Kirmes - WZ vom 2.9.2015   

Stimmung, Stubenrocker, Sauladen

Erste Hallen-Zeltkerb mit starken Auftritten, Familientag und Kerbbaumritualen

Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.)  „Heute Abend hätte man hier Fieber messen sollen“, schwärmte ein Gast und meinte damit das sprichwörtliche Kerbfieber. Denn in der Sport- und Festhalle zauberten die Stubenrocker mit Gitarre, Bass, Drums und Keyboard eine berauschende Atmosphäre. Ob Rock-, Pop- und Soulklassikern oder Balladen im Kuschelrock – die Band brachte den Sound ihrer Vorbilder mal punktgenau, mal mit viel Improvisationstalent auf die Bühne. Das gefiel nicht nur den Jüngeren, auch die älteren Semester ließen sich von der Spielfreude der sechs Akteure anstecken und machten den beiden Leadsängerinnen Komplimente: „Die Stimmen sind der Hammer.“

Überhaupt wartete die in die Jahre gekommene Kirmes mit einigen neuen Attraktionen auf. Erstmals wurde ein Zelt in die Halle gestellt, denn jeder Tag hatte seine besonderen Momente. Sonntags standen die Kleinen im Mittelpunkt und tobten sich beim ersten Familienfest nach Herzenslust aus. Renner im von den Kerbmädels vorbereiteten Spieleparcours waren Glitzertattoos und bunt geschminkte Gesichter, während nebenan in bester Sportstudio-Manier auf die Torwand geballert wurde.

Morgens trafen sich die Gläubigen zum Gottesdienst. Dann spielte der Musikverein Harmonie mit fetzigen Rhythmen auf und so entstand je nach Gusto ein Früh- oder Dämmerschoppen. Der Kerbmontag ist zunächst fest in den Händen der Uffspillkapell. Die Musiker zogen zum Weckruf durch den Ort und machten aus dem einen oder anderen Platzkonzert ein kleines Straßenfest. Stimmungsmusik mit der Kapelle Sauladen war danach sprichwörtliche Salz in der Suppe. Deren Erfolgsrezept: böhmisch-bayerische Blasmusik gewürzt mit einer gehörigen Prise Humor.

Und immer mitten drin: Die Kerbburschen und Kerbmädels mit ihren knallig roten Shirts, denn jede Kerb hat so ihre Rituale.  Da wird der Kerbbaum geholt und farbenprächtig geschmückt, bevor der Kerbjohann drei Tage im Geäst über das bunte Treiben wacht. Einmal mehr ließen es sich die Ortsvereine und nicht nehmen, ein Faß Freibier zu spendieren und mit Bürgermeister Bertin Bischofsberger auf ein gelungenes Fest anzustoßen.

Einziges Manko: Bei hohen Außentemperaturen wird die Sport- und Festhalle zum Backofen. Strittig ist die Lösung des Problems, es gab fast ebenso viele Vorschläge wie schmorende Gäste.

Fotos:

Kerbrituale: Die Kerbburschen besorgen den Kerbbaum im Blofelder Wald

Starke Stimmen, Die Stubenrocker mit den Leadsängerinnen Melanie Petri und Corina Waldschmidt

Fotos (hh.)