Pfarrgemeinde: Einführung Pfarrer Andreas Heger - WZ vom 29.10.2008


  

Mit dem katholischen Glauben ein Wir-Gefühl schaffen

 

Pfarrer Andreas Heger als Seelsorger in St. Maria Magdalena eingeführt – Zum 1. Januar Leiter der Pfarrgruppe Wickstadt – Dorn-Assenheim


Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) “ In Christus alles zu vereinen, das ist die Identität, die uns miteinander verbindet, das schweißt uns zusammen“, in dieser Anlehnung an seinen Primizspruch formulierte der frischgebackene Pfarrer von St. Maria Magdalena, Andreas Heger seine Antrittspredigt. Seit dem 1. August leitet er die Pfarrgemeinde formell, nunmehr wurde er mit einem feierlichen Gottesdienst auch offiziell als Seelsorger in das Amt eingeführt.

 

Ab dem 1. Januar wird Heger zudem die Leitung der Pfarrgruppe Wickstadt-Dorn-Assenheim übernehmen. Eine neue Struktur mit zwölf Gemeinden und den drei kirchlichen Zentren Dorn-Assenheim, Assenheim und Florstadt wurde geschaffen, die es zu leben und umzusetzen gilt. Heger begreift diese Herausforderungen auch als Chance für eine lebendige Zusammenarbeit.

 

Die Entscheidung, sich um die Stelle in St. Maria Magdalena zu bewerben, ist kein Zufall. Heger macht in vielen Worten deutlich, dass er mit Herz und Seele Pfarrer im ländlichen Raum sein will. „Ich unterzeichne meine E-Mails mit dem Titel Landpfarrer“, sagt er nicht ohne Stolz, „denn nach drei Jahren der Beschäftigung mit den primär theoretischen Aspekten der Landpastoral“ – Heger war seit 2005 Bundesseelsorger der Katholischen Landjugendbewegung – „möchte ich jetzt in der Praxis beweisen, dass die Verheißung Gottes in der Wetterau Wirklichkeit geworden ist.“

 

Zur Veranschaulichung wie aktuell sein Primizspruch heute ist, wählt er eine eher untypische Bibelstelle aus der Johannes-Offenbarung, in der die Vision des neuen Jerusalem, einer biblische Megacity beschrieben wird. Sie zeigt einen Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und Religionen, ein Drehkreuz von Handel, Kommunikation und Perspektiven. Was aber hat diese Verheißung mit der Wetterau zu tun, fragt Heger und erklärt: „Auch hier leben Menschen in unterschiedlichen Situationen und abgegrenzten Millieus, Alt und Jung, mit enger und lockerer Bindung zur Kirche. Ich möchte ein Seelsorger für alle sein, gleich ob sie regelmäßig die Sonntagsmesse besuchen oder zur gleichen Zeit lieber den Hund Gassi führen.“

 

Städte seien von jeher Zentren der geistigen Auseinandersetzung und auch bei uns gibt es spannde Diskussionen. So höre er öfters Sätze wie „das haben wir noch nie so gemacht.“ Hiermit muss sich Heger auseinandersetzen. „Ich möchte das Gute bewahren, aber auch Neues entdecken, vor allem möchte ich den einzelnen Gemeinden ihre Individualität belassen“, sieht er die Pfarreien als eigenständige strukturelle Gebilde. Vielmehr setzt er auf ein Wir-Gefühl und eine Identität, die sich spirituell definiert.: Die Identifizierung mit dem katholischen Glauben.

 

Auch die örtlichen Vereine hatte alles getan, damit der Festgottesdienst für alle eine bleibende Erinnerung wurde. Mit Instrumental- und Chorinterpretationen verschönerten Musikverein Harmonie und Gesangverein Concordia die Messe, der Kinderchor Flowerbirds forderte mit den Kleinen der Kita St. Elisabeth zum gemeinsamen Handeln auf und sang „Lass uns Hand in Hand zusammenarbeiten, unsere Hände sollen eine feste Brücke sein.

 

Groß war die Freude in den kirchlichen Gremien. „Wir sind dankbar dass wir so schnell wieder einen neuen Pfarrer bekommen haben und werden Sie unterstützen“, verspricht Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Schroeder. Dekan Rupert Rützel, der das bischöfliche Dekret von Kardinal Lehmann verliest, nimmt anschließend Heger das Amtsversprechen ab. „Ich bin bereit“, antwortet der neue Pfarrer und nimmt symbolisch Kirchenschlüssel, Evangeliar, Kelch und Hostienschale entgegen. „Der Schlüssel stellt die besondere Sorge für das anvertraute Gotteshaus dar und soll dazu beitragen, den Zugang zu einer lebendigen Gemeinde und den Herzen der Menschen finden“, wünscht Rützel.

 

Viele nutzten die Gelegenheit, mit Heger bei einem Glas Sekt in lockerer Atmosphäre zu plaudern und Kontakte zu knüpfen. Unter den Gästen fanden sich Bürgermeister Gerd Wagner („Sie sind ja jetzt auch Neubürger von Reichelsheim, ich hab Sie bei der Ummeldung im Rathaus gesehen“), die evangelische Pfarrerin Antje Müller („Wir hatten schon ein ökumenisches Pizzaessen miteinander“), Kita-Leiterin Karin Reckow, Erich Becker für die Ortsvereine und Elmar Kahrhoff aus Florstadt, die alle den Wunsch nach guter Zusammenarbeit im Gepäck hatten. Alois Hobler als Sprecher des Verwaltungsrates war es schließlich vorbehalten, mittels Geldkassette dem Pfarrer das Kirchenvermögen anzuvertrauen. Lächelnd fügt er hinzu: „Angesichts der Investitionen der vergangenen Jahre haben Sie nicht allzu schwer daran zu tragen.“



   

Fotos:

1. Das Zentrum des Glaubens ist die Eucharistie: Zum Amtsversprechen überreicht Dekan Rupert Rützel Andreas Heger Kelch und Hostienschale

2. Mit den Händen eine Brücke bauen: Die Kinder der Kita St. Elisabeth begrüssen ihren neuen Pfarrer mit zwei Liedern. Foto: Holger Hachenburger