CDU - WZ vom 19.4.2017      


Kita Plätze – aber wo ?

CDU diskutiert Umbau- und Neubaulösung für Kinderbetreuung mit Bürgern

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Wir müssen die weichen Faktoren genauso berücksichtigen wir die finanziellen und eine Lösung finden, die in 15-20 Jahren noch tragfähig ist“ gab CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger die Richtung vor. Während eines Infoabends diskutierte die Union mit Bürgern die künftige Ausrichtung der Kinderbetreuung in dem Reichelsheimer Stadtteil. Kita-Plätze sollen kommen, doch die Kernfrage lautet: Soll die derzeitige kirchliche Einrichtung umgebaut werden oder an einem zweiten Standort eine neue zweigruppige Kita in städtischer Regie entstehen?

Die kirchliche Kita St. Elisabeth würde in diesem Falle mit drei Gruppen weitergeführt. „Es gab im Publikum eine eindeutige Tendenz zum Umbau“, zeigte sich Hachenburger überrascht, zumal „eine Online Umfrage vor drei Monaten ein differenzierteres Bild ergab.“ Hier präferierten knapp 70 Prozent der Teilnehmer diese Variante. Auch Bürgermeister Bertin Bischofsberger positionierte sich pro Umbau : „Geringere Kosten, Synergiedefizite, Konkurrenzdenken.“

Hachenburger präsentierte zunächst die Raumkonzepte beider Varianten mit jeweils fünf Gruppen und einer Betreuung ab dem ersten Lebensjahr. Eine U2-Gruppe wird derzeit nicht angeboten. Die zuständigen Ausschüsse hatten allerdings kürzlich eine Grundsatzentscheidung für einen Neubau getroffen. „Das haben wir abgelehnt“, kommentiert Hachenburger, „da Fakten bis dato nur unzureichend vorliegen.“ Es fehle eine genaue Kostenanalyse nach Zuschüssen von Land und Bistum. Zudem müsse in St. Elisabeth ohnehin umgebaut werden, Mensa und Personalraum fehlen. Eine Magistratsvorlage, über die man hätte entscheiden können, sei ebenso Fehlanzeige wie ein Standortvorschlag. Unterm Strich prognostiziert der CDU-Chef „könne die städtische Variante durch Kostenduplizierung rund 500.000 Euro teurer werden.“

Allerdings hätte der Neubau Erweiterungsmöglichkeiten, während die Kapazitäten der Kita St. Elisabeth auf 99 Plätze begrenzt sind. Dem konterte Claus Ess vom Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde: „Es werden bis zu 45 Plätze geschaffen, sie können nicht davon ausgehen, dass der derzeitige Boom trotz Zuzug ewig anhalte.“ Eltern mahnten: „Hören sie auf die Bürger“, die Kinder sollen nicht konfessionell getrennt werden, keine Wettbewerbssituation entstehen, Zusammenhalt sei ein wichtiges Kriterium. Eine Mutter kritisiert mit Verweis auf die Interimsgruppe: „Erst wird eine gemeinsame Lösung initiiert, dann alles wieder auseinander gerissen.

Über die provisorischen Container für 25 Kinder zeigte sich die CDU zufrieden, besonders die „schnelle interfraktionelle Bereitschaft, dies auch vollständig zu finanzieren. Und Bischofsberger versprach: „Wenn alle mitspielen, bekommen wir das schon im August zum neuen Kita-Jahr hin.“

Foto: Die Kita St. Elisabeth im Jahr 2017