| Freiwillige Feuerwehr: Jahreshauptversammlung - WZ vom 04.03.2010 |
Zum Anbau an die Fahrzeughalle fehlt noch die Genehmigung
Weitere Herausforderungen für die Brandschützer: Vereinsjubiläum 2011 und Jugendwerbung – Tauchpumpe gewünscht
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Hätte die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr wenige Tage früher stattgefunden, Wehrführer Marcus Jung könnte auf ein ruhiges Einsatzjahr zurückblicken. So aber hielt ein 42-stündiger Einsatz die Truppe unter der Woche auf Trab. Die fortwährende Schneeschmelze vom Bauernheimer Berg erzeugte Wassermassen, die derart arbeitsintensiv weggepumpt werden mussten, dass Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert schon scherzhaft anregte, den Slogan „Löschen, Schützen, Retten. Bergen“ um das Attribut „Pumpen“ zu ergänzen. Nur wenig später brauste Tief Xynthia über die Wetterau und sorgte für einen unruhigen Sonntag Nachmittag. Bürgermeister Bertin Bischofsberger zeigte sich so auch voll des Lobes für die Mannschaft und revanchierte sich spontan mit einem Fass Gerstensaft
Dabei steht die Wehr auch so vor großen Herausforderungen. Ein gestrafftes Konzept für den Erweiterungsbau an die Fahrzeughalle liegt mittlerweile vor, was den Rathauschef optimistisch stimmte: “Wir hoffen, dass der Bauantrag jetzt schnell genehmigt wird, dann kann es los gehen“. Dazu steht der Feuerwehrverein in den Startlöchern für das 75 jährige Jubiläum in 2011. Vorsitzender Lars Kempf gab einen ersten Überblick der Veranstaltungen mit dem Kommers am 4. Juli und den Festtagen am Pfingstwochenende. Zudem herrscht Aufbruchstimmung in Jugendarbeit und Nachwuchswerbung: Mit dem neuen Stellvertreter Niklas Pipperek hat sich Jugendwart Marcel Kuhl engagierte Verstärkung ins Boot geholt.
Positive Bilanzen zogen sich wie ein roter Faden durch die Vorstandsberichte. Die Einsatzabteilung verfügt über 36 Aktive, vier Jugendliche wurden übernommen. Dabei ist das Ausrücken im Ernstfall nur eine Seite der Medaille. Bei 10 Unterrichten und Übungen, Brandschutzdiensten, Ölspurbeseitigungen und Absperrmaßnahmen investierte die Einsatzabteilung viel Freizeit in die Sicherheit der Bevölkerung. Einziger Wehrmutstopfen: eine Tauchpumpe könne man angesichts der aktuellen Einsätze gut gebrauchen. Schließlich will die Wehr gewappnet sein, wenn es wieder heißt: „Land unter“. Gut liefen die Veranstaltungen. Neue Ideen peppten Publikumsmagnete wie Vaddertag und Oktoberfest auf. Dass dann noch dem einst mausetoten Kerbfreitag mit Rockmusik wieder Leben eingehaucht wurde, wertete der Vorstand als Resultat konzeptioneller Änderungen.
Jugendwart Kuhl präsentierte den Nachwuchs als funktionierende und lebendige Truppe, die in 2009 155 Stunden in Feuerwehrtechnik, Spiel- und Spaß investierte. Höhepunkt waren die Gemeinschaftsübungen mit Bergung von Verletzten im Blofelder Wald und zündelnden Kindern in Beienheim, die 2010er Jugendübung wird zudem vor heimischer Kulisse stattfinden. Dort sorgte im Oktober unter dem Motto „Ein Tag als Berufsfeuerwehrmann“ eine 27-Stunden-Dauer-Übung mit den Schwerpunktszenarien „Rauchentwicklung in der Sport- und Festhalle“ und „Feldbrand nahe der Raiffeisenhalle“ für Interesse. Weiter berichtete Kuhl von Ausflügen zur Feuerwache 1 nach Frankfurt und in den Europapark Rust und versprach in Richtung Vorstand blickend: „Wir haben zwei neue Schränke bekommen, jetzt kehrt auch ein bisschen Ordnung ein.“
„Steigende Mitgliederzahlen belegen Eure gute Arbeit“, freute sich Bischofsberger. Trotz schwieriger Haushaltslage behalte die Feuerwehr ihren hohen Stellenwert. „Wir versuchen Politik so zu gestalten, dass den Wehren die Luft zum Atmen bleibt“, ergänzte er mit Blick auf Kosten sparende Finanzierungsformen wie der interkommunalen Zusammenarbeit durch den neuen Atemschutzgeräteverbund. Die Vorfinanzierungspraxis von Führerscheinen im Visier verwies Stadtbrandinspektor Michael Paulencu auf die Gesetzeslage. Das Land Hessen formuliere derzeit noch die Verordnungsregelungen für den neuen Feuerwehrführerschein.
Nach dem Lob der Kassenprüfer für Rechner Kai Kempf wurden die verbliebenen Punkte rasch abgehakt, schließlich wollten die von der Feuerwehr spendierten flüssigen und kulinarischen Leckereien rechtzeitig verzehrt werden.

Bildtext: Des einen Freud, des andern Leid: Wehrführer Marcus Jung übernimmt die Nachwuchsfeuerwehrleute Christian Bommersheim, Marcel Penow, Lukas Dannewitz und Carlos Becker (von links) aus der Jugend- in die Einsatzabteilung. Rechts die Jugendwarte Niklas Pipperek und Marcel Kuhl (rechts). Foto: Holger Hachenburger