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Westlichen Popsound mit afrikanischen Rythmen gemixt
Frühlingskonzert des Musikvereins Harmonie mit viel Temperament – Irische Folklore, Broadway Musicals und klassische Blasmusik geboten
Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) Das dickste Lob kam vom Rathauschef persönlich: „Das war ein toller Abend mit viel Niveau“ resümierte Bürgermeister Bertin Bischofsberger das Frühlingskonzert des Musikverein „Harmonie“. Gut vorbereitet und mit sichtbarem Spaß präsentierten die Aktiven mit Dirigent Andreas Schmidt zwei Stunden lange mitreißende Melodien von folkloristischer Musik zur Moderne, von originaler Blasmusikliteratur bis zu fetzigen Broadway-Musicals. Kurzum, viele neue Stücke, die auf ein aufmerksames und begeistertes Publikum trafen. Humorvoll schlugen zudem Denise Winkler und Alana Hessel die Brücken zu den jeweiligen Werken.
Schon mit den Auftaktstücken „Astronautenmarsch“ und der „Brinpolka“ zeigte sich, dass Schmidt seine Truppe harmonisch und souverän durch die Partituren führte. Hier die böhmische Blasmusik mit ihrem weichen Klang, dort die schnellere und lautere mährische Variante mit ihrem geradlinigen Rhythmus. Es folgte ein „Schlageranfall“: In „Udo Jürgens live“ präsentierte die Harmonie eine Songauswahl der 7oer und 8oer Jahre. Im Swing wechselten sich die einzelnen Register in der Melodieführung ab und ergänzten sich schwungvoll. So standen die Trompeten auf „17 Jahr, blondes Haar“ , während die Klarinetten „Mit 66 Jahren“ das Leben beginnen ließen. Rhythmusinstrumente und Posaunen wünschten sich „Aber bitte mit Sahne“ im „Ehrenwerten Haus“, während sich zum „Griechischen Wein“ wieder das hohe Blech zuprostete.
Stets sind die Soli die faszinierenden Momente des Konzerts. Es war ein Genuss, wie Andreas Schmidt, Benjamin Jung und Markus Petri kavallerieartigen Synkopen spielerisch leicht bewältigten, ihren Part synchron und einheitlich vortrugen. „Pure Leidenschaft“ legte später das ganze Orchester an den Tag. Die Polka war mit steten Soliwechseln dynamisch prickelnd vom ersten bis zum letzten Takt
Nun war Musicalzeit. Im „ Lion King“ verschmolz der westliche Popsound eines Elton John mit den farbenprächtigen Rhythmen Afrikas zu einem Fest für die Ohren. Die außergewöhnlichen Melodien erfreuten groß und klein, wobei neben den Schlaginstrumenten wiederum die Solisten in unterschiedlichen Variationen gefordert waren. Der Bogen spannte sich vom majestätisch und bedrohlichem, teilt mit jazzigen und Dixieeinlagen. Emotional in Rhythmik und geballter Bläserkraft erzählten die Musiker die Fabel des Löwenkönigs Simba, gefühlvoll schlendern die Registerstimmen durch die Savanne, abrupt unterbrochen von spannungsgeladenen Klängen. Getragene Stücke folgen, als Klarinette und Saxophon das Löwenbaby finden bis die romantische Liebesballade “Can You Feel The Love Tonight” leise zum Mitsummen animierte. Sie inspirierten die Zuhörer ebenso wie der “Rhythm Of The Pride Lands”, bei dem der Stammestanz “Hakuna Matata” im Mittelpunkt stand.
Nachdem mit „Rhythm forever“ die Perkussion für fetzigen Sound sorgte und der "St. Louis Blues" in einer „Brass“-Interpretation die Zuhörer zum Mitswingen brachte, stieg Rauch auf der Bühne. Irisch-keltische Töne erklangen im “Lord of the Dance“, einem Mix aus mystischer, mitreißender Tanzshowmusik. Kräftige, wirblige Passagen, wechselten mit sanften, lebensfrohen Melodien ab. Die Harmonie überzeugte mit konzentriertem, pointiertem Spiel, das hohe Tempo verlangte Fingerfertigkeit und eine saubere Intonation. Im Mittelpunkt des Spektakels aus Stepptanz, folkloristischer und peppiger Musik stand die musikalische Auseinandersetzung zwischen den guten und bösen Mächten, für die das tiefe Blech ein tolles Fundament legte. Das schwungvolle Treiben von Querflöte, Klarinette und Trompete scheinen in Gefahr, martialische Klänge und Allegro Parts mit kompakten Einwürfen des hohen Blechs dominierten. Der Kontrast gefiel dem Publikum, der Saal brodelte.
„Denken Sie an Sonnenuntergang und Palmen und lassen Sie sich vom Karibischen Flair inspirieren“, animierten die Moderatoren zum nächsten Stück. Rhythmusinstrumente und hohes Blech vermittelten das pulsierende Leben zwischen Jamaika und Trinidad und mixten einen Cocktail, bei dem auch ohrenbetäubende Trillerpfeifen nicht fehlen durften. Mit den Kaiserjager Marsch verabschiedete sich die Harmonie ungewohnt gesanglich. Die Zuhörer forderten stürmisch gleich drei Zugaben, rythmischer Applaus beim „Bis bald auf Wiederseh’n begleiteten die Akteure von der Bühne.

Bildtext:
Bilck in das Orchester: Die Harmonie überzeugte mit einer konzentrierten Vortragsweise
Soli waren die faszinierenden Momente des Konzerts: Andreas Schmidt, Benjamin Jung und Markus Petri überzeugten mit „Cavalry Trumpets“
Foto: Holger Hachenburger
Der Musikverein „Harmonie“ Dorn-Assenheim unter Vorsitz von Helmut Weitz zeichnete während des Frühlingskonzerts (Bericht folgt) zwei verdiente aktive Musiker und zwei fördernde Mitglieder aus. „Das Musizieren in Musikvereinen wird immer beliebter. Man findet heute in den Schulen ganze Bläserklassen, an die vor zwanzig Jahren, als ihr angefangen habt, noch nicht zu denken war", sagte der Wetterauer Kreisvorsitzende im Hessischen Musikverband (HMV), Bernd Eisenhut in Richtung von Axel Schmidt und Christoph Becker. Beide erhielten die Ehrennadel des HMV in Silber, Becker als Posaunist und Ausbilder, Schmidt steht bei der Harmonie für Schlagzeug und Rhythmusinstrumente. Geschenke gab es von Weitz auch für Arnold Guckelsberger und Renate Klein, die sich über das silberne Vereinsabzeichen der "Harmonie" für 25-jährige Mitgliedschaft freuten. Unser Bild zeigt v.l.n.r. Weitz, Guckelsberger, Klein, Schmidt, Becker und Eisenhut. Text und Foto: hh.

| MV Harmonie: Konzert - WZ vom 27.05./04.06.2010 |
„Harmonie“ in den Startlöchern für das Konzert am 29. Mai
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Seit Wochen probt der Musikverein „Harmonie“ für sein Frühlingskonzert, kürzlich verbrachten die Aktiven ein Wochenende in der Jugendherberge Bad Homburg, um sich intensiv auf den Auftritt vorzubereiten. Am kommenden Samstag, 29. Mai Juni dreht sich ab 20 Uhr in der Sport- und Festhalle wieder alles um die Blasmusik. Zu hören sind untern anderem Lieder aus dem "Lord of the Dance", Melodien aus dem Musical "König der Löwen", bekannte Songs von Udo Jürgens, oder der traditionelle "St. Louis Blues" in einem neuen Arrangement. Freuen dürfen sich die Zuhörer auch auf karibisches Flair und folkloristische Musik, kurzum auf viele neu eingeübte Titel.
Karten gibt es im Vorverkauf bei Helmut Weitz, Telefonnummer 0160 97621665, per E-Mail unter info@mv-harmonie.de allen aktiven Musikern und an der Abendkasse. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
Bildtext: Freuen sich aufs Frühlingskonzert: Die Musiker der Harmonie während des Probenwochenendes im Schlosspark von Bad Homburg