Concordia - WZ vom 25.07.2014

Lipka-Chöre“ plus Liederkranz

Concordia beendet Festwochenende mit Freundschaftssingen - Lockere und beschwingte Unterhaltung

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh.) Selten war der Fokus bei einem Freundschaftssingen so auf einen einzigen Dirigenten gerichtet: Tobias Lipka leitete mit Ausnahme des Liederkranz aus Reichelheim sämtliche Gesangvereine, weshalb in der Sport- und Festhalle auch scherzhaft der Begriff von den Lipka-Chören die Runde machte. Nur wenige Stunden nach dem Kommers startete die Concordia vor allem musikalisch ins Finale ihres Festwochenendes zum 150. Vereinsgeburtstag. Zuvor baten die Gäste um Gottes Segen, Pfarrer Markus Stabel zelebrierte den Festgottesdienst.

Für Lipka war es die Gelegenheit zu zeigen, dass Chor nicht gleich Chor ist, sondern je nach Interesse und Stilrichtung der Gesangsgruppe ganz unterschiedliche Facetten zu Tage bringen kann. Das Publikum favorisierte angesichts tropischer Klimaverhältnisse drinnen und draußen lockere und beschwingte Unterhaltung und dem kamen die Vereine nach. Sei es bei einem Abba Medley der Concordia oder dem Ausflug in die Savanne Afrikas mit den Dorheimer Newtones zum König der Löwen: mit modernen Arrangements und Lipkas Fingerfertigkeit am Klavier machten beide Vereine beste Werbung für den Chorgesang.

Auch eine Woche nach dem WM-Finale waren die Aktiven noch in Endspielstimmung und bekannten „Fußball ist unser Leben“. Tosender Applaus folgte, als sich der Dirigent kurz und prägnant verabschiedete: „Weltmeister.“ „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“, dachte sich nun der Frauenchor der Sängergemeinschaft Dorheim, ehe Grigori Dörr mit dem Liederkranz das Podium betrat. Auch hier sorgten die Genres Pop und Musical für den gewünschten Erfolg. Während der Gesamtchor zunächst Udo Jürgens mit der Aussage zitierte „Ich war noch niemals in New York“ lebte die Märchenballade „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus Peter Maffays Tabaluga von seiner solistischen Stimmenführung.

Ein ganz anderes Märchen hingegen erlebte der kürzlich der Frohsinn Weckesheim. In seiner Existenz gefährdet brachten eine Werbeaktion und der Schwenk zum gemischten Chor den Umschwung. Die Folge: Auf der Bühne stand nun der zahlenmäßig größte Chor der Stadt. Da überraschte es auch nicht, als Vereinschef Manfred Bayer verriet: „Unser Chorleiter ist erkrankt, da haben wir mit Tobias Lipka eben mal eine Probe gemacht.“ Das Dirigentenintermezzo passte, bei One Way Wind und dem hymnischen Vater Unser erlebte das Publikum stimmgewaltige Momente.

Leben, lieben, lachen - vergnügt drehte die Eintracht aus Beienheim die letzte Runde des Freundschaftssingens. Auch hier wie schon bei den vorhergehenden Auftritten wechselten Geburtstagswünsche für den Gastgeber und der obligatorische Umschlag den Besitzer.

Peppig, poppig und populär präsentierte sich das Rahmenprogramm. Für zünftige Frühschoppenstimmung sorgte der Musikverein Harmonie, später lebten die Höhepunkte des Kommerses nochmals auf. Zunächst zogen die Festdamen mit Fackeln bewaffnet zum martialischen Conquest of Paradise in die Halle ein, um dann kontrastreich zu Pop und Schlager zu tanzen. Mit von der Partie waren auch die kleinsten Concordianer, die auf einer munteren Weltreise zu Indianern mutierten, eine Känguru-Safari unternahmen oder gleich mit den Außentemperaturen flirteten: „Ich mag den Sommer“

Mal poppig. mal rockig: die Festdamen der Concordia

Stimmgewaltige Momente: Der Frohsinn aus Weckesheim

Nicht für die WZ, aber hier: Der Kinderchor


Fotos: hh.