Team BBB - WZ vom 20.8.2014

Bertin on Tour in Blofeld:

Dorferneuerung um ein Jahr verlängern



Reichelsheim - Blofeld (hh). Verkehrsberuhigung und Dorferneuerung waren die bestimmenden Themen beim zweiten Bürgergespräch von Bürgermeister Bertin Bischofsberger. "Das Land Hessen hat bereits zweimal die Voraussetzungen für die Förderung geändert", zeigte sich der Rathauschef verärgert. In 2014 erhält die Stadt Reichelsheim keinen Förderbescheid, somit verliere man inklusive des ersten Rumpfjahres fast ein Drittel der ursprünglich anvisierten sechs Jahre, um in Blofeld Projekte anzustoßen. Der Bürgermeister: "Es kann nicht sein, dass Arbeitsgruppen ehrenamtlich Konzepte entwerfen und dann ein komplettes Jahr Sendepause ist."

Auch CDU-Fraktionschef Gustav Ullrich ärgert sich: "Das Startprojekt war der Brunnen, die Pläne sind fertig, wir hatten uns schon auf eine kleine Einweihung gefreut." Bischofsberger will sich daher in Wiesbaden dafür einsetzen, dass die Förderung um ein Jahr verlängert wird. Er lobte die Aktivitäten der Bürger im Dorferneuerungsprozess, die Machbarkeitsstudien zur Umgestaltung der Weed und des Dorftreffs zeugten von großem Engagement.

Der Bürgermeister hatte als Veranstaltungsort bewusst das Dorfgemeinschaftshaus gewählt. Das Gebäude war das erste in städtischem Eigentum, auf dem eine Photovoltaikanlage installiert wurde. "In allen weiteren Häusern, wo dies die Statik zulässt," so Bischofsberger, "haben wir nachgelegt, zusätzlich bei Bürgerhaussanierungen auf energiesparende ökologische Pettetheizungen umgestellt." Reichelsheim habe ohne "großes Tamtam" den Einstieg in die erneuerbaren Energien geschafft." Sein nächstes Ziel: Am neuen Rathaus soll eine Elektrotankstelle für PKW und Fahrräder eingerichtet werden.

Auch sei das Dorfgemeinschaftshaus WLAN-Fähig. Dies gelte mittlerweile für alle Feuerwehrhäuser der Stadt, die Bürgerhauser würden folgen. Seine Zukunftsperspektive: Wer seinen Charakter als familienfreundliche Stadt behalten wollte, müsse in den Glasfaserausbau investieren. Dies werde - neben der Kinderbetreuung - die Kernaufgabe für die kommenden Jahre sein, der Beitritt zur Breitbandgesellschaft Wetterau solle Übertragungsraten von 50 mb/s ermöglichen.

Bischofsberger rief sein Wahlprogramm von 2008 ins Gedächtnis. "Das meiste wurde umgesetzt, Probleme gab es, wenn übergeordnete Behörden am längeren Hebel saßen. So sollten der LKW-Verkehr in der Ortsdurchfahrt begrenzt und Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt werden. "Dies ist nicht befriedigend", deshalb wurde ein Ingenieurbüro eingeschaltet und eine so genannte Blackbox installiert. Diese zeichnet Verkehrsfluss und Geschwindigkeiten auf, mit den Ergebnissen will Bischofsberger die Gespräche mit den Behörden wieder aufnehmen. Auch beim Thema Radwegeverbindung gibt Bischofsberger nicht auf: "Das ist über die Dorferneuerung nicht zu finanzieren, da müssen wir andere Stellen anbohren."

Auch die Bürger kamen zu Wort. Was er gegen Überschwemmungen in der Ortseinfahrt zu tun gedenke. Bischofsberger versprach, die zuständigen Ämter einzuschalten, der Graben könne tiefer und breiter werden. Eltern bemängelten zudem zugeparkte Kreuzungsbereiche. Es soll nun geprüft werden, ob Fahrbahnmarkierungen geeignet sind.
Künftig werde die Stadt sehr genau zwischen Pflichtaufgaben und Wünschen differenzieren müssen. Beides zu erreichen sei ambitioniert, aber möglich. Bestes Beispiel hierfür sei der Lindenlatz, der den Blofeldern ein weiteres Stück Aufenthaltsqualität beschere. Nun würden rund um den Platz Häuser saniert, ein gemütliches Ambiente geschaffen. Bischofsberger abschließend: "Schön wäre, wenn dort noch das eine oder andere Fest gefeiert würde."

Bertin on Tour wird kommenden Samstag fortgesetzt. Dann ist Bischofsberger von 17-19 Uhr im Raabennest Beienheim zu Gast.