Römer tranken Jägermeister

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh.) Rainer Lindt staunte nicht schlecht. Bei Erdaushubarbeiten für die Kita in der Verlängerung der Lindengasse stieß sein Bagger in weniger als zwei Meter Tiefe auf ein Römerkastell aus dem 2. Jahrhundert. Dabei handelt es sich vermutlich um eine Siedlung zum Schutz des nahe gelegenen Limes. Ob Dorn-Assenheim selbst Vorposten des römischen Reichs war, oder die Römer sich vor dem kleinen gallischen, äh Wetterauer Dorf schützen mussten, sei dahin gestellt. Nicht minder überraschend buddelten die Bauarbeiter in unmittelbarer Nähe nicht nur die Grundrisse der Baumeister von vor 1800 Jahren aus.
Sie gewannen auch ganz neue Erkenntnisse: der römische Wachsoldat frönte offensichtlich dem Genuss von Jägermeister und schützte seine Haut mit Nivea Creme. Verbleibt die Frage, in wie weit die historische Fundstätte offiziell gewürdigt werden soll. Bürgermeister Bertin Bischofsberger konnte sich bereits über Vorschläge freuen. So solle der Weg zur Kita wahlweise in Julius Cäsar Promenade oder Via Kaiser Augustus benannt werden. Und während mancher Bürger bereits 7 Monate  nach der 700-Jahr-Feier die Fördermittel zum 1800. Dorfgeburtstag fließen sieht, teilt Bauunternehmer Lindt auf Anfrage mit: Nein - mit dem Jägermeister habe ich nichts zu tun.