Notizen aus der Provinz - WZ vom 2.9.2017    

Kerbpanne im Blofelder Wald

Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) Kerbpanne im Blofelder Wald Die Dorn-Assenheimer Kerb hat so ihre Rituale. Da zieht es die Kerbburschen am Samstag in den Blofelder Wald, um den Kerbbaum zu holen. Eine Routineangelegenheit, sollte man meinen. Die Transportgefährte sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich, Hauptsache TÜV-tauglich. Heuer wurde das zwanzig Personen plus Kerbbaum fassende „Raino-Mobil“ geordert. Der erste Extrastopp zwecks Reifendruckmessung sorgte noch für den einen oder anderen Lacher, man hat ja talentierte Automechaniker in seinen Reihen. Deren Fähigkeiten sind allerdings begrenzt, wenn wenig später im Nirgendwo der Fahrzeugschlauch platzt.

Da standen sie nun mitten im Wald: die Kerbburschen, der Baum und das fahruntaugliche Mobil. Während ein Bauhofmitarbeiter den Jungs mit HR4-Schnulzen per Autoradio noch erste Hilfe leistete, wussten sich diese dank mobiler Kommunikationsmittel rasch zu helfen. Im Handumdrehen waren nicht nur Abschleppwagen und Rücktransport organisiert. Vor Ort gelang es ebenso flugs, Traktor und Anhänger zu beschaffen. Und so konnte die Tour weitergehen, schließlich soll ja in der Umgebung nochmals kräftig Werbung für die Kerb gemacht werden. Doch wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Noch am Kerbmontag durfte sich der so in die Dorfschlagzeilen geratene Fahrzeughalter weniger charmante Zweizeiler anhören: „Wer mit Deinem Ding nach Blofeld fährt, ist Rentner, wenn er wiederkehrt.“