Pfarrgemeinde: Seniorenarbeit - Neustart - WZ vom 17.04.2009


Das fängt bei der Deko an und hört beim Kaffeekochen auf
 
Seit 2008 kümmert sich der Pfarrgemeinderat um die Seniorenarbeit – Auch andere Konfessionen sind Willkommen
 
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Ich wünsche mir, dass wir ein breiteres Spektrum von Senioren und insbesondere die „Jüngeren Älteren“ ab 60 Jahren ansprechen können,“ bringt Hildegard Kuhl Ihr Anliegen auf den Punkt und fügt hinzu:  „Dabei hoffen wir immer auf Neugierige, die sowohl eigene Ideen als auch sich selbst mit einbringen“.  Im Pfarrgemeinderat der Katholiken von St. Maria Magdalena setzt sie sich seit einem Jahr dafür ein, dass die Seniorenbetreuung wieder aktiver Bestandteil des Gemeindelebens ist. Und dabei kann sie auf engagierte  Mitstreiterinnen setzten: „Wir sind sechs Damen im Gremium, da kann man schon etwas bewegen.“
 
Mit ihrer Initiative  rannte die Gruppe, die sich zudem noch um andere Facetten kirchlicher Themen wie der Jugendarbeit oder die Sternsingerbetreuung kümmern, offene Türen ein. Denn fünf Jahre mussten sich die Senioren mit einem spärlichen innerörtliche Angebot begnügen, das langjährige Team um die Familien Heinz Würz, Erwin Diehl und Karl Jung wollte damals kürzer treten. Nunmehr gestaltet der Pfarrgemeinderat Begegnungen gemütlicher und informativer Art und immer wieder schafft es die muntere Truppe, das Publikum ins Pfarrheim  zu "locken". „Uns ist wichtig,  dass die Senioren aktiv sind, mitmachen und auch mal aus dem Nähkästchen des Lebens plaudern“, erzählt Kuhl.
 
Der Veranstaltungsfokus reicht dabei von Ereignissen entlang des Kirchenjahres bis hin zu gesundheitlichen Themen. Im Frühling gab es ein Frühlingsfest, im Herbst wurde der Erntedank gefeiert, im Advent folgte die Weihnachtsfeier und im Februar hieß es Vorhang auf  zur heiteren Kräppelsitzung. Zu speziellen Themen kommen fachkundige Referenten. So stieß der Vortrag von  Dr. Roger Vanderpuye, einem ehemaligen Oberarzt der Harvey Klinik in Bad Nauheim über die Tücken der Arteriosklerose auf großes Interesse.
 
Nachdenklich gingen viele der Besucher an diesem Mittwochnachmittag  nach Hause, doch ansonsten geht es eher fröhlich zu. Es wird gesungen und gelacht, neben dem Inhaltlichen kommen auch das Kulinarische und das Musikalische nicht zu kurz.
 
Dabei kann das Team aus einem reichhaltigen innerörtlichen Potenzial schöpfen. Auf der Gästeliste fanden sich die Jugendgruppe des Musikvereins, die Alphornbläser und mit Erich Herbert und Emilie Andräs hat man auch aus den eigenen Reihen musikalische Asse an Bord. „Der benachbarte Kindergarten hat uns zum Erntedank mit selbstgebackenen Apfelkuchen überrascht und natürlich auch ein Gesangsstück aufgeführt“, freut sich Kuhl, die zudem auf ihre Freizeitkolleginnen zählen kann: Beim Kräppelnachmittag sorgte der Spieleclub mit Büttenreden, Sketcheinlagen und Tänzen für fastnachtliche Stimmung.
 
Immer aber ist es dem Einsatzes von Lioba Ess-Leim, Karin Würz, Marion Schroeder, Ilse Ludwig-Steinborn und Karin Boehnisch zu verdanken, die neben Kuhl mit viel Engagement und Liebe auch fürs Detail dabei sind. „Das fängt bei der Deko an und hört beim Kaffeekochen auf,“ sagt Kuhl, die wie die meisten anderen berufstätig ist. „Alle vier Wochen einen Seniorennachmittag, das schaffen wir nicht“ und fände es, gut, wenn sich aus den Reihen der Senioren selbst wieder aktive Mitstreiter mobilisieren lassen.
 
Übrigens wird nicht nach der Religions- oder Gemeindezugehörigkeit gefragt. Auch andere Konfessionen sind herzlich willkommen, viele Senioren aus den Filialgemeinden sind begeistert mit  dabei. Wichtig ist auch die Ansprache der Neubürger. „Am Anfang haben wir noch persönliche Einladungen verteilt, heute machen wir unsere Aktivitäten über die Tageszeitung und den Pfarrbrief bekannt.“ Zudem besteht für gehbehinderte Personen und die Filialen ein Fahrdienst. Ein weiterer Vorteil: Die ältere Generation kommuniziert aktiv miteinander, da sprechen sich die Termine herum.
 
Und wie geht es nach dem Neustart weiter: Für Ende April ist ein Vortrag zum Thema „Sicherheit im Alltag“ inclusive Maibowle angekündigt und auch über einen Seniorenausflug denkt man nach. „In jeden Falle wollen wir 2010 zur Landesgartenschau nach Bad Nauheim“, sagt Kuhl schmunzelnd, „zumindest ist dann davon auszugehen, dass das Reiseziel erfolgreich anvisiert wird, was dem eingeladenen Referenten nicht vorbehalten war.“  Der fuhr statt ins Dorn-Assenheimer Pfarrheim zunächst Richtung Reichelsheim im Odenwald.



Bildtext: Beleben seit einem Jahr die Seniorenarbeit der Pfarrgemeinde: Karin Würz, Karin Boenisch, Hildegard Kuhl, Ilse Ludwig-Steinborn und Andrea Stiefmeier treffen sich im Pfarrheim und tüfteln am Programm für den kommenden Seniorennachmittag