Freiwillige Feuerwehr - WZ vom 17.3.2017    

Vorfreude auf neues StLF 20/25

Hauptversammlung: Lob für guten Ausbildungsstand – Oktoberfest gestrichen

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Ich hoffe, dass der Wetteraukreis uns so auf der Prioritätenliste platziert, dass wir 2018 in die Beschaffung gehen können“, verbreitete Bürgermeister Bertin Bischofsberger Optimismus. Auf der Hauptversammlung der Feuerwehr war denn auch das StLF 20/25, so der Fachjargon für das Staffellöschfahrzeug in spe das bestimmende Thema. Eine Notwendigkeit, denn „die Indienststellung des TSF-W jährt sich dieser Tage zum 25ten Mal“, ergänzte Wehrführer Nicklas Pipperek. Das für einen Erstangriff oder eine mittlere technische Hilfeleistung ausgestattete Gruppenfahrzeug sei ein Kompromiss zur Neubeschaffung des aktuell im städtischen Bedarfs- und Entwicklungsplan stehenden Tanklöschfahrzeugs. Es ist für Stadtbrandinspektor Michael Paulencu in erster Linie aber „ein leeres Feuerwehrauto“, denn Stromerzeuger, Schläuche und Strahlrohre kosten extra und müssen zusätzlich angeschafft werden.

Pipperek erinnerte zunächst an die Gemeinschaftsübung in Reichelsheim mit der Simulation eines Verkehrsunfalls. Kritik an einer ausufernden Pyrotechnik konterte er: „Wir müssen uns realistisch auf das vorbereiten, was jeden Tag passieren kann.“ Dabei freute er sich über eine gestiegene Übungsbeteiligung der 32-köpfigen Einsatzabteilung. Auch der Ausbildungsstand vermittle Zuversicht, motivierte er die Truppe zu vermehrten Lehrgängen. Die mit der Digitaltechnik einhergehende Überarbeitung des Alarmplans bedeute zudem ein größeres Aufgabenspektrum. Sein Fazit: Wir leisten in komplexen Einsatzsituationen effiziente Hilfe, das spornt uns an, noch besser zu werden.“

Erstmals wurden mit Boris Dönges, Peter Sturm und Jens Mayer die besten Übungsteilnehmer ausgezeichnet. Zudem avancierte Peter Sturm zum stellvertretenden Jugendwart und Clemens Winkler heimste einmal mehr ein dickes Lob für sein Engagement bei der Brandschutzerziehung ein.

Vereinsvorsitzender Marcus Jung resümierte Licht und Schatten. Vaddertag top, Hüttenparty in Punkto Unterstützung ein Flop. Wenn sich künftig keine Helfer finden, gehöre die Traditionsveranstaltung der Vergangenheit an. Seine Sorge: „Um für den Brandschutz sinnvolle Investitionen zu tätigen, brauchen wir jeden Cent an Einnahmen.“

Als lebendige Truppe positionierte Jugendwart Marcel Kuhl seinen Nachwuchs. Schwerpunkte der sich auf 146 Stunden summierten Aktivitäten waren die Teilnahme am Spiel ohne Grenzen und die Gemeinschaftsübung. Allerdings hinterlasse der mangelnde Nachwuchs Spuren. Gefragt sei nicht nur eine innovative Nachwuchswerbung – geplant ist ein neuer Flyer – einzelne Stadtugendfeuerwehren hätten bereits fusioniert. „Natürlich mache ich mir Gedanken, ob das auch für uns sinnvoll wäre“, blickte Kuhl in die Zukunft.

Letzteres beschäftigte auch die Einsatzabteilungen. In zwei Findungsworkshops versuchten Stadt und Feuerwehrausschuss die Bereitschaft zur Zusammenlegung zu eruieren. „Das gehe aber nicht über Nacht“, erteilte der Rathauschef Schnellschüssen eine Absage. Die Entscheidung müsse für alle Stadtteilwehren tragfähig sein.

Ehrungen rundeten die Versammlung ab: So sind Christa Stolle seit 25 und Horst Rack seit 40 Jahren dabei, Josef Steifmeier, Helmut Weitz und Reinhard Weitz freuten sich über Urkunden für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Foto: Geehrt für langjährige Mitgliedschaft: v.l. Horst Rack, Helmut Weitz, Christa Stolle Reinhard Weitz und Herbert Stiefneier flankiert von Bürgermeister Bertin Bischofsberger und Vorsitzendem Marcus Jung (rechts) 


 Foto: hh.