Freitag, 25. November - Douala

Vier zu vier

Wer in Afrika Geld hat, zeigt das meist durch oberflächliche Statussymbole, während es hinter den Kulissen oft marode ist. Das genau beschreibt Douala. Dicke Mercedes oder selbst Ferraris auf den Straßen und hinter den Kulissen nix. Höchste Zeit aus der Stadt zu flüchten.

Ziel heute sind die Städte Edea und Marienberg. Letzteres soll angeblich noch eine Infrastruktur aus der deutschen Kolonialzeit haben, zudem hat sich hier ein Schimpansenreservat angesiedelt. Und eine Bootsfahrt sollte es auch noch geben. Wie gesagt - sollte. Doch die Realität sah mal wieder anders aus.

Die 80 Kilometer bis Edea sind auf der guten Straße schnell zurück gelegt. Doch dann folgen 13 Kilometer Buckelpiste. Im Gegensatz zum Norden muss man hier aber den Staub nicht kiloweise schlucken. Kurz nach der Regenzeit ist die Piste ein einziges Meer aus Schlamm und damit unpassierbar. Erste Warnungen werden noch geflissentlich ignoriert, wir wühlen uns mit unserem Kleinbus durch den metertiefen und schmierig-glitschigen Schlamm. Als dann aber zwei LKWs aus entgegen kommender Richtung im Morast stecken bleiben und ohne den jeweils anderen schon längst quer liegen würden ist Schluss. Da die Straße ohnehin versperrt ist machen wir kehrt und fahren verdreckt bis an die Knie zurück nach Douala.

Und wie verbringt man einen Tag in Douala. Am besten gleich ins Bett legen. Vorher bin ich noch zum Kunstmarkt und habe tatsächlich afrikanische Masken gekauft. Aus den beiden die ich wollte, sind dann vier geworden, die Afrikaner sind eben doch echte Verkäufer. Lustiger war aber dann das Bier danach. In Kamerun wird doch viel getrunken...

Bier oder sonstiges sollte man hier sowieso in den Shops (Jackie Bar zum Beispiel) auf der Straße trinken. Erstens findet man immer Gesellschaft und kann sich gemütlich auf einen Plastikstuhl auf den Bürgersteig setzen. Die Leute und die Bedienung sind freundlich und man erlebt ein authentisches Afrika.

In den Hotels hingegen ist es als doppelt so teuer und das Personal ist stinkefaul. Besonders von dem so genannten deutschen Seemannsheim bin ich in dieser Hinsicht sehr enttäuscht. Einfach großen Bogen drum machen.

Den Nachmittag habe ich übrigens vorm Fernseher verbracht. Als ich ins Hotel kam, sah ich Dortmund gegen Schalke 4 zu 0 führen. Nach 25 Minuten. Am Ende stand's 4 zu 4. Bei soviel Blödheit - und ich bin in der Beziehung ja ein gebranntes Kind - muss man Schalke einfach gratulieren.

P.S.: Auf den Überlandbussen findet man oft die Lackierung Wifi. Hurra für die Internet Junkies. Nur im Bus gibt's dann kein Wifi. Warum? Die Lackierung ist noch aus Europa.