Team BBB - WZ vom 16.09.2014

Bertin on Tour in Dorn-Assenheim:

Wetterau Schlußlicht beim Internet

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (pm) „Der Wetteraukreis ist das Schlusslicht in Hessen, wenn es um die Breitverbandversorgung geht“, kritisierte Staatsministerin Lucia Puttrich Landrat Joachim Arnold. Andere Landkreise hätten dies deutlich schneller hinbekommen, fügte CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber mit Blick auf seinen Wahlkreis hinzu: „Durch die Bürgschaftsprogramme des Landes Hessen wird der Main-Kinzig-Kreis bereits Ende 2015 eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s verfügen.“ Im Wetteraukreis ist dies erst für 2017/2018 geplant. Tauber und Puttrich kamen zum „Auftakt zum Endspurt“ auf den Kirchplatz, um Bürgermeister Bertin Bischofberger in der Endphase des Wahlkampfes zur Bürgermeisterwahl zu unterstützen.

Bischofsberger und Tauber stellten sich den Fragen des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Holger Hachenburger, der die Themen Haushaltskonsolidierung, familienfreundliche Stadt, demographischer Wandel und Breitbandversorgung ansprach. „Junge Familien sind hierhergezogen, weil ihre Bedürfnisse besser erfüllt sind als in manch anderer Kommune“, verwies Bischofsberger auf den „Umbau der gesamten Kindergartenlandschaft.“ In der katholischen Kita Dorn-Assenheim seien beispielsweise neue Gruppenräume entstanden, die U3- und Mittagsbetreuung mit nicht unerheblichen Mitteln unterstützt worden. Dorn-Assenheim habe die zweitgrößte Geburtenrate in Reichelsheim, für diese Familien sei das Geld gut angelegt.

Der Rathauschef erinnerte an die zentralisierte Hortbetreuung. Jetztliege ein Antrag beim Land Hessen vor, diese zur Ganztagsschule zu erweitern. Auch dies sei ein Schritt nach vorn, zumal Vereine aktiv mit einbezogen werden. Er plädierte zudem für sein Konzept, in allen städtischen Kindergärten eine U2-Betreuung anzubieten. Der Haken dabei in Dorn-Assenheim: „So weit wie ich weiß, beabsichtigt die Kirche keine Erweiterung der Betriebserlaubnis.“ Dies sei mit dem Träger, dem Bistum Mainz, zu klären.

Für Tauber gehören zu einer familienfreundlichen Stadt mehr als familienpolitische Leistungen und ein gutes Kitaangebot. „Gibt es so etwas wie einen Zusammenhalt im Ort, fühlt man sich da wohl?“, fragte er und verwies auf Programme für Mehrgenerationenhäuser oder die Reform der Pflegeleistungen: „Wir wollen, dass Menschen in der vertrauten Umgebung alt werden.“ Das Elterngeld solle flexibler gemacht werden, besser auf Teilzeitarbeit abgestimmt werden. Ein Hoffnungsschimmer für Bischofsberger angesichts knapper Haushalte: Zur Unterstützung der Kommunen bei der Kinderbetreuung gebe es noch Handlungsbedarf, „da sind wir uns wahrscheinlich einig“, scherzte der CDU-Generalsekretär.

„Wie bringt man Leben in die Dorfkerne“, fragte Hachenburger. „Wir haben teils einen so großen Leerstand, dass Immobilienwerte nicht mehr ermittelt werden können“, zeigte sich Tauber zeigte kritisch. Dies verstärke den Wettbewerb unter den Kommunen. Das Überleben der ländlichen Bereiche werde mit davon abhängen, ob wieder mehr Menschen in Deutschland geboren werden, „wir müssen den Verdichtungstendenzen in den Städten entgegen wirken“

Bischofsberger verwies auf die Sozialstation als Motor des demographischen Wandels. Wir haben eine Dementenbetreuung eingeführt, Fachkräfte hierzu engagiert, bedarfsgerechte Fahrzeuge beschafft. Jetzt werden hauswirtschaftliche Hilfeleistungen etabliert und das Angebot bei entsprechender Nachfrage erweitert. „Mit dem Instrument der Sozialstation können wir Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung halten.“ Neben deren Neubau will Bischofsberger Wohneinheiten mit Betreuungsleistungen für altere Menschen in Weckesheim etablieren. Gespräche mit Betreibern seien bereits auf den Weg gebracht. Probleme sieht er im Leerstand bei Privateigentum. Hier könne die Stadt nur beratend tätig sein, der Gesetzgeber sei bei der energetischen Sanierung solcher Häuser gefragt.

Auch die Bürger kamen zu Wort. Zum Bergwerksee müsse ein Konzept her. Wege würden zugeparkt, der Bereich übermäßig illegal genutzt. Bischofsberger will Fraktionen und Bürger in ein Boot holen, die Stadt könne dies mangels Personal nicht alleine stemmen. „Steht das Thema Biogasanlage wieder auf der Agenda“, wollte Axel Schmitt wissen. Von allen erneuerbaren Energien seien die Biogasanlagen am unwirtschaftlichsten“, argumentierte der Amtsinhaber. Es könne nicht sein, dass ein Investor mitten in die Landschaft eine solche Anlage auf Basis von Subventionen baue. Die damit verbundenen zusätzlichen Verkehrsbewegungen seien für ihn nicht akzeptabel. Seine Prognose: „ In dem Bereich wird nie eine Anlage entstehen, weil sie nicht wirtschaftlich arbeiten kann.“

Foto: Unterstützung für den Amtsinhaber aus Bund, Land und der Nachbarschaft: Staatsministerin Lucia Puttrich, Bertin Bischofsberger, CDU-Stadtverbands-vorsitzender Holger Hachenburger, CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber, Wöllstadts Bürgermeister Adrian Roskoni