Little Italy

Samstag, Sonntag, 8. und 9. März - Asmara

Asmara ist eine eher arme Stadt im Vergleich zu anderen Städten“ - mit diesem für mich überraschenden Statement geht der erste Tag in Eritrea und damit der Hauptstadt Asmara zu Ende.

Asmara hat zweifellos italienisches Flair, zumindest den einer italienischen Kleinstadt. Was den Malegassen die Franzosen oder den Tansaniern die Engländer - jede Kolonialmacht hat in Afrika ihre Spuren hinterlassen. Und so komme ich erstmals in ein Land, das sich die Italiener einst unter den Nagel rissen. Und viele davon gibt es nun nicht. Libyen, der Norden von Somalia und eben Eritrea.


Trotz der Beschaulichkeit und auch im Kontrast zu anderen afrikanischen Städten beeindruckenden Sauberkeit sollte man eines nicht vergessen. Das Land spielt in einer Liga mit den schlimmsten Verbrechern dieser Welt: Eritrea gesellt sich anstandslos zu Libyen, Nordkorea, Sudan und Somalia. 

 
Technologisch steht das Land eher auf einer Stufe wie Dorn-Assenheim. Keine Geldautomaten oder funktionierendes WLAN. Das führt schon dazu, dass man sich nach der Landung auf dem Flughafen von Asmara quasi als Freiwild für Schurken jeglicher Gesinnung wieder findet. Denn sämtliche Ausgaben sind mangels elektronischer Alternativen in Cash zu begleichen. Und so hat natürlich derjenige die größten Barmittel in der Tasche, der gerade aus dem Flieger aussteigt.
 
Nachts um halb drei lande ich nach rund 4 Stunden mit einem Zwischenstopp in Kairo. Der Flughafen hat eine Schlaglochpiste zum Wachwerden und eine chaotische Passkontrolle. Ich werde von Pontius zu Pilatus geschickt, zwischenzeitlich reißt man mir den Pass ohne Angabe von Gründen aus der Hand und verschwindet in einem Büro. Ich verstehe quasi nichts und lasse das ganze über mich ergehen. Zumindest werden keine doofen Fragen gestellt und ich muss eigentlich nur meinen Pass im Auge halten. Im Flughafen findet sich auch keine Möglichkeit zum Geld tauschen. Dafür gibt’s einen Duty Free Shop, der wie Lidl sortiert ist. Überall Kartons und den größten Teil macht die Ladung aus Holland aus. Heineken Dosenbier bis zum Abwinken. 
 
Und was habe ich heute gemacht? 1889 wurde Asmara zur Hauptstadt der italienischen Eritrea Kolonie ernannt und begann schnell zu wachsen. Es ist unmöglich, heute in den Straßen herumzulaufen und kein altes, italienisches Gebäude zu sehen. Zunächst wundert mich allerdings, warum es hier vergleichsweise kalt ist, insbesondere nachts. Des Rätsels Lösung: Asmara liegt im eritreischen Hochland auf einer Höhe von 2.325 Metern.

Es gibt gefühlt nur eine Handvoll Autos in den Straßen, daher kann man einfach auf die Wenigen Boulevards gehen und Fotos noch und nöcher machen, ohne Angst vor dem Verkehr zu haben. Wenn ein oder zwei Autos kommen, sind die Fahrer  so höflich und warten, so daß man seine Fotosession beenden kann. Das zumindest sind sie den Italienern voraus.

In Asmara findet man nicht viele Sehenswürdigkeiten, die bekannteste ist der alte Panzer-Friedhof oder nennen wir es eher Schrottplatz und eine ausrangierte Fiat-Tankstelle aus dem Jahr 1939. Viele der zahlreichen italienischen Kinos oder auch die Oper zeigen heutzutage an den Wochenenden englische oder spanische Fußballspiele. 
Als ich in die Oper komme erscheint auf der Bühne die Werbung des hiesigen Sky Senders: Montag Frankfurt gegen Düsseldorf, 23 Uhr Mekka Zeit. Wenn ich jetzt wüsste, wann da der Anstoß nach Nicht-Mekka-Zeit ist. 
Egal es ist Samstag und ich mache das, was die Leute hier alle machen. Nämlich Fußball gucken und dabei ein Asmara Bier trinken. Wohl bekomm‘s. 
P.S.: Wenn man das tägliche Leben von Asmara entdecken möchte, besucht man den lokalen Markt. Nur sollte man sich dabei nicht doof geben als unbedingt nötig. An einem Stand sehe ich schöne geflochtene Hüte. Als Tourist setzt man einen natürlich auf und macht sich nun mal für einen kurzen Augenblick zum Affen. Während ich da allerdings an ein kleines Schimpansen-Äffchen dachte, muss ich mich zum King Kong von Asmara gemacht haben. Denn der Hut, den ich auf dem Kopf hatte war - der Deckel von einem eritreischen Kochtopf. 


Samstag, Sonntag, 8. und 9. März

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Samstag / Sonntag, 8. / 9. März - Asmara

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Es ist ur eine

P.S.: