Wochenende, 8. und 9. Oktober - Paris 

Paris - mon amour?

Good bye Niger, welcome Paris. Der Abschied von der Sahelzone fällt leicht, endlich keine 40+ Grade mehr. Auch glaube ich so gut wie alles was es zu sehen gibt, in diesem Land gesehen zu haben inklusive einiger Highlights, die sonst kein Tourist zu sehen bekommt: Das Gerewol in der Wüste und das Neujahrsfest in Agadez. Am letzten Abend in Niamey haben dann die Mücken doch nochmals ganze Arbeit geleistet und es frei nach dem Motto „jeder Stich ein Treffer“ besonders auf meine Beine abgesehen. Bleibt zu hoffen, dass demnächst nicht eine größere Malaria ins Haus steht.

Vom 5-Stundenflug nach Partis habe ich nichts mitbekommen, außer dass mir die Stewardess der Air France Rotwein auf meinen Pulli gekippt hat. Dass ich angesichts der tropischen Temperaturen im Niger außer eben diesem Pulli nichts für derzeitige europäische Verhältnisse an Klamotten mitgebracht hatte, machte die Sache dann nicht ganz so spaßig – konnte ich in Paris dann erstmal einkaufen gehen.

Das freundliche "au revoir" beim Verlassen des Flugzeugs nutzte da auch nichts mehr. Überhaupt Aéroport Paris-Charles-de-Gaulle. Wer diesen Flughafen geplant hat, dem sollte man die Lizenz entziehen. Das Gelände ist Gigantomanie in Reinkultur. Vollkommen unübersichtlich, die Terminals weit, weit auseinander. Wer da nicht viel Zeit einplant, der hat schon bei der Fahrt zu Flughafen verloren. Mit dem Roissy Bus fahre ich dann morgens um 6 Uhr in die Innenstadt.

Eigentlich schreibe ich keine Blogs von innereuropäischen Stoppovers, deshalb fasse ich die letzten beiden Tage in Paris auch nur kurz zusammen. Angesichts horrender Preise ist die französische Hauptstadt auch nicht sonderlich attraktiv für mich. 7 Euro das Bier – mehr muss ich nicht sagen. Insofern habe ich mich auf die bekannten Attraktionen konzentriert.

Der erste Eindruck sorgte freilich für Verwirrung, denn ich sehe fast ausschließlich dunkelhäutige Gesichter. Zwickt's mich - nein, ich bin nicht mehr in Afrika, sondern mitten in Paris. Es wimmelt von Immigranten, überwiegend aus Afrika und Asien.

Nach einem kurzen Abstecher ins Getümmel der um dem Montmartre herum zur Sacré-Ceur geht’s ins noch größere Getümmel auf dem ältesten Pariser Flohmarkt am Porte de Clignancourt. Über 2000 Händler feilschen hier um vieles, was das Herz begehrt aber der Geldbeutel verwehrt. Auf dem riesigen Kleidermarkt dominieren Schwarz- und Nordafrikaner, der Antiquitätenmarkt ist überwiegend den Franzosen vorbehalten. Dank der Kombination von Ramsch, astronomischen Preisen und Gepäckbegrenzung, überstand ich diesen Event ohne nennenswerte Ausgaben.

In Montmartre sucht man nicht lange nach einer passenden Kneipe, an jeder Ecke und auch zwischendrin findet man Pubs und sonstige Lustigkeiten. Trotzdem: der erste Abend endet relativ früh im Bett und ich habe ja noch den Sonntag.

Denn was wäre Parish ohne seine Monumente, den Louvre, den Eiffelturm, Notre Dame und Champs Elyées, das Quartier Latin und die Gegend um Les Halles und das Centre Pompidou. Immer wieder französische Musik an allen Ecken und Enden laden zwar nicht zum Verweilen, aber doch zum Zuhören ein. Ich tapse das Pflichtprogramm weitgehend ab, wobei mir natürlich auch das perfekt ausgebaute Metro-Netz hilft.

„Paris – mon amour“ steht auf vielen Souvenierartikeln. Nun ja – ich denke, Paris hat größere Liebhaber als mich.

Fotos aus Paris