Donnerstag, 12. November - Iles des Salutes

Sex, drugs and rock`n roll 

Vor der Küste Kourous, keine 25 km vom modernen Raum-fahrtzentrum entfernt, gerät man unversehens wieder ins tiefste Mittelalter zurück und das hier erst 1946 endete. Gemeint sind die Illes du Salut, die als Straflager berüchtigt Verbannungsort tausender unliebsamer Franzosen waren. Während ich auf Facebook Posts erhalte, wie schön es doch hier sei, erlebten die seinerzeitigen Insassen dort vermutlich die Hölle, bevor sie durch die Guillotine hingerichtet wurden. Eigentlich sind es drei Inseln, die man besuchen kann, ich entscheide mich nur für eine - die berüchtigte Teufelsinsel.

Nach einigem Hin und Her, was vermutlich meinen nicht vorhandenen Sprachkenntnissen geschuldet ist, ergattere ich ein Ticket für die Überfahrt. Früh morgens geht es dann auch mit einem Katamaran auf die neunzigminütige Reise. Vorne war eine Art Trampolin gespannt, wo man der Sonne frönen konnte. Und ohne lange zu überlegen, mache ich es mir gemütlich.

Es ist tropisch-feucht-heiss, mein Interesse an der Insel sinkt eigentlich mit jeder Minute auf dem Wasser. Karibisches Flair, karibische Musik, wer will da auf eine Insel und sich mit dem, was früher leider üblich war, herumärgern. Und was gibt es zu sehen? Erst mal alte, dicke Gefängnismauern.Durch einen Torbogen betritt man die ehemalige ,Welt der Verlorenen‘. Mehrstöckige Gebäude mit vergitterten Fenstern, eingefallene Dächer mit Giebeln. Und schließlich das "Quartier de la Réclusion", der Block der lebenden Toten. Das sind die zum Tode Verurteilten. Modrige Zellen und schaurige Geschichten. Da mussten die Gefangenen das ins Brunnenwasser geflossene Blut der gerade guillotinieren Herrschaften trinken.

Nebenan hört man die Brüllaffen und das Krächzen von Papageien. Das Ambiente lässt immerhin nichts zu wünschen übrig. Nach einer kleinen Wanderung setze ich mich ins Restaurant. Die hier sitzenden Franzosen haben bereits reichlich einen intus und prosten sich zu. An sich nichts ungewöhnliches. Doch dann wird es spannend, als einem der Franzosen ein sich auf den Mauerresten tummelnden Leguan in die Suppe fällt. Gut – Geckosuppe stand zwar nicht auf der Karte. Aber die von der Fremdenlegion gestellte Security lacht sich sichtlich kaputt, während der frisch geduschte Leguan das Weite suchte.

Die Rückfahrt kann leider mangels verfügbarer Erinnerung nicht mehr so ganz nachvollzogen werden. Auf dem Katamaran floss der Rum in Strömen und  eigentlich kann ich mich nur noch eine Geschichte einer Holländerin erinnern. Immerhin ging es um prickelnde Themen; Sex, Drugs and Rock`n Roll. Doch davon morgen mehr. &

Na gut, denn doch noch heute. In Suriname gibt es Schmetterlinge, die leben nur 18 Tage. In dieser Zeit trinken sie etwa das 50-fache was sie vertragen können. Irgendwelche Blütenpollen, die anscheinend alkoholisieren. In dem Zustand fallen sie dann über ein Weibchen her und beglücken dies dann 48 Stunden durchgehend. Wenn das dann geklqappt hat, wird bis zum Tode getanzt. Wie gesagt - Sex, Drugs & Rock``n Roll ...

P.S.: Vom Musikverein kommt die Bitte, doch noch was über das Schlachtfest vom vergangenen Samstag zu schreiben. In der Betreffzeile steht SchlachtTest. Die Sau möchte ich sehen, die sich freiwillig einem solchen Test unterzieht. Lg an H1!