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Zeitpunkt gekommen, Farbe zu bekennen

Bürgermeister Bertin Bischofsberger tritt in die CDU ein

Reichelsheim (hh.) Bürgermeister Bertin Bischofsberger hat Position bezogen und ist in die CDU eingetreten: „Nachdem Gewinn der zweiten Wahl ist für mich der Zeitpunkt gekommen, Farbe zu bekennen.“, begründet der Rathauschef seinen Entschluß. Für den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Holger Hachenburger ist dies ein logischer Schritt: „Bertin Bischofsberger konnte stets auf unsere Unterstützung zählen.“ Letzteres habe sich über sechs Jahre im Parlament und für jeden erkennbar bei der vergangenen Direktwahl im Oktober gezeigt. Nicht nur die die Christdemokraten vor Ort, auch Bundes- und Landesprominenz wie CDU-Generalsekretär Peter Tauber oder Staatministerin Lucia Puttrich ergriffen damals für Bischofsberger aktiv das Wort.

„Und dies, obwohl ich kein Parteimitglied bin“, spielt Bischofsberger den Ball zurück und betont auch mit Blick auf die erneute Nominierung auf einem aussichtsreichen Listenplatz für die kommende Kreistagswahl: „Man schätzt mich in der CDU, man bringt mir Vertrauen entgegen.“

Seine Entscheidung sei in den Monaten nach der Wiederwahl gereift, begründet der 56-Jährige seinen Entschluss. Große Überraschung in der Öffentlichkeit erwartet er nicht. „Ich wurde eigentlich immer der CDU zugeschrieben, jeder weiß, wer mich nominiert hat.“ Keinen Hehl macht Bischofsberger daraus, dass seine Überzeugungen, Ideen und Vorstellungen von Politik in Reichelsheim und dem Wetteraukreis seit jeher besser in der CDU aufgehoben sind.

Der Partei dann auch offiziell beizutreten sei daher auch ein Schritt, den Bürgern gegenüber glaubwürdig aufzutreten. Warum er dies nicht vor der Wahl entschied? Bischofsberger baut vor. „Ich habe immer gesagt, im Moment nicht, aber die Zukunft wird’s zeigen.“ Eine Parteimitgliedschaft habe er nie ausgeschlossen. Doch „eine bestimmte Politik nach außen zu vertreten und dann den Bürgern immer zu sagen ‚ich bin parteilos‘, das funktioniert auf Dauer nicht.“ Überzeugt habe ihn zudem die hohe Motivation der Reichelsheimer CDU im Wahlkampf: „Ihr habt euch für mich engagiert, das gebe ich jetzt zurück.“

Bischofsberger wurde 2007 von der CDU für die Direktwahl im drauffolgenden Jahr aufgestellt, seit 2011 sitzt er für die Christdemokraten im Kreistag. Nach der gewonnen Wahl blieb er bewußt parteilos. „Ich wollte sehen, wie dies funktioniert“, bekennt der gebürtige Norddeutsche, dem sachliche Diskussionen wichtiger sind als ideologisch motovierte Entscheidungen. Ein Bürgermeister stehe immer in der Verantwortung allen Bürgern gegenüber, ob mit Parteibuch oder ohne. Aber eine Mitgliedschaft mache es einfacher, sich auf anderen Ebenen in die politische Willensbildung mit einzubringen.

Dass sich im Verhältnis zu den Mehrheitsfraktionen in der Stadtverordnetenversammlung etwas ändert, glaubt Bischofsberger nicht. Bei SPD und Grünen sei er als CDUler fest verortet, mit den Freien Wählern verbindet ihn ein freundschaftliches Verhältnis. Zudem gelten seine Worte die er anläßlich der Amtseinführung im Dezember 2008 vor den Parlamentariern äußerte: „Ich stehe für eine Kultur des Miteinanders, ich reiche Ihnen die Hand, nehmen Sie sie. Denn es kann von Nutzen sein, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Foto: Prominenter Zuwachs bei den Reichelsheimer Christdemokraten: Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger begrüßt Neumitglied Bertin Bischofsberger