Montag, 23. November - Scarborough / Tobago

Strandurlaub Quickie

Heute mache ich das, wofür andere ganze drei Wochen investieren, nämlich Badeurlaub. Für dreißig Stunden habe ich mich auf die Ferieninsel Tobago einquartiert. Zweieinhalb Stunden braucht die Fähre nach Scarborough, der kleinen Hauptstadt der Insel. Im Gegensatz zu vielen Karibikinseln leben die Trinidadis und Tobagoans nicht vom Tourismus alleine und so findet man statt nerviger Betonburgen nur kleine Pensionen rund um die Insel.

Auf dem Weg ins Hotel gewinne ich einen ersten Eindruck von Scarborough. Wie für karibische Hauptstädte üblich, war hier zum Vormittag volles Gewusel: Markt-Treiben, Verkehrskollaps, alle Geschäfte geöffnet und dazu legte auch gerade ein Kreuzfahrtschiff der TUI an. Touristenalarm oder wie es einst mein Freund Willy im kolumbianischen Cartagena formulierte: Silberkopfinvasion.

Den Rest kann man geflissentlich ignorieren bis auf die Tatsache, dass hier schon um die Mittagszeit die Einheimischen in unterkühlten, dunklen Kaschemmen sitzen und ebenso kühles Bier in sich hinein schütten. Der Vorteil: Bier kann hier nicht warm werden.

In Bacolet finde ich neben meiner schönen Herberge einen schönen Strand in einer schönen Bucht. Nach 30 Minuten im schön warmen Wasser wird es mir schön langweilig und ich gehe in die schöne Strandbar. Schön teuer, denke ich mir und verkrümele mich nach weiteren 30 Minuten. Soviel zum Thema Strandurlaub - ein Quickie am Beach.

Ich nehme mir ein Taxi und düse die 15 Kilometer zum Crown Point. Vorher hatte ich allerdings noch ein Vergnügen, wohingegen einem in Deutschland bei selbiger Aktion eher die Tränen kommen: TANKEN! Hier ist der Sprit so günstig, dass selbst Wasser teurer ist. Ganze 18 US-Cent kostet der Liter Diesel, beim Normalbenzin ist man schon mit wucherartigen 32 US-Cent pro Liter dabei. Zum Vergleich: Trinkwasser in der Ein-Liter-Flasche kostet ca. 45 US-Cent pro Liter, ist also zweieinhalb Mal so teuer wie Diesel. Was für Verhältnisse …

Nach diesem ernüchternden Erlebnis fuhren wir direkt nach Crown Point, um dann zum Pigeon Point, dem bekanntesten Strand Tobagos, zu kommen. Gegen Abend komme ich auch das erste mal zu einem vernünftigen Cuba Libre. Hier ist Karibik pur, Palmen, weißer Strand, grünes Wasser, kleine Bars etc. etc. Ich probiere es genau in dieser Reihenfolge aus und muss auch hier wieder feststellen, der letzte Punkt war der beste.

Die eher wenigen Touristen kommen aus Deutschland, Japan und den USA, ich werde vorzugsweise für einen Holländer, Kanadier oder sonst einen Blödsinn gehalten. Kenneth kommt aus Ottawa und erholt sich hier ganze zwei Wochen. Jeden Tag das gleiche und jeden Abend die gleiche Beachbar. Was ihn daran fasziniert, frage ich. Die Antwort: Das vertraute Ambiente. Ich mache jetzt künftig Urlaub im Germanenkrug!

P.S.: Morgens um 5.30 Uhr im Ferry Terminal. Auf den Flatscreens läuft Fußball. Und was? Eintracht gegen Leverkusen. Oder wie die Trinidadis sagen: Nur die SGE! Lg an H1.