Team BBB - WZ vom 27.8.2014

Bertin on Tour in Beienheim:

Bahnhofskonzept, U2-Betreuung und Sanierung der Durchgangsstrasse im Fokus

Reichelsheim - Beienheim (hh). Wie geht es weiter mit der Entwicklung des Bahnhofsgeländes, was tut die Stadt Reichelsheim für die U2-Betreuung, wann wird die Durchgangsstraße saniert? Rund 40 Anwohner waren ins Raabennest gekommen, um mit Bürgermeister Bertin Bischofsberger diese Themen zu diskutieren.

 „Der Erwerb des Bahnhofs resultiert aus einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vor meiner Amtszeit“, erläuterte Bischofsberger. Der Bürgermeister hatte 2013 das Vorkaufsrecht der Stadt für 35.000 Euro ausgeübt. Das Gelände solle nun im Zuge der Bahnhofssanierung weiterentwickelt werden, unterstützte er die im Dorferneuerungsprozess entstandene Idee. Der Umbau der Haltestelle sei in Planung, die Bahn habe sich aber bisher nicht zeitlich festgelegt. Fest stehe nur, dass nach Reichelsheim und Weckesheim der Haltepunkt Beienheim saniert werden soll. Sein Fazit: „Bevor wir nicht wissen, wann das kommt, können wir kein finales Konzept entwickeln.“

Folgekosten wie in Weckesheim will Bischofsberger verhindern, auch dies sei Grund für den Erwerb gewesen. Seine Idee: es könnten zwei Mietwohnungen entstehen, vielleicht finde sich auch ein Kioskbetreiber. „Ich gehe davon aus, dass die Bahn das Stellwerk weiter nutze, hierdurch erziele die Stadt nicht unbeträchtliche Mieteinnahmen. Bischofsberger plädierte für einen Ideenwettbewerb, der den Gesamtbereich einschließe. So könne rechts des Bahnhofs eine Bebauung erfolgen oder Park & Ride Plätze entstehen, wenn die Bahn bereit ist das angrenzende Gelände an die Stadt zu veräußern.

Trotz enger finanzieller Rahmenbedungen skizzierte der Rathauschef Projekte, die er anstoßen wolle oder bereits initiiert habe. „Beienheim wird die zweite Kita sein, die wir U2-tauglich machen“, versprach Bischofsberger, das Angebot an Plätzen für unter Zweijährige solle zu Beginn des Kindergartenjahres 2015 die Nachfrage abdecken. Ob er sein Kind bereits anmelden könne, wollte ein junger Mann wissen, Bischofsbergers Antwort: „Ja.“

Neuigkeiten hatte der Bürgermeister zur Breitbandversorgung. Am 16. September werde die Gesellschafterversammlung der Breitbandbeteiligungsgesellschaft Wetterau GmbH über zwei Ausbauvarianten diskutieren und eine Richtungsentscheidung treffen. Dabei gehe es darum, wie die Leitungen vom Glasfaserring der OVAG, der die Wetterau umspannt zu den städtischen Verteilerkästen gelangt. Bischofsbergers Ziel: mit einer Mindestversorgung von
50 Mb/s im Stadtgebiet auch Anreize für neues Gewerbe zu schaffen.“Wir haben Nachfrage von Dienstleistungsbetrieben, aber ohne Breitband kommen wir da keinen Schritt weiter.“

Bürger fragten nach der Sanierung der Durchgangsstraße, diese sei erheblich Sanierungsbedürftig „wenn LKWs durchfahren, klappert alles.“ Das Land Hessen sei Eigentümer, müsse die Fahrbahnsanierung finanzieren, sagte Bischofsberger. Nur dann könne die Stadt die Bürgersteige erneuern, „alles andere wäre ein Schildbürgersteich.“ Zu den laufenden Planungen erinnerte er: die Bürgersteige sollen auch für die Geschäfte attraktiver, die Kreuzung eingeengt werden, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Eingezeichnete Parkplätze behindern den Anlieferverkehr, kritisiertem ein Teilnehmer, doch Bischofsberger beruhigte: Hier sei noch nichts final entschieden, die Bürger würden in den weiteren Planungsprozess selbstverständlich mit einbezogen, doch: „Das letzte Wort hat das Land.“

Bischofsberger erinnerte an Maßnahmen, die über Investitionszuschüsse von Bund und Land mitfinanziert wurden: Der Friedhof habe sich durch den Neubau der Trauerhalle und das Anlegen der Wege sowie anderen Maßnahmen zum Schmuckstück entwickelt, die Berliner Straße wurde teilsaniert, Bürgertreff und Kita erhalten nun Energie über eine Photovoltaikanlage, zudem sei die Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Leuchten umgestellt worden.

„Wir haben sämtliche bestehenden Bauplätze veräußert, Baugebiete in drei Stadtteilen entwickelt“, schloss Bischofsberger zuversichtlich: Reichelheim werde auch künftig eine interessante Stadt mit guten Verkehrsanbindungen und einer bezahlbaren Kinderbetreuung bleiben. Sein Wunsch: Das Gelände neben dem Nettomarkt zu einem Mischgebiet mit Wohnungen und Geschäften weiterzuentwickeln.

Bertin on Tour wird kommenden Samstag fortgesetzt. Dann steht Bischofsberger von 17-19 Uhr im Weckesheimer Bürgerhaus Rede und Antwort.