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Sternsingeraktion - WZ vom 09.01.2008
„Könige aus dem Morgenland“ bauen Brücken in die Dritte Welt
Kaspar, Melchior und Balthasar bringen nicht nur Segen -- Sternsingeraktion in St. Maria Magdalena erzielt 3020 Euro
Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) “Ihr habt eure Sache großartig gemacht”, freute sich Pfarrer Dr. Ferdinand Ogbuehi über die mehr als zwanzig Kaspers, Melchiors und Balthasars während des Gottesdienstes zum Fest der Drei Heiligen Könige. Mit ihren bunten Kleidern, goldenen Kronen und natürlich dem wegweisenden Stern zogen sie in die Pfarrkiche, sangen und zitierten Textpassagen aus der Geschichte derer, die einst mit Gold, Weihrauch und Myrrhe dem Stern von Bethlehem folgten. Schon in den Tagen vor dem 6. Januar waren die Sternsinger mit ihren Betreuern Karin Würz, Hildegard Kuhl, Marion Schroeder, Ilse Ludwig-Steinborn, Christian Reinelt, Isabel Anhäuser und Karin Boehnisch in Dorn-Assenheim, Reichelsheim, Bauernheim und Weckesheim unterwegs und mit großem Spaß dabei. Aber auch die Bevölkerung hat sich von der Begeisterung für die gute Sache wieder anstecken lassen und großzügig gespendet: Die Sternsinger sind mit über 3000 Euro heimgekehrt.
Ungezählte Male schrieben sie mit Kreide das Zeichen „20+C+M+B+08“ über die Türen. Es ist die Abkürzung für Christus Mansionem Benedicat, zu deutsch: "Christus segne dieses Haus". Dabei wird kräftig gesungen und so erschallt es in den Strassen und Häusern „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ oder für den Zuhörer ungewohnt lateinisch wie beim „Psalite“ oder dem „Gloria in Excelsis Deo.“ Auch eine Gruppe Erwachsener geht alljährlich mit auf Tour. Sie wurden genauso herzlich willkommen geheißen und manchenorts gleich selbst mit der einen oder anderen Kleinigkeit beschenkt. Auch ließ es sich so mancher der Besuchten nicht nehmen, die ins Ohr gehenden Melodien gleich im richtigen Rhythmus mitzusingen.
Doch Kaspar, Melchior und Balthasar bringen nicht nur Segen. „Mit dem Leitwort „Sternsinger für die Eine Welt!“ übernehmen die Beteiligten Verantwortung für Gleichaltrige in allen Teilen der Welt. Wer nach dem Hintergrund der Aktion fragte, bekam einen kompakten Überblick. Das Geld geht an Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können. Kinder, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten, in Flüchtlingslagern oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen.
Viele fleißige Helfer hatten zudem viel Zeit in die Vorbereitung investiert. Nahezu das komplette Outfit musste neu angeschafft, Kronen gebastelt und Kleider genäht werden. „Mit euren Kronen, Gewändern und Liedern bringt ihr den Menschen eine wichtige Botschaft“, erklärte Pfarrer Ogbuehi in seiner Drei-Königs-Predigt. „Die Heiligen Drei Könige stehen für den Orientierung suchenden Menschen, der Stern von Bethlehem führe in die Geborgenheit Gottes, leuchte für ein friedliches Miteinander und strahle für Gerechtigkeit.“, lobte er das Engagement der Sternsinger.

Bildtext: Hatten allen Anlaß, stolz zu sein: Die Sternsinger der Pfarrei St. Maria Magdalena kehrten mit über 3000 Euro von ihrer Sammeltour zum Dreikönigsgottesdienst zurück
Foto: Holger Hachenburger