Kerb - WZ vom 28.8.2019         

Starke Auftritte und acht Schläge

Vier Kapellen sorgen an drei Tagen für Stimmung - Kerbmädels begeistern mit Showtanz

Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.)  „Hier kann man heute Fieber messen“, schwärmte ein Gast und meinte damit das sprichwörtliche Kerbfieber.  Mit Rock-, Pop-, Bierzeltlassikern oder Balladen im Kuschelrock zauberten die Äppel-Quetscher eine berauschende Atmosphäre in die Sport- und Festhalle. Die beiden Musiker trafen den Geschmack des Publikums und glänzten mit viel Improvisationstalent auf der Bühne. Das gefiel nicht nur den Jüngeren, auch die Älteren ließen sich von der Spielfreude der Akteure anstecken.

Vorher hieß es O’zapft is mit rekordverdächtigen 8 Schlägen. Beim Faßbieranstich erinnerte Holger Hachenburger daran, dass sich eine Traditionsveranstaltung wie die Kerb immer wieder neu erfinden müsse, um ihre Attraktivität zu bewahren. Das Engagement vieler lasse sich nur aufrecht erhalten, wenn sich alle an der Umsetzung beteiligten Vereine und Personen mit Ihren Ideen wiederfinden.

Vier Kapellen sorgten an drei Tagen für Stimmung, denn jeder Tag hatte seine besonderen Momente. Das I-Tüpfelchen war zudem der Showtanz der Kerbmädels. Mit mit Plastiksaxophon, Fußbällen oder Feuerwehroutfit rückten sie die Ortsvereine poppig und poppig ins Rampenlicht.. Sonntags standen die Kleinen im Mittelpunkt und tobten sich beim Familienfest nach Herzenslust aus. Drinnen spielten de Musiker der Sportunion Nieder Florstadt mit viel Gesang und fetzigen Rhythmen auf und so entwickelte sich je nach Gusto ein Früh- oder Dämmerschoppen. Einziges Manko: Bei hohen Außentemperaturen wiurde die Sport- und Festhalle zum schweißtreibenden Backofen. 

Der Kerbmontag ist zunächst fest in den Händen der Uffspillkapell. Die Musiker zogen mit dem Planwagen durch den Ort und machten aus dem einen oder anderen Platzkonzert ein kleines Straßenfest. Stimmungsmusik mit der Kapelle Sauladen war danach sprichwörtliche Salz in der Suppe. Deren Erfolgsrezept: böhmisch-bayerische Blasmusik gewürzt mit einer gehörigen Prise Humor.

Und immer mitten drin: Die Kerbburschen und Kerbmädels mit ihren knallig roten Shirts denn jede Kerb hat so ihre Rituale.  Da wird der Kerbbaum geholt und farbenprächtig geschmückt, bevor der Kerbjohann drei Tage im Geäst über das bunte Treiben wacht und der Dorn-Assenheimer sich fortwährend fragt: Wem is die Kerb und lautstark die Antwort erhält: Uuuuus!

Fotos: Mischten sich zu später Stunde unters Publikum: Die Kapelle Sauladen / Viel Applaus gab es für den Showtanz der Kerbmädels


Foto: hh.