Concordia - WZ vom 31.1.2020 

Mit Frack, Schal und Zylinder

Erster närrischer Nachmittag des Gesangvereins Concordia

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Bei mir haben sich schon Kandidaten für einen Auftritt nächstes Jahr gemeldet“, freute sich Concordia-Vorsitzende Christina Gast. Erstmals veranstaltete der Gesangverein einen bunten Nachmittag und hatte zumindest bei den Gästen im Pfarrheim ins Schwarze getroffen. Dass sich bei Kräppel und Kaffee nicht nur gemütlich plauschen, sondern auch herzhaft lachen laßt, dafür sorgten die Sängerinnen des Vereins. Denn es waren ausnahmslos die Damen, die Regie führen und das Programm gestalteten. Oder wie es ein Gast treffend formulierte „Das ist heute ein vorgezogener Weiberfasching.“ Sie sangen, spielten Sketche oder imitierten Showstars. Lediglich der musikalische Part blieb in Männerhand, Helmut Lipka brachte Stimmung in den Saal und erwies sich später mit seinem Akkordeon als der sprichwörtliche Hahn im Korb der Damencrew.

Sketche und Musik bildeten den roten Faden. So lieferten sich Christel Gast und Patricia Faulstich ein Zwiegespräch, das von allerlei Mißverständnissen über USB-Sticks, Firewalls aund Carports geprägt war. Magda Weil, Renate Dieth, Edeltraut Schmidt, Hildegard Kuhl und Yvonne Mai betätigten sich dann als Frisöre. Frisiert wurde allerdings das Profil bei der Partnersuche per Inserat. Beim Wettbewerb im Flunkern mutierte der betagte Dorfcasanova schnell zum attaktiven, sportlichen Mittdreissiger. Ungewöhnliches ereignete sich auch in der Arztpraxis von Magdalena Kempf. Ein goldener Kasten transferierte all die Wehwehchen der Patienten stets in Richtung Patricia Faulstich. Was der einen Freud, entpuppte sich nicht nur als der anderen Leid. Sondern steigerte sich zur akuten Panik, als noch eine virtuelle Schwangerschaft im Anflug war.

Kein Fasching ohne Hitparade dachten sich nun die Concordianet und ließen die Bühne zur Konzerthalle werden. Helene Fischer, Andrea Berg, Roland Kaiser oder Nana Muskouri legten temperamentvolle bis leidenschaftliche Auftritte aufs Parkett. Als Johannes Heesters mit schwarzem Frack und Zylinder sowie weißem Schal verkörperte Klara Diehl bravourös den Charme und die Eleganz des legendären Entertainers. Da wollte man der 92 Lenze zählenden Dorn-Assenheimerin gerne glauben, als sie musikalisch bekannte: „Ich werde 100 Jahre alt.“ Der folgende Applaus war die hörbare Anerkennung für den Höhepunkt des Nachmittags.

Bei Faschings- und Partyhits feierten Concordia und Gäste bis in den Abend. Ihr Fazit verband sich mit einer Hoffnung für die in den letzten Jahren in Punkto Fastnachtssitzungen nicht gerade verwöhnten Dorn-Assenheimer. Nämlich dass die Faschingstradition im Dorf mit dem heutigen Tag ein neue Dynamik entwickelt. Christel Gast wirkt optimisteisch: „Warum nicht?“

„Ich werde 100 Jahre alt“: Klara Diel bei ihrer Johannes Heesters Imitation.

Wenig zu lachen hatte Patricia Faulstich (l.) in der Arztpraxis von Magdalena Kempf, rechts Patientin Yvonne Mai