| Weltjugendtag Sydney: Erlebnisbericht - WZ vom 02.08.2008 |
Erst Krokodilfarm, dann Papst Benedikt
Stefanie Schuch reist zum Weltjugendtag nach Sydney – Dreiwöchige Exkursionen mit 110 Jugendlichen des Bistums Mainz
Kängurus, Koalas und Krokodile gibt es in Australien reichlich zu bestaunen. Doch der eigentliche Grund, warum sich Stefanie Schuch auf die Reise zum anderen Ende der Welt begab, war der katholische Weltjugendtag in Sydney. Die Idee dazu war spontan beim letzten Weltjugendtag in Köln entstanden. Begeistert vom internationalen Flair, sagte sie sich: „Das ist eine Chance, da kommst Du so schnell nicht mehr hin.“ Alle drei Jahre findet das Ereignis statt, das Jugendliche aus der ganzen Welt zusammenbringt. Drei Wochen war die 18-jährige mit 110 Jugendlichen des Bistums unterwegs , wurde von Kardinal Lehmann am Flughafen verabschiedet und fasst nun Ihre vielfältigen Eindrücke zusammen.
Vor dem eigentlichen Start stand die Erkundung des Kontinents und der Kontakt mit den Einheimischen auf dem Programm. Eine ganze Woche tourt Stefanie durch die Northern Territories und deren Hauptstadt Darwin. Die Attraktionen hier sind so verschieden, wie die Landschaften. Es gibt Aboriginal Kunstgalerien, Wildtierparks und Wasserfälle. Besonders der Kakadu Nationalpark hatte es in sich, hier erfährt man viel über die Aborigines-Kultur mit seinen Felsmalereien wie der Nourlangie und dem Ubirr Felsen. Hier führen die Aborigines noch immer ihren traditionellen Lebensstil.
Nach ersten vorsichtigen Annäherungen an Kängurus und Krokodile folgt eine Woche der religiösen Begegnung. In Humpty Doo, einem Ort im Outback Australiens ist Sie in einer Familie untergebracht. Der nächste Nachbar wohnt schon etwas weiter weg. „Etwa 15 Minuten mit dem Auto, mal eben schnell Zucker holen klappt da nicht”, staunt Stefanie, und der Schulunterricht findet hier am Heim-PC und per Web Cam statt. Die Woche selbst ist geprägt von vielfältigen Angeboten an kulturellen, spirituellen oder sozialen Aktivitäten.
Nach zwei aufregenden Woche geht es nach Sydney . Die Stadt selbst steht Kopf. Flaggenmeere, Menschenschwärme und Rucksackmassen so weit das Auge reicht. Es herrscht Weltjugendtagsflair: frohe Gesichter, freudige Gesänge, beste Stimmung. „Der Eröffnungsgottesdienst war das Highlight, es war eine farbenfrohen Messe. Viele hatten die Fahnen ihrer Heimatländer bei sich. Aborigines führten traditionelle Tänze und Musikstücke auf, da haben wir selbst bis in die Nacht hinein getanzt“, schwärmt Stefanie.
Am Donnerstag heißt es dann, der Papst kommt. Begleitet von 13 Booten zog Benedikt XVI. per Schiff am berühmten Opernhaus von Sydney vorbei. „Es war eine Riesenstimmung und wir kamen ihm richtig nahe.“ Schon Stunden zuvor wartete man in Bangaroo am Hafenufer. Das Gelände heißt im Volksmund Hungermeile. „Hungern mussten wir hier nicht, aber es war kalt im australischen Winter. So kalt, dass ich mir gleich mehrere Pullis überziehen musste.
Am Freitag verfolgen wir den Kreuzweg durch ganz Sydney. „Zum Glück stehen wir direkt vor der Oper und können so alles vor einer schönen Kulisse verfolgen”, ist Stefanie beeindruckt. Auf dem Opernplatz werden zwei Stationen des Kreuzweges nachgestellt, der Rest kann auf einer Leinwand verfolgt werden. Der kommende Morgen beginnt mit einem 9 km langen Pilgerzug über die Harbour Bridge zur Pferderennbahn Randwick. Hier soll die nächste Nacht und die Abschlussmesse erlebt werden. Voll bepackt mit Rucksack, Isomatte und Schlafsack geht es los. Jetzt noch schnell den richtigen Platz suchen und das Lager für die Nacht kann errichtet werden. Lange dauert es nicht, bis das Feld voller Pilger ist. Oft kommen Jugendliche aus anderen Ländern, besonders die Australier und Italiener sorgten für eine lockere Atmosphäre „Es ist einfach klasse, mitzuerleben, wie viele verschiedene Nationen hier aufeinander treffen”
Der Abend kommt und das ganze Feld erstrahlt während der Vigil im Kerzenschein. Passend zum Rhythmus der Jugendtagshymne wird noch lange wird getanzt, gesungen und auch gelacht, bis die Letzten in ihren Schlafsäcken verschwinden. „Es ist schon etwas Spezielles, mit gut 400.000 Jugendlichen um einen herum aufzustehen, auch das macht den Weltjugendtag so einzigartig.“
Sonntag: Um 9 Uhr kommt das Gute von oben. Nein, kein Regen, sondern Papst Benedikt kreist im Helikopter über Randwick. Im Papamobil nimmt er noch für zwei Runden ein Bad in der Menge, bevor der große Abschlussgottesdienst beginnt. „Ich hätte etwas mehr Schwung erwartet“, fasst Stefanie die Messe zusammen, doch für Sie waren die Tage am anderen Ende der Welt ein unvergessliches Erlebnis. Und als bekannt wird, dass der nächste Weltjugendtag in Madrid sein wird, ist für sie sofort klar: „Wir sehen uns in drei Jahren in Spanien!”

>> DIE BILDER SIND LEIDER DURCH DIE HOHE AUFLÖSUNG NICHT AUF EINE VERNÜNFTIGE INTERNETGRÖSSE ZU FORMATIEREN <<
Bildtext:
Foto 1: Vor der Oper, dem Wahrzeichen Sydneys: Stefanie Schuch im Weltjugendtags-Outfit
Foto 2: Die Innenstadt hat sich in eine gigantische Bühne verwandelt: Schauspieler setzten während des Kreuzwegs die letzten Stunden Jesu Christi in Szene