Pfarrgemeinde: Abschied Pfarrer Ferdinand 2 - WZ vom 30.07.2008


 

In über sechs Jahren die Herzen der Gemeinde erreicht

 

Pfarrer Dr. Ferdinand Ogbuehi mit einem bewegenden Gottesdienst von St. Maria Magdalena verabschiedet

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.)  “Ich bin sprachlos, dass die Kirche so voll ist und bedanke mich für die gute Zusammenarbeit und die gemeinsame Suche nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Dr. Ferdinand Ogbuehi nach fast sieben Jahren als Pfarrer von St. Maria Magdalena. Es war ein bewegender Gottesdienst geprägt von gegenseitiger Anerkennung, bei dem so manche Träne vergossen und der vielfach von spontanem Applaus unterbrochen wurde. Auch viele Kinder und Jugendliche waren gekommen, um ihrem Pfarrer Tschüss zu sagen, der stets den richtigen Draht zu ihnen hatte und deren Sprache er verstand. Lob und Dank von weltlicher wie kirchlicher Gemeinde standen später im Pfarrheim auf der Agenda.

 

„Das leben ist bunt, nicht alles war nur schön und einfach“, zog Dr. Ogbuehi eine ungeschminkte Bilanz mit auch schwierigen Situationen, aber einem positiven Fazit: „Ich bin hier gerne Seelsorger gewesen und viele Menschen werden mir fehlen. Begegnungen in den unterschiedlichsten  Wendungen des Lebens wurden mir geschenkt. Hierfür und für die Unterstützung durch die große Zahl von ehrenamtlichen und bezahlten Mitarbeitern bin ich dankbar.“

 

In seiner Predigt zeigt sich Dr. Ogbuehi bescheiden. Der Pfarrer ist Brückenbauer zwischen den Menschen und zwischen den Menschen und Gott. Die Gemeinde gibt den Takt vor, nicht der Pfarrer, bekennt er sich als Gläubiger unter Gläubigen. Dass er sich zum Abschied ein Motiv aus der Bergpredigt wählt, zeigt sein großes soziales Engagement „Die Suche nach dem Reich Gottes als radikaler Alternative zu einem rein auf das Irdische fixierte Handeln führte mich in diese Pfarrei und dieses Reich ist überall, wo wir in Übereinstimmung mit dem Evangelium in Liebe, Frieden und Versöhnung leben.“

 

Zum letzten Mal in offizieller Funktion wirbt er für „sein“ Waisenhaus im nigerianischen Umuagwo, das er seit 2001 engagiert mit vielerlei Spendenaktionen aufgebaut hat. Nur noch einige Pinselstriche und die Ausstattung fehlen, bis hier 30 Kinder einziehen können. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Schroeder und Verwaltungsrat Alois Hobler zögerten daher auch keinen Augenblick, die Gottesdienstkollekte und den Erlös aus dem Grillnachmittag für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Zudem wurde der Betrag um 200 Euro aus einer Osteraktion aufgestockt. „Wir freuen uns alle, wenn das Haus bald den Kindern zur Verfügung steht“, resümierte Hobler die vielfältigen Initiativen der Gemeinde hierfür.

 

Bei gekühlten Getränken, heißem Gegrillten und sommerlicher Unterhaltung des Musikvereins „Harmonie“ hieß es dann persönlich Abschied nehmen. „Unser Wunsch, dass Sie länger bei uns bleiben und der Ihnen eigenen Lebendigkeit das Wort Jesu verkünden, wurde leider nicht erfüllt“, fasste Schroeder die Bemühungen von Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat zusammen, die Amtszeit des beliebten Seelsorgers zu verlängern. Demonstrativ und verbindend standen die Mitglieder beider Gremien während der Reden neben dem Pfarrer.  „Ich habe den Leuten hier in die Augen geschaut, die haben Dich gemocht und das ist ein dolles Zeichen“, bedauerte Dekan Rupert Rützel den Weggang. Und Stadtrat Horst Wagner als Vertreter der Stadt Reichelsheim fügte hinzu: „Ob kirchliche oder politische Gemeinde, jede ist auf ihre Weise für die Mitmenschen zuständig.“ Und dass beiden Seiten gut zusammen arbeiten, zeige sich nicht zuletzt am Beispiel der katholischen Kindertagesstätte.

 

Noch viele Worte und Wünsche wurden ausgetauscht, ihren Inhalt hatte der Gesangverein „Concordia“ bereits während des Gottesdienstes musikalisch auf den Punkt gebracht. „Möge Gott Dich begleiten auf all Deinen Wegen und das Glück stets auf Deiner Seite sein.“





 

Bildtext: 1: Die Messdiener und Kinder der Pfarrei mögen Pfarrer Ferdinand: Zum Vater Unser kommen viele von ihnen um den Altar und reichen sich zum Gebet die Hand.

 

Bildtext: 2: Geschenk zum Abschied: Verwaltungsratsmitglied Alois Hobler (li.) und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Schröder bedanken sich mit einer Statue der Heiligen  Maria Magdalena für eine gute Zusammenarbeit

Fotos : Holger Hachenburger