Adventskonzert - WZ vom 17.12.2014

Vorwort: Die Wetterauer Zeitung hat die Länge von Artikeln limitiert. Insofern ist dieser Artikel deutlich kürzer als gewohnt. Ich hoffe dennoch, dass das Lesen Spaß macht.

Weihnachtsträume nur vom Applaus unterbrochen

Benefizkonzert von Musikverein Harmonie und Gesangverein Concordia in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena – Viele junge Solisten

„Sie sehen heute besonders viele junge Leute,die Musik machen“ stimmte Harmonie-Vorsitzender Helmut Weitz das Publikum auf ein vielschichtiges Adventskonzert ein. In der Pfarrkirche St. Maria Magdalena mixten nicht nur seine Musiker und die Sänger der Concordia einen vorweihnachtlichen Cocktail aus einfühlsamen Melodien, historischer Adventsliteratur und fetzigen US-Arrangements. Im Altarraum spiegelte sich in erster Linie das komplette Spektrum einer tollen Jugendarbeit in der Chor- und Instrumentalmusik beider Vereine wieder.

So sprach zunächst das Jugendorchester unter Alexander Jerke mit Mood Romantic die romantische Seele des Publikums an, um dann bei Michael Jacksons Heal the world mit lebendigen Klarinetten- und Flötenparts und einem vom tiefen Blech getragenen Schlussteil Bigband- Atmosphäre zu verbreiten. Yvonne Adelmann versteht es, auch kleine Sänger zu begeistern. Deren aufmunternde Art fand wie beim dreisprachigen Weihnachtswunsch Feliz Navidad viel Applaus. Mit Bravour meisterten auch zwei Blockflötengruppen ihre Parts. Voller Wärme und schlafwandlerischer Sicherheit trug nun der junge Chor B.o.B. Christina Aguileras zeitloses Say Something vor, im Publikum machte sich Gänsehautfeeling breit.

Andreas Schmidt motivierte die Harmonie zu einer tonmalerischen Schlittenfahrt. Rhythmisch pointiert befeuerten die Musiker bei Pferdegetrappel und Glöckchenläuten die Vorstellung einer charmanten Winterreise. Gut dossiert setzte das Schlagzeug eigene Akzente, bevor herzerfrischende Weihnachtslieder modern interpretiert erklangen. Im getragenen Andante, einer durch wachsende Dynamik bestimmte Melodienführung mit ineinandergreifenden Soli startete nun eine instrumentale Wanderung ins mystische schottische Moorland. Als harmonische Weihnachtsfantasie im Zusammenspiel einzelner Register entpuppte sich schließlich Cinderellas Dance. Die zum Träumen rührende Melodie besticht durch einen atypischen Rhythmus und strahlt durch Holzbläser und alternierende fröhliche und beschauliche Passagen adventliche Ruhe aus. Zeitlos und immer wieder gerne gespielt: White Christmas in einem klangfarbenfrohen Saxophonsatz.

Ein hervorragendes Zusammenspiel der Stimmen und viel Rhythmusgefühl bewies die Concordia. Mit beliebten Gospels oder prächtigen Chorsätzen erfuhr die Atmosphäre der heiligen Nacht vielfältige Interpretationen. Ob A-Capella oder Klavierbegleitung, die Sänger arbeiteten die Dynamik der Stücke präzise heraus und erwiesen sich auch in der englischen Chorliteratur stilsicher.

Mitreißend das populäre Arrangement Denn es ist Weihnachtszeit. Bei der eleganten Stimmenführung von Axel Finkeldey und Maren Guckelsberger lehnte sich der Chor diszipliniert zurück und lies die Solisten gekonnt zur Geltung kommen. „Schön, wie sich die einzelnen Stimmen auffächern und einen homogenen Klang mit den Alt- und Tenormotiven bilden“, freute freute sich Tobias Lipka über das folgende Weihnachtswiegenlied. Mit dem rhythmisch-sakralen Quodlibet Night of Silence schlossen Kinderchor, junger Chor und Concordia das Konzert gemeinsam.

Bildtext:

Starker Auftritt: Die Concordia mit den beiden Solisten Maren Guckelsberger (Alt) und Axel Finkeldey (Bariton) beim Arrangement „Denn es ist Weihnachtszeit“

Der Kinderchor der Concordia übermittelte die Weihnachtsgrüße gleich mehrsprachig