Freiwillige Feuerwehr: Jahreshauptversammlung - WZ vom 31.03.2009


Feuerwehrhausanbau und  Jubiläumsfest sind größte Herausforderungen

 

Jahreshauptversammlung: Feuerwehr sieht sich auf gutem Weg in der Nachwuchsarbeit – Ehrenwehrführer Diegelmann fünfzig Jahre im Verein

 

 

Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) “Wir hoffen, dass der Bauantrag möglichst schnell genehmigt wird. Denn dass der Anbau notwendig ist, sieht jeder Feuerwehrkamerad, wenn er die Fahrzeughalle betritt“, so spornte Feuerwehrvorsitzender Lars Kempf die Mitglieder von Verein und Einsatzabteilung an. Denn mit dem Anbau an die Fahrzeughalle warten arbeitsintensive Aufgaben, auf 85 qm sollen hier Lager- und Stellfläche für feuerwehrtechnisches Material entstehen. Dazu steht die Wehr noch in den Startlöchern der Detailplanungen für das 75 jährige Jubiläumsfest im Jahr 2011.

 

Mit Kempf zogen auch Wehrführer Marcus Jung und Jugendwart Marcel Kuhl nach ihrer Wahl vor zwölf Monaten erstmals eine öffentliche und zugleich positive Bilanz. An den Wänden illustrierten dies beispielhaft Bilder der Jugendabteilung von einem Ausflug in den Hochseilgarten bei Wölfersheim. Denn die Nachwuchswerbung war besonders erfolgreich: Trotz dreier Übernahmen in die Einsatzabteilung und entgegen dem landläufigen Trend kann die Jugendabteilung mit 21 Jungs und Mädchen auf Zuwachs bauen. Auf der Agenda standen schließlich noch Ehrungen für 25, 40- und 50-jährige Mitgliedschaft. Gekommen waren allerdings nur Alois Hobler und Ehrenwehrführer Otmar Diegelmann. Mit der goldenen Ehrennadel dankte die Versammlung ihm für seine 50-jährige Vereinzugehörigkeit, in die nicht  zuletzt  seine 27-jährige Tätigkeit als Vorsitzender und Wehrführer fiel.

 

Der jetzige Wehrführer blickte auf drei Einätze in 2008 zurück, von denen es besonders der Unwetter- und Hochwassereinatz am 30. Mai in sich hatte. Überschwemmte Keller, abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume oder der Umsturz einer frisch gemauerten Hauswand waren die Folgen des Jahrhundertunwetters. „Ich fand es bemerkenswert, wie sich die Nachbarn in dieser Notlage gegenseitig halfen“ war Jung beeindruckt und verwies auf einen positiven Nebeneffekt: Die Stadt Reichelsheim zeigte Flagge und beschaffte Industriesauger, nun hoffen die Wehrleute besser gewappnet zu sein, wenn wieder „Land unter“ ist. Dabei ist das Ausrücken im Ernstfall sei nur eine Seite der Medaille. Bei 15 Unterrichten und Übungen wie der Stadtübung in Weckesheim, Absperrmaßnahmen und der Brandschutzerziehung in Kindertagesstätte und Grundschule investierten die 35-köpfige Einsatzabteilung jede Menge Freizeit in die Sicherheit der Bevölkerung. Einziger Wehmutstopfen: für den Atemschutz fehlen nicht nur Gerätschaften, auch den einen oder anderen Lehrgangsteilnehmer könne man gut gebrauchen.

 

Vorsitzender Kempf freute sich über die Publikumsmagnete Vaddertag und Oktoberfest, die Faschingsveranstaltungen kamen ebenfalls gut an. Sein Erfolgsrezept: Konstante Preise. Selbst dem einstigen Problemkind, der  Kirmes, wurde durch einen rockigen Freitag wieder etwas Leben eingehaucht.  Jugendwart Kuhl präsentierte den Nachwuchs als unternehmungsfreudige Truppe.135 Stunden investierten sie in die Kategorien Feuerwehrtechnik, Spiel- und Spaß. Höhepunkt war die Gemeinschaftsübung in Weckesheim,  wo den “Flammen eines brennenden Bauernhofes“ begegnet und Verletzte geborgen werden mussten. Beide Gruppen beweisen hier technisches Wissen und demonstrierten eine exzellente Teamarbeit  Auch bei geselligen Veranstaltungen war man bei der Sache. Als bestes Beispiel präsentierte Kuhl den kürzlich errungenen Wanderpokal, bei dem in der Konkurrenz der Ortsvereine gleich der Siegertitel eingeheimst wurde.

 

“Wir sind auf einem Niveau, das sich sehen lassen kann”, lobten Stadtbrandinspektor Michael Paulencu und Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert unisono die  personelle und technische Aufstellung der Stadtfeuerwehren. In Vertretung für Bürgermeister Bertin Bischofsberger schilderte Stadtrat Horst Wagner seine positiven Eindrücke von den Gemeinschaftsübungen und der Einsatzleistung bei der Unwetterkatastrophe. Er verweis auf die Umstellung auf den Digitalfunk oder Änderungen in der Satzung für die Bambinis und sicherte nochmals die finanzielle Unterstützung der Stadt beim Anbau zu. Am allerwichtigsten aber, so Wagner: „Kommen sie von jedem Einsatz gesund und unversehrt zurück!“

 

Rechner Kai Kempf war sich des Lobs der Prüfer für seine Kassenführung gewiss, die darauf folgende Entlastung des Vorstandes war einstimmig. Nach Terminierung der Feuerwehrfeste in Dorheim, Rudingshain und Wohnbach schloss der Vorsitzende die Versammlung mit einem heiteren Versprecher: Die Frage, ob es noch weitere „Mordmeldungen gäbe“, wollte dann auch keiner der Anwesenden positiv beantworten und frönte stattdessen lieber den spendierten kulinarischen Leckereien.

 


 

Bildtext:  Seit einem halben Jahrhundert ist Otmar Diegelmann (2.v.r.) bei den Brandschützern dabei, von 1968 bis 1995 stand er als Vorsitzender in der Verantwortung und prägte die Feuerwehr nachhaltig. Wehrführer Marcus Jung (l.)  und Vorsitzender Lars Kempf (r.) ehrten den ehemaligen Chef und Alois Hobler für 40-jährige Vereinszugehörigkeit. Foto: Holger Hachenburger