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GTLF Oldtimerfest Vorankündigung - WZ vom 06.06.2009
Das Kleingeld zum Rolls Royce in der Spielbank besorgt
Zweitägiges Oldtimerfest des GTLF-FanClubs mit vielen historischen Fahrzeugen – Vom meterlangen Amischlitten bis zum Trabbi alles dabei
Reichelsheim- Dorn-Assenheim (hh.) „Was Sie hier sehen, das ist die Renngeschichte der 50er und 60er Jahre“. Stolz blickt Friedel Liedke auf die Horex Sammlung von Reinhard Jutzi, der neun fahrbereite Solo- und Gespann-Unikate sein eigen nennt. Denn wenn es um historische Motorräder geht, sind die beiden Tüftler die Experten beim 9. Oldtimerfest des GTLF Fan Clubs. Liedtke garniert die Motorradaustellung mit technischen Details und begrüßt freudig Friedel Münch. Der gebürtige Dorn-Assenheimer ist als Konstrukteur der legendären Münch-Mammut bekannt.
Man kennt sich seit den 50er Jahren, denn von Münch erhielt Jutzi einst einen ausgedienten Horex Werksrennmotor, der irgendwo in der Ecke herumstand. Seit dem ist sie da, die Leidenschaft, die ihn bis heute nicht verlassen hat. Uns so erzählt Jutzi das, was man von vielen Ausstellern hört, die mit der Zielstrebigkeit und der Spürnase eines Sherlock Holmes nach Fertigungsteilen gesucht, Fahrgestelle in Eigenregie gebaut und dann ihre zweirädrigen Schätze zusammengeschraubt haben: „Tagsüber wurde gearbeitet, nach Feierabend ging es in die Werkstatt an den Wochenenden war man auf den Rennpisten zu Hause.“
Blickfang und Faszination zugleich waren die Feuerwehrautos. „Das ist so stabil, da kann man drauf rumtanzen“, klopft Klaus Dönges auf das vereinseigene Großtanklöschfahrzeug. Denn wer einen Oldtimer auf Vordermann bringt, achtet auf nachhaltige Qualität. Wie beim Borgward aus Stammheim, dem „größten Cabrio der Ausstellung“ oder dem tannengrünen Leicht-Löschgruppen Fahrzeug der Feuerwehr Nidda von 1941. Grün lackiert deshalb, da es einst der Feuerlöschpolizei diente.
Rot, grün, blau – Traktormarken erkennt der geschulte Blick an der Herstellerfarbe und viele bleiben beim Lanz Allzweck-Bulldog nicht nur wegen seiner einzigartigen Ausstrahlung stehen. Der „Verein Historischer Landmaschinen“ hatte gleich noch eine voll einsatzfähige Dreschmaschine drangehängt, mit der schon vor 80 Jahren die Spreu vom Weizen getrennt wurde. Umgeben von den in der Sonne glänzenden PKW wirkte sie exotisch oder wie es ein staunender Laie formulierte: „Eine riesige Holzkiste mit vier Rädern.“

Bildtext:
1. Demonstrieren ihre Leidenschaft für Horex Rennmaschinen: Konstrukteur Friedel Münch, GTLF Fan Club Vorsitzender Klaus Dönges, Motorradschau-Leiter Friedel Liedtke und Rennfahrer Helmut Diemer vor einer Horex von Reinhard Jutzi (v.l.)
2. Da wird die Nostalgie zur Ostalgie: Der Trabant-Club „Blaue Wolke“ Mittelhessen kam mit bunten Zweitaktern zum Oltdimerfest
3. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Der Verein historischer Landmaschinen Wetterau mit einem Lanz Bulldog und Gerlinghof-Dreschmaschine
Fotos Holger Hachenburger