Adventskonzert  - WZ vom 18.12.2009


  


 

Erst ab in die Tiefe, dann rauf auf die Wartburg

 

Kleintierzuchtverein auf Tour in Thüringen - Kalibergwerk Merkers und Eisenach besucht

 

Reichelsheim - Dorn-Assenheim (hh.) "Wir steigen nun ab in die Unterwelt Thüringens", begrüßte der Steiger nach einem herzlichen "Glück Auf" die Ausflügler des Kleintierzuchtvereins. Mit guter Laune im Gepäck hatten sich die knapp 40 Teilnehmer  zum Erlebnisbergwerk nach Merkers aufgemacht, wo es in den unterirdischen Tiefen der ehemaligen Kaligrube vieles zu entdecken gab. Bergauf weiter ging es dann nach dreißig Kilometer Busfahrt, wo im kulturell vielschichtigen Eisenach der Aufstieg zur Wartburg lockte. Zum gemütlichen Abschluss der Tour schnupperte die Truppe aber wieder hessische Luft, Crainfeld im Vogelsberg war der letzte Stopp vor der Heimreise.

 

Doch zunächst schlüpfte die Truppe wie echte Bergleute in die passende Ausrüstung. Mit Helm und Kittel ging es per Förderkorb durch den Schacht bis 800 Meter in die Tiefe, 90 Sekunden später herrschten dann Temperaturen von bis zu 28 Grad. Im äußerst flotten Tempo kurvte der Grubenwagen rund 20 Kilometer durch das schier endlose, aus dicken Kalisalzschichten bestehende Tunnellabyrinth. Auf der spannenden Tour reihen sich die Superlativen nur so aneinander: Hier finden sich die tiefst gelegenen Kneipe und Museum der Welt. Zunächst jedoch beeindruckte ein riesiger Salzspeicher, hier ist der größte Konzertsaal unter Tage entstanden. Seine atemberaubende Akustik demonstrierte eine bunte Laser- und Soundshow. Außerdem ist der größte Schaufelradbagger, mit dem je Kali gefördert wurde, zu bestaunen. Wie die Förderung noch bis in die 90er Jahre technisch erfolgte, zeigte eine Sprengvorführung.

 

Doch nicht nur Salz wurde hier entdeckt. Im Goldraum befand sich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges das "Fort Knox des Dritten Reiches". Unzählige Goldbarren, Kisten und Säcke voller Geld oder Kunstgegenstände stapelten sich, bis die Amerikaner der Schätze fündig wurden und die Beute in Besitz nahmen. Im benachbarten Museum gab es Bergbautechnik zum Anfassen. Gerätschaften und Grubenfahrzeuge von den Anfängen bis zu unverkennbaren Modellen der DDR-Zeit. Letzte Station der salzhaltigen Reise war die Kristallgrotte, mit ihren riesigen Steinsalzkristallen ein Naturwunder an sich.

 

Ein kurzer Trip durchs Werratal führte nach Eisenach und hinauf zur Wartburg. Dass die Stadt mit Martin Luther, der heiligen Elisabeth oder Johann Sebastian Bach auf engste verbunden ist, zeigen die vielen historischen Sehenswürdigkeiten. Erster Blickfang waren zwar die gotischen und barocken Kirchen in der Altstadt, doch auch der Charme der 70er und 80er zeigte sich an vielen Ecken noch beeindruckend lebendig. Zudem erfreute sich die Gruppe an einer besonderen Überraschung: Etwas abseits von den touristischen Wegen lockte ein riesiges Storchennest zum Verweilen und Beobachten ein.

 

Nach vielen gesammelten Eindrücken gönnten sich die Ausflügler noch ein paar heitere Stunden im Vogelsberg. Im aufgesuchten Festzelt herrschte schließlich beste Stimmung, es wurde getanzt und gelacht. Denn dass solche Ausflüge in ausgelassener  Atmosphäre enden, versteht sich bei den Mitgliedern des Kleintierzuchtvereins von selbst.

 

 

 

Bildtext: Glück auf, der Steiger kommt: Als Bergleute durften sich die Dorn-Assenheimer im 800 Meter tiefen Kalisalzbergwerk bei Merkers fühlen. Foto: Holger Hachenburger