Freiwillige Feuerwehr - WZ vom 22.9.2016    

 „Eine richtig tolle Kooperation“

Gemeinschaftsübung der Jugendfeuerwehren und des Jugendrotkreuz am Einsatzort RWZ

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Ziel dieser Übung ist die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Jugendfeuerwehren“, erläutert der Dorn-Assenheimer Wehrführer Nicklas Pipperek und der stellvertretende Stadtbrandinspektor Bernd Philippi lobt die kleinen Brandschützer: „Das hat heute gepasst.“ Punkt 10 Uhr heulten die Sirenen, denn auf dem Gelände der Raiffeisen-Warenzentrale (RWZ) ereigneten sich Explosionen, die ein Feuer verursachten.

Dies galt es zu löschen, so der zu simulierende Einsatzauftrag. Zudem war eine Person unter einem Anhänger eingeklemmt, welche der Nachwuchs mittels eines Hebekissens zu retten hatte. Die Nachbarn aus Nieder Florstadt mimten die Verletzten, Unterstützung kam zudem vom Jugendrotkreuz aus Weckesheim. Der erste Eindruck glich einer Materialschlacht aus unzähligen Schläuchen. So musste die Löschwasserversorgung zum außerhalb gelegenen Brandherd über Ligusterweg und Untergasse erfolgen, der Verkehr umgeleitet, hunderte Meter Schlauch ausgerollt und ein Dutzend Rohre in Stellung gebracht werden.

Die zweite Herausforderung: das riesige Areal erforderte die Einteilung der Einsatzstelle in vier Abschnitte. Pipperek, der das Übungszenario leitete, erläutert: „An der Nordseite konzentrierten sich die Jugendlichen auf den Bereich um die Tankstelle.“ Diese wurde durch das Kühlen der feuerempfindlichen Behälter derart abgeschirmt, um alle Wärmestrahlung, Funkenflug oder Feuerentwicklung durch eine Wasserwand fernzuhalten.

Auch sonst war Etliches zu tun. Priorität hatte dabei die Bergung der Verletzten. „Menschenrettung geht grundsätzlich immer vor der Brandbekämpfung“, so Pipperek, während die Zuschauer die Löschangriffe aus allen Perspektiven und die Profis vom Einsatzleitwagen aus verfolgten. Da wurden Verletzte geborgen, Pumpen ratterten und das erste Wasser prasselte auf das RWZ-Dach. Die Kleinen wirken konzentriert, aber auch angespannt. Eine Feuerwehr hatte sich bereits vorab mit dem Objekt vertraut gemacht, die anderen Teams vertrauten auf ihren Ausbildungsstand. Doch auch Improvisation gehörte dazu. Wenn eine Feuerwehr zu wenig Personal hatte, war Teamwork angesagt, ein anderer Trupp half spontan aus.

In rund einer Stunde hatten die Jugendlichen mit ihren Betreuern ganze Arbeit geleistet. Manöverkritik war an diesem Tag passe, stattdessen gab‘s als Danke kühle Getränke, Würstchen und ein dickes Lob von Stadtjugendfeuerwehrwartin Silke Gerhardt: “Das war heute eine richtig tolle Kooperation.“

Foto: Menschenrettung vor Brandbekämpfung: Die Jugendfeuerwehren zeigten sich gut koordiniert