CDU - WZ vom 8.4.2014

Pressemitteilung CDU-Stadtverband Reichelsheim

Geplanter Bau der Biogasanlage an der Landesstraße L3187

Reichelsheim.(hh.) „Ein plausibles Verkehrskonzept sieht anders aus“, äußert sich CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger enttäuscht über die Präsentation zur geplanten Biogasanlage entlang der Landesstrasse L3187. Die Firma juwi Energieprojekte GmbH hatte während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung über das Projekt informiert und den Parlamentariern Rede und Antwort gestanden. Hachenburger verweist hierzu auf Reaktionen aus der Dorn-Assenheimer Bevölkerung: „Die Bürger wollen wissen, ob zum ohnehin hohen Durchgangsverkehr weiterer Lärm durch 40-Tonner kommt oder wie Geruchsemissionen einzuschätzen sind“ und ergänzt: „Junge Eltern sind in höchstem Maße alarmiert.“

Antworten hierzu habe der Betreiber nicht geliefert. Aufschluss soll nun ein Verkehrs- und Emissionsgutachten geben, was für den Frühsommer erwartet wird. „Die CDU will, dass der Magistrat im Vorfeld zu den Kontakt zu den Entscheidungsträgern an der Erstellung des Gutachtens aufnimmt, um sie auf die schwierige Verkehrssituation hinzuweisen,“ fordert der Vorsitzende. Zudem sollen die Ergebnisse in den städtischen Gremien diskutiert werden und die Bewertung in die Stellungnahme der Stadt zum Bebauungsplan einfließen.“ Ein entsprechender Antrag wurde für die Stadtverordnetensitzung am 12. Mai formuliert.

Es sei mehr als verwunderlich, dass juwi keine verlässlichen Angaben zur Verkehrsbelastung mache, gar von konstanten Zahlen spricht, während der Magistrat dies mit einem einfachen Dreisatz beziffern könne. Auf Anfrage der CDU-Fraktion hatte Bürgermeister Bertin Bischofsberger bei einer Gesamttonnage von 119.000 Tonnen (66.00 t Anlieferung und 53.000 t Gärrestabfuhr) ein Verkehrsaufkommen von 9.520 Fahrzugen errechnet. Bei Betrachtung der Anbauflächen sei davon ausgehen, dass etwa die Hälfte aus dem Norden komme und sich dann über Weckesheim oder Heuchelheim durch das Nadelöhr Dorn-Assenheim schlängelt.

„Die Bürger sind in Sorge um die Lebensqualität im Ort, fürchten eine Verödung der Durchgangsstraße und fordern verbindliche Lösungen“, berichtet Hachenburger und zitiert den Betreiber, wonach nicht nur während der Rübensaison mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen ist: „Die An- und Abfuhren erfolgen von März bis Mai und September bis Dezember. Unter Berücksichtigung der Getreideanlieferungen zur RWZ-Anlage kann von einer fast ganzjährigen Frequentierung gesprochen werden, und das theoretisch Montag bis Samstags von 6 bis 22 Uhr.“

Ob das Feldwegenetz eine signifikante Entlastung bringen kann, sieht der CDU-Vorsitzende skeptisch. Die Erfahrung mit der RWZ-Zuführung zeige, was das örtliche Feldwegenetz leisten kann und was nicht. Schäden sind nur eine Frage der Zeit, Gegenverkehre aber auch die Wege als Bestandteil des Radwegenetzes sind zu berücksichtigen. Probleme verursache die Anlage aber nicht nur wegen der zu erwartenden Emissionen. In Heuchelheim und Dorn-Assenheim befinden sich Engstellen, die auf einen Schwerlastverkehr nicht ausgelegt sind. In der Vergangenheit testeten die Behörden bereits Ampel- und Einbahnstraßenlösungen. Hachenburger hierzu: „Die Resonanz war verheerend, die Bürger haben von Experimenten wie Stop- and Go-Ampeln die Nase voll.“

Foto: Für einen Schwerlastverkehr nicht ausgelegt - die Engstelle in der Wetteraustrasse in Dorn-Assenheim: Mitglieder der CDU-Fraktion mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Holger Hachenburger, Horst Wagner, Fraktionsvorsitzenden Gustav Ullrich, Christa Stolle und Gerhard Rack vor Ort