| Weiberfasstnacht - WZ vom 24.05.2007 |
Vom „Holzgeorg“ und dem neuen Babba eines Stammtischbruders
Bei der Weiberfastnacht ging’s den Männern kräftig an den Kragen – Ortsgeschehen ausführlich glossiert
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Klein aber fein“ - so hat sich die Dorn-Assenheimer Weiberfastnacht in ihrer nunmehr zweiten Auflage etabliert. Fest in Frauenhand steuerte das Narrenschiff in die heiße Phase der närrischen Kampagne, auch wenn sich der eine oder andere Herr der Schöpfung mit Perücke und Kostüm bestückt unter die feierlustigen Damen schummeln konnte. TSV-Vize Arminia Winkler wurde kurzerhand zum Lakai der Sitzungspräsidentin Ruth Schütz degradiert und sah sich blitzartig in der Verteilerrolle von Orden und Hochprozentiger Wegzehrung. Schütz hatte mit einer pointensicheren Moderation immer die Lacher auf ihrer Seite und so gelobte das Publikum gleich ausgelassene Fröhlichkeit, was bei der Auswahl an Büttenreden, Sketchen und musikalischen Darbietungen auch kein Problem war. Für Partystimmung sorgte einmal mehr DJ „Steini“ Petri, der mit seinem Hitmix das Publikum bei närrischer Laune hielt.
Den Reigen der Wortakrobaten eröffnete Gabi Ess, die zunächst einmal ihre Gewichtsprobleme zu meistern hatte. Trotz Fan von „Fit and Fun“ laborierte sie an Dauermigräne und Morbus Scheuermann, auch eine Matratzenparty verschaffte keine Besserung. Als Glücksgriff erwies sich jedoch eine Elektromatratze, die unter Zugabe von Wasser ihrem Göttergatten jede Lust and nächtlichen Bettaktivitäten nahm. Vom großen und kleinen Ortsgeschehen wussten die beiden Babbelweiber Barbara Rack und Monika Weitz zu berichten. Besondern den „Holzgeorg“ hatten sie auf dem Kieker, fackelte der doch im vergangenen Jahr ein Schwedenfeuer ab, das wohl bis nach Skandinavien sichtbar war und besagtes Multifeuertalent eröffnete nur wenig später diverse örtliche Räucherkammern. Probleme hatten auch die heimischen Hundebesitzer per Fahrrad, wenn nämlich deren Vierbeiner die Marschrichtung bestimmen und so mancher morgendliche Ausflug geradewegs in den feuchten Anglerteich ging.
„Ein bisschen Spaß muss sein“ dachte sich Reiner Treusch und brachte als Roberto Blanko nicht nur die Damenwelt aus dem Häuschen. Das war nach dem Geschmack des Publikums und Zugaben waren sicher. Nun hieß es Schwitzen im Sportlerheim, denn auch in der Sauna lässt es sich vortrefflich schwatzen. Textsicher untermalten Thessa Nebel und Armin Winkler ihren Vortrag auch gesanglich und erzählten vom Ausflug des Stammtisches nach Bad Nauheim, der zumindest für den „Schafess“ in bleibender Erinnerung sein dürfte, erhielt er doch kurzerhand einen neuen Babba und eine neue Mamma. Warum die Sauna eigentlich Sauna heißt, fragten beide und wussten die Antwort: Schließlich sei man dort doch Sau-Nah. Mit süffisanten Geschichten duellierten sich Eckhard und Sigi Bommersheim und räumten erstmal mit allerlei Eheklischees auf. Künftig solle der Wonneproppen von Gatten doch selbst anpacken, was dieser letztlich vergeblich zu verhindern hoffte.
Hoch her ging es dann auf der Bühne. Der Frauenstammtisch präsentierten sich ganz in Pink und einmal mehr ein echtes Faschingserlebnis. Als lustige Komposition von Tanz, Musik und Kostüm legte ein Prachtexemplar von Eber mit seinen Schweinemädels plus Hirtin einen flotten Tango aufs Parkett. Als dann beim Viva Colonia die Masken fielen, hatte Lakai Arminia alle Hände voll zu tun, neben Orden auch noch das eine oder andere Küsschen zu verteilen.
Als Bombenputzfrau kehrte Holger Hachenburger einige Neuigkeiten hervor. Die Eva, also die erste Frau, entstand ja bekanntlich aus einer Rippe, woraus er folgerte, „die Weiber seinen doch nur ein Kotelett, was schwätze kann.“ Auch vom Sommermärchen wusste er zu berichten, hätte sich aber gefreut, wenn die Saudis nach Dorn-Assenheim gekommen wären, schließlich gäbe es dort doch auch einen Riad. Nachdem die Probleme von Landwirt Heribert mit seinem Zuchtbullen genauestens unter die Lupe genommen wurden widmete er sich den örtlichen Junggesellen. Auch die zur Zeit etwas gebeutelten Bayernfans fanden sich flugs im Kakao wieder und letztendlich lüftete sich das Geheimnis, warum Vereinwirt Addi neuerdings statt einem Verdauungsschnaps Nüsse zu den Mahlzeiten serviert
Eine geballte Ladung musikalischen Pfeffer hatten Marc Oliver Schütz, Lars Kempf, Daniel Kuhl und Stefan Schneider im Hintern. Schliesslich sollte dieser stilgerecht im eingezwängten Pinguinkostüm wackeln. Mit dem Remix "Let's move", ein Partyhit aus dem Film Madagascar versprühten sie die Abenteuerlust, welche die vier Ausreißer aus dem New Yorker Zoo bei ihrem Trip auf den schwarzen Kontinent erlebten. Die letzte Runde auf dem Karussell des Frohsinns leitete die schwatzfreudige Männerrechtlerin Ruth Schütz ein. Einmal mehr stellte sie die männlichen Geschöpfe an den Pranger weiblicher Spitzfindigkeiten. So versprach sie den Männern alle Rechte, vom Betten machen übers Kochen und Putzen. Zum Ausgleich brauchen die so Geplagten dann auch nicht mehr in die Kneipe zu gehen. Den Schlusspunkt setzte schließlich Gottlieb Wendehals alias Rainer Treusch mit einer nicht mehr endenden Polonaise, bevor die närrischen Weiber in eine lange Nacht entlassen wurden, zu der bis in die frühen Morgenstunden noch eifrig getanzt wurde.
Bildtext:
Bild 1) Legten einen Schweinetango aufs Parkett: Der Frauenstammtisch, zugleich Organisator der Veranstaltung
Bild 2) Amüsierten sich übers Ortsgeschehen: Monika Weitz und Barbara Rack
Bild 3) Hatten viel Spass beim Saunen: Armin Winkler und Thessa Nebel