Notizen aus der Provinz - WZ vom 29.9.2018   

Gipfelstürmer im Zug

Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) Das Städtchen Wernigerode hatten sich die Freunde des Feuerwehrstammtisches in Dorn-Assenheim heuer zum Ausflugsziel gemacht. Laut Werbeprospekt lockt die Stadt mit ihrem bunten Charme, der in farbenfrohen Fachwerkhäusern, einem mittelalterlichen Rathaus und vor allen durch seine vielschichtige Gastronomie zum Ausdruck kommt. Vor allem aber lockt der Harz mit dem 1125 Meter hohen Brocken. Der sollte auch gleich in aller Frühe bestiegen werden. Wer allerdings dachte, dass die Wetterauer Gipfelstürmer mit Pickel und Steigeisen ihr Ziel anvisieren, wurde schnell eines besseren belehrt. Denn zum höchsten Gipfel im Harz führt eine Schmalspurbahn.

Ein Pfiff, und dann macht sie sich laut schnaufend auf ihren anstrengenden Weg über Dutzende Kurven, bis nach zwei Stunden der Brockenbahnhof Endstation ist. Für die 700 PS starke Dampflok aus den 50er Jahren ist die Fahrt Schwerstarbeit, und für die Feuerwehr-Passagiere ein ganz besonderes Erlebnis. Besonders, wer sich bei der Fahrt auf den Trittbrettern im Freien den Fahrtwind um die Nase wehen ließ. Und während der Blick nun weit über die Harzlandschaft schweifte, schaufeln die Heizer Schippe für Schippe in den Ofen. Bergauf und Bergab. Nicht, dass die Dorn-Assenheimer jetzt auch mit pechschwarzen Gesichtern herum liefen, aber das Erstürmen markanter Berge machte doch immensen Durst und so wurde flugs das gastronomische Angebot getestet. Und wie überall wird dort das Geschehene nochmals wahlweise kritisch hinterfragt oder genüsslich ausgeschmückt: Und so konnten die Dorn-Assenheimer im Brauhaus am Markplatz auch unisono behaupten: "Ja, wir haben den Brocken gestürmt."