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75. Jahre Freiwillige Feuerwehr   - WZ vom 7.6.2011

 

 

„Wir brauchen euch, euren Mut, euer Wissen“

 

Brandschützer feiern  75. Jubiläum – Auftakt mit buntem Kommersabend

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.)  Unter den Klängen von „Preussens Gloria“ marschierten Einsatz- und Ehrenabteilung mit der Vereinsfahne feierlich auf die Bühne. Was dann aber folgte, war eine kurzweilige Revue aus Musik, Gesang, Tanz und viel Historischem.  Der Kommers als Auftaktvernastaltung zum 75. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr machte Appetit auf die Festtage am kommenden Wochenende. „Wer hätte damals gedacht, dass die Feuerwehr so ein Erfolgsmodell wird“, grüßte Marco Reis vom Kreisfeuerwehrverband den Vorsitzenden der Wehr, Lars Kempf. Dieser durfte zunächst die Hände der Ehrengäste schütteln: Neben Reis kamen Bürgermeister Bertin Bischofsberger, Stadtbrandinspektor Michael Paulencu, Ehrenstadtbrandinspektor Heinz-Willi Lindt, Stadtehrenwehrführer Otmar Diegelmann, Ehrenwehrführer Alfred Ess und Pfarrer Andreas Heger sowie Magistratsmitglieder und Stadtverordnete mit Vorsteher Holger Strebert an der Spitze. Vertreter des Wetteraukreises, dem die Schirmherrschaft oblag, sichtete man zum Bedauern der Vereinsführung allerdings nicht.

 

„Wir brauchen euch, euren Mut, euer Wissen, eure Bereitschaft dorthin zu rennen, wo andere wegrennen“, lobte der Bürgermeister als Festpräsident die Wehr als Garant einer aktiven Bürgergesellschaft. „Auf die Dorn-Assenheimer Feuerwehr ist Verlass“, auch wenn sich die Aufgaben und Technik seit Gründung grundlegend gewandelt haben. Heute seien Know How und Sachkenntnis elementar, denn neben der Hilfe im Brandfall kämpfe die Truppe an vielen Fronten wie der Bergung von Unfallopfern bis zur Entorgung von Gefahrgut. „Früher gehörten Feuerpatschen und Handspritzen zum Inventar, heute dominieren hohe Ausbildungsstandards und High-Tech in einem modernen Fuhrpark“, bestätigte der Rathauschef die Wichtigkeit der Truppe für die Sicherheitsaufgaben der Stadt. Lob gab es für die Kameradschaft  („Ihr seid ein richtiges Team“) und die Arbeit der Jugendfeuerwehr, „die schon dem Nachwuchs das ABC des Löschwesens beibringt.“

 

Herbert Schmidt (rechts), seit 25 Jahren Schriftführer im Verein, packte Historisches in eine vergnügliche Fassung und erinnerte mit viel Detailwissen an in die Anfänge des Hessischen Löschwesens wie dessen Entwicklung in Dorn-Assenheim. Dabei habe sich die Feuerwehr immer als fairer Partner der Stadt gezeigt, als letztes in einer Reihe von Beispielen fallen die Eigenleistungen beim Anbau an das Gerätehaus. Gut gelaunt und pointiert kam auch so manche Anekdote zu Gehör. Zudem konnten die Gäste während einer bebilderten Zeitreise durch 75 Jahre Feuerwehrwesen in nostalgischen Erinnerungen schwelgen.

 

„Auch das ist Feuerwehr“, sagte Moderator Axel Schmidt mit Blick auf die Tanzformationen der Festdamen. Diese wirbelten mit Techno a la Scooter über die Bühne, um später noch „Vollgas“ zu geben. Mit der „Queens Park Melodie“ und einem „Udo Jürgens Medley“ gratulierte die Harmonie (Leitung Andreas Schmidt), im Rahmenprogramm folgten die Wetterauer Jagdhornbläser und der Gesangverein Concordia. Stefan Spielbergers Sänger begaben sich auf Tour entlang des Missouri und den afrikanischen Dschungel, um mit Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ die Welt in einem hymnischen Poprhythmus zu geniessen.

 

„Füher war Solidarität auf dem Dorf selbstverständlich, heute muss man mit einer engagierten Jugendarbeit um den Nachwuchs werben,“ leitete Stadtbrandinspektor Michael Paulencu die Grusswortrunde ein. Viel zu tun hatte Vorsitzender Kempf, der nun die Kuverts mit den Spenden entgegennahm. Bares und Glückwünsche gabe es von Erich Becker (Vereinsring), Holger Hachenburger (CDU), Rainer Schauermann (SPD), Rebecca Scholz (FWG), Pfarrer Andreas Heger, Klaus Dönges (GTLF-Fan Club), Marcel Kuhl (Stadtjugendfeuerwehren), Hans-Günther Scholz (DRK Reichelsheim) und befreundeten Wehren.

 

Bereits am Sonntag trafen sich die Feuerwehrleute zum Festgottesdient. „Wer anderen uneigennützig hilft, hat bei Jesus einen Stein im Brett“, nahm  Pfarrer Heger die Lobesworte des Kommersabend nochmals auf, um dann die Vereinsfahne mit den Worten zu segnen: „Möge Gottes Geist immer bei euren Einsätzen zugegen sein.“

 

 

Herbert Schmidt

 

Pfarrer Andreas Heger segnet während des Festgottesdienstes die Vereinfahne, links der stellvertretende Wehrführer Christian Gäck

 

Auch das ist Feuerwehr: Die Festdamen tanzten Techno in gelungener Choreographie

 

Fotos: Holger Hachenburger