IG Biogasanlage - Presseavis vom 30.4.2014

Interessengemeinschaft gegen Biogasanlage formiert

Dorn-Assenheimer Initiatoren laden zu Informationsabend am 8. Mai ins Pfarrheim ein

Reichelsheim (hh.) Aus der Dorn-Assenheimer Bürgerschaft hat sich eine Interessengemeinschaft gegen die geplante Florstädter Biogasanlage gebildet. Ziel der Initiatoren, die sich als überparteiliches Bündnis verstehen, ist es zudem, auch aus anderen Reichelheimer Stadtteilen oder weiteren betroffenen Kommunen Unterstützung zu erhalten und Mitstreiter zu gewinnen. In einem Flyer kündigt die Initiative einen Informationsabend für Donnerstag, 8 Mai, 20 Uhr im Pfarrheim des Stadtteils an.

Drastische Zunahme des Schwerverkehrs

Unter dem Titel „Biogasanlage – Wollen wir das?“ werden die Argumente gegen das Projekt gleich mitgeliefert. Kernaussage ist die Befürchtung einer „drastischen Zunahme des Schwerverkehrs durch die Ortsdurchfahrten in Dorn-Assenheim, Heuchelheim und Weckesheim mit negativen Folgen für unsere Lebensqualität.“ Dabei beruft sich die Gruppe auf eine jüngst gemachte Aussage des Magistrats in der Stadtverordnetenversammlung, nachdem mit über 9.000 Verkehrsbewegungen von und zur Anlage zu rechnen sei. Plänen, die Verkehrswege über das Feldwege netz zu erschließen, werden als illusionär bewertet und daher eine Absage erteilt: „Eine Anlieferung des Input-Materials über das bestehende Feldwegenetz der Stadtteile und auch der Kernstadt ist nicht möglich, weil alle Feldwege der Gemarkung Dorn-Assenheim zur Ortsdurchfahrt führen.“

Auch ethische Gründe relevant

Doch nicht nur der Verkehr stört. So sollen am Informationsabend auch weitere Punkte angesprochen werden: eine erhöhte Gefährdung der Schulwege besonders in den innerörtlichen Engstellen oder die mögliche Lärm- und Geruchsbelästigung. Auch werden ethische Gründe gegen das Projekt vorgebracht. Die Verwertung von Nahrungsmittel aus einer ganzen Region als Energieträger sei ebenso hinterfragenswert wie die „signifikante Beeinträchtigung der Kulturlandschaft Wetterau.“ Aus der Kornkammer Hessens entstehe eine durch Monokulturen geprägte Landschaft. Zudem befürchte man eine Überdüngung des Bodens mit negativen Folgen für das Grundwasser, die Beschädigung des Landschaftsbildes und eine Abwertung des Wohneigentums mit steigender Landflucht der jüngeren Generation.

Hintergrund ist die Absicht des Unternehmens juwi Energiekonzepte, die Biogasanlage an der Gemarkungsgrenze zu Dorn-Assenheim auf einer Fläche von 6,5 ha zu betreiben. Nach derzeitigem Stand spricht der Betreiber davon, dass aus Anbaugebieten im Radius von 5 bis 10 km zur Anlage 45.000 t Zuckerrüben, 14.000 t Mais, 1.000 t Getreidesilage und 6.000 t Hühnerkot pro Jahr vergoren werden, hinzu kommen 53.000 t Gärreste, die auf umliegende Felder verbracht werden. Die Inbetriebnahme soll Ende 2015 erfolgen.