FF - WZ vom 14.7.2020 

Feuerwehrmann für Groß und Klein

 Clemens Winkler scheidet nach 41 Jahren aus dem aktiven Dienst aus

Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) „Wir hätten dich gerne noch ein paar Jährchen bei uns behalten“, gesteht der kommissarische Wehrführer Christian Gäck. Mit seinem Stellvertreter Felix Mittig verabschiedete er seinen langjährigen Chef Clemens Winkler, der nach 41 Jahren in der Einsatzabteilung in die Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr wechselt. "Wir wollten mit unserem Danke nicht warten, bis Corona vorbei ist“, lud Gäck zum Lokaltermin vor das Gerätehaus ein. Formell wird Winkler zu einem späteren Zeitpunkt verabschiedet. 

Der Dorn-Assenheimer gehörte dem Vorstand bereits seit 1987 als Mitglied im Feuerwehrausschuss an. Von 1995 an war er stellvertretender Vorsitzender und Vizewehrführer, bevor er 2003 das Kommando in beiden Bereichen übernahm. „Er ist ehrgeizig und gut“, brachte der damalige Stadtbrandinspektor Heinz-Willi Lindt seine Wertschätzung nach jahrelanger Zusammenarbeit im Wehrführerausschuss zum Ausdruck. 

Zur Feuerwehr kam Winkler nach eigenen Worten "wie die Jungfrau zum Kind“. Mittwochs, so erinnert er sich, war das Feuerwehrhaus der einzige Treff für die Jugend. Doch nur rumsitzen war für den damals 19-Jährigen keine Option. Er trat der Einsatzabteilung bei, machte bei Übungen und Kreisentscheiden mit, besuchte Lehrgänge bis hin zum Gruppenführer. Als 1989 ein neues Einsatzfahrzeug mit Atemschutzausrüstung angeschafft wurde war er bei den ersten, die sich für diesen für die heimischen Brandschützer nicht geläufigen Lehrgang anmeldeten. Auch als Wehrführer legte er großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung seiner Truppe.

Besonders engagierte sich Winkler  bei der Brandschutzerziehung im katholischen Kindergarten und zeitweise in der Grundschule im Ried. Mit dem richtigen Gespür vermittelte er den Kleinen die Grundlagen rund um den Umgang mit Feuer oder Notrufen spielerisch, war sich mit kleinen Experimenten und kindgerechten Praxistipps ihrer Aufmerksamkeit sicher. „Da wirst du vor ganz neue Aufgaben gestellt, denn die Kinder denken ganz anders“, blickt er auf 26 Jahre Kita-Aktivitäten zurück.

Morgens in der Einrichtung, dann die Nachbereitung und mittags zum Schichtdienst - der Dorn-Assenheimer brachte alles unter einen Hut. Denn Motivation fand er auch durch die Anerkennung der Kleinen: „Wenn dir ein Schüler auf der Straße begegnet, grüßt und sagt *Du bis doch der, der mir damals den Notruf beigebracht hat*  dann hast Du etwas richtig gemacht.“

Die Brandschutzerziehung würde er jederzeit wieder koordinieren, auch den Job in der Einsatzabteilung. Doch Führungsaufgaben ließen sich heute mit einer Vollzeitbeschäftigung immer weniger verbinden. "Zuviel Bürokratie und ein immer größer werdender Zeitaufwand“, findet Winkler und zieht sein ganz persönliches Resümee:  „Das, was damals Spaß gemacht hat, ist in dem Umfang nicht mehr da."

Foto: Danke in Zeiten von Corona: Clemens Winkler erhält von Felix Mittig einen derzeit aktuellen Schutzhelm mit einem Strahlrohr überreicht. Rechts der kommissarische Wehrführer Christian Gäck.