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GV Concordia: Flowerbirds Musical - WZ vom 25.09.2009
Flowerbirds machen Kirche zur Musicalbühne
Kinder führen „Franziskus“ von Peter Hantke in Dorn-Asenheim und Wickstadt – Sing- und Spielspass für alle Beteiligten
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Der Star im Stück ist Francesco, hierzulande bekannt als Franz von Assisi und wird gespielt von Antonia Finkeldey. Doch Stars sind sie alle im Kinderchor der Flowerbirds, der an zwei Nachmittagen die katholische Kirche St. Maria Magdalena und den Pfarrgarten hinter St. Nikolaus in Wickstadt zur Musicalbühne verwandeln. Gemeinsam erzählen sie vom Leben und Wirken des Heiligen Franziskus, von seiner Wandlung vom reichen Kaufmannssohn zum Anhänger Jesu, der die Bettler und Kinder einlädt und von der Schöpfung predigt.
Wenn so ein Auftritt gelingen soll, ist Ursula Enke nicht wit. Sie führt Regie und begleitet die kleinen Künstler am Keyboard. Und das wissen die jungen Darsteller zu schätzen. „Es macht Spaß, wenn Frau Enke uns Tipps gibt“, finden die Akteure. Hiltrud Kraiker und Antje Coburger kümmern sich im Hintergrund um Bühnenbild, originalgetreue Kostüme und die Requisiten. Und Enke verrät: „Die Vögel sollten zunächst aus Pappe sein, doch die Kinder machten mit ihren Bewegungen zur Musik alles viel lebendiger.
Als die ersten Töne erklingen, ist es still. Der Nachwuchschor der Concordia stimmt an und die 18 kleinen Sänger tauchen in schicken, farbenfrohen Kostümen ein in die Welt des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Stadtpforten und Bäume prägten die Kulisse, bis in die kleinsten Rollen wird der Auftritt in vier Szenen elanvoll gestaltet: Vor Gericht, bei der legendären Vogelpredigt, in Gubbio, wo der Wolf sein Unwesen treibt und zuletzt in seinem Vermächtnis, dem "Sonnengesang". Kurzum: Ein Sing und Spielspass für alle Beteiligten
Für die Kinder ist es ein permanentes Rollenspiel, bis in drei Kostüme schlüpfen sie und jedes Lied wird zum Ohrwurm. Mal temporeich und spritzig, mal pathetisch kamen die Songs hautnah daher. „Franz von Assisi, wir singen euch was vor, was dereinst passierte, kommt jetzt in Wort und Ton“ singen sie und haben dabei viele Solisten. Schnell lernt der Zuschauer Luigi und Klara (Carla Kallenbach, Michelle Faulstich) kennen, die sich um ihren Freund sorgen. Denn Franziskus stiehlt einen Ballen Tuch aus dem Geschäft seiner Eltern, was vor dem Richterstuhl des örtlichen Bischofs (Max Coburger) endet. Letztendlich wirft er symbolisch seine Kleider vor den Stadtbürgern (Dominic Bohler) hin und sagt sich von Vater Bernadone (Clara Bommersheim) los. Eine Interessante Wechselwirkung zwischen Mittelalter und Moderne, zudem wird die Handlung mit lockeren Textpassagen aufgepeppt.
"Der Wolf (Annalena Finkeldey) nimmt Überhand im Land" rufen die Bewohner von Gubbio und stehen Hand in Hand gegen die Gefahr zusammen, doch niemand weiß, wie die Bestie besiegt werden kann. „Vorsicht, hüte Dich!“, hört man so authentisch, als wenn das Tier gerade frei herumlungerte. „Wolf, wo bist Du, komm aus der Finsternis,“ ruft Franziskus und es entwickelt sich ein gesanglicher Dialog. Am Ende ist der Wolf gezähmt und Franziskus wird gefeiert Die Liedtexte sind ausdrucksstark, das spüren die Zuhörer von Anfang an und danken es mit gebanntem Lauschen wie beim „Sonnengesang“, dem Lobpreis auf Gottes Schöpfung: „Wunderbar bist du Gott unser Vater, mächtig, lebendig voll glühender Liebe.“
Das Stück hätte auch ins Jahr 2009 gepasst. ‚Unsere moderne Gesellschaft wird vom Werte- und Glaubensverlust nicht verschont“, sagt Pfarrerin Antje Müller und Elisabeth Hengster von der katholischen Gemeinde freute sich mit einem besonderen Lob: „Ich sag euch mal, ihr wart so gut, dass im Theater 1000 mal der Vorhang fallen würde. Das war klasse.“

Bildtext:
(1) Vor allem die Soli der Nachwuchssänger wollen gelernt sein: Antonia Finkeldey spielt den heiligen Franziskus und hat dabei viel Text zu lernen, rechts "Bischof" Max Coburger
(2) Hochkonzentriert beim Sonnengesang: Für ihren Auftritt bekamen die Flowerbirds großen Applaus.