| Jahreshauptversammlung Freiwillige Feuerwehr - WZ vom 25.03.2007 |
Feuerwehrhausanbau vorn auf der Agenda für 2007 und 2008
Feuerwehr beteiligt sich mit Eigenleistungen - Jugendarbeit als große Herausforderung gesehen
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) “Das kriegt ihr hin, denn Feuerwehrleute können anpacken”, war sich Stadtbrandinspektor Heinz Willi Lindt mit Blick auf die bevorstehenden Herausforderungen des Feuerwehrvereins sicher. Denn mit dem Anbau an die Fahrzeughalle stehen arbeitsintensive Aufgaben vorn auf der Agenda, wonach auf 85,5 qm Lager- und Stellkapazitäten für feuerwehrtechnisches und vereinseigenes Material entstehen sollen. Bereits 2005 wurde ein Antrag bei der Stadt Reichelsheim gestellt, 2006 gab das Stadtparlament grünes Licht für die Bezuschussung. Im Jahresverlauf soll nun das Fundament betoniert, 2008 die Maßnahme analog dem vereinbarten Finanzierungsplan fertiggestellt werden. Lindt hob den Stellenwert der Eigenleistungen für das Projekt als vorbildlich hervor, wodurch die Kosten um fast 50 Prozent gegenüber einer Fremdvergabe reduziert werden können.
Wehrführer und 1. Vorsitzender Clemens Winkler zeigte sich zunächst enttäuscht, dass kein Vertreter der städtischen Gremien zur Hauptversammlug kommen konnte, hatte aber sogleich eine erfreuliche Personalie zu verkünden. Nach dem Wegzug von Thomas Weitz wurde mit Boris Dönges postwendend ein zunächst kommissarischer Nachfolger gewonnen. Mit Freude dankte er auch den zu ehrenden Mitglieder für langjährige Vereinstreue. Als Präsente erhielten Hans Walter Gäck, Norbert Petri, Josef Stiefmeier, Reinhard Weitz, Helmut Weitz und Eugen van Steen für 40-jährige-, Horst Bilger, Walter Böhm und Klaus Heydt für 25-jährige Mitgliedschaft Urkunden und Ehrennadeln.
Mit zwei technischen Hilfeleistungen blickte die Freiwillige Feuerwehr Winkler zufolge auf ein eher ruhiges Einsatzjahr zurück, beide beide Male mussten allerdings sehr zeitintensiv Ölspuren beseitigt werden. Doch das Ausrücken im Ernstfall sei nur eine Seite der Medaille für die 31-köpfige Einsatzabteilung. Bei 11 Unterrichten und Übungen wie der Stadtübung auf dem Raiffeisengelände in Dorn-Assenheim, der immer stärkeren Inanspruchnahme bei nunmehr 14 Brandsicherheitsdiensten, Absperrmaßnahmen und der Brandschutzerziehung im Kindergarten investierten die Feuerwehrleute jede Menge Freizeit in die Sicherheit der Bevölkerung. Zudem übten drei Einsatzkräfte in der Brandsimulationsanlage “Fire Dragon” in echtem Feuer die Realbedingungen eines Brandeinsatzes, was in den regulären Übungen nicht abgedeckt werden kann.
In Puncto gesellschaftlicher Aktivitäten erwies sich die Feuerwehr als Publikumsmagnet. Zu bekannten Veranstaltungen wie Vaddertag und Oktoberfest gesellte sich wieder ein Kappenabend mit toller Stimmung. Dramatische finanzielle Auswirkungen seien allerdings bei den Faschings- und Kirmesveranstaltungen im Ortsvereinsring zu verzeichnen. Mangelnde durstige Kehlen kombiniert mit rückläufiger Helferbereitschaft werfen zunehmend die Frage auf, wie solche Veranstaltungen attraktiver zu gestalten seien.
Jugendwart Jens Mayer präsentierte seinen 16-köpfigen Feuerwehrnachwuchs als unternehmungsfreudige Truppe.104 Stunden investierten sie in die Kategorien Praxis, Theorie und auch der Spass kam nicht zu kurz. Höhepunkt war die Gemeinschaftsübung in Blofeld, wo den “Flammen eines brennenden Landwirtschaftsbetriebes” mit 3 C-Rohren begegnet und Verletzte geborgen werden mussten. Zudem zeigte sich der Nachwuchs bei der Jugendflamme, dem Leistungsabzeichen der Jugendfeuerwehren präsent, unterstützte die Veranstaltungen der Feuerwehr logistisch und outete sich als Fans der Frankfurter Galaxy. Denn am 14. April sind die Jungen und Mädchen beim American Football egen die Amsterdam Admirals live dabei.
“Wir sind auf einem Niveau, das sich sehen lassen kann”, fasste Stadtbrandinspektor Lindt die Bilanz der Stadtfeuerwehren in personeller und technischer Hinsicht zusammen. Der Übungsplan für 2007 mache ihm in jeder Hinsicht Spass, reflektiere er doch die gewachsenen Anforderungen. Zerntrale Herausforderung sei die Jugendarbeit. Die Anzahl der Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren sei rückläufig, Aufnahmen in die Einsatzabteilungen können nicht mehr durch Neueintritte kompensiert werden. Positive Ansätze zeigen sich in den Bambini Gruppen, doch auch hierfür müsse zuächst ein engagiertes Betreuungspersonal zur Verfügung stehen. Was drohe, wenn eine aktive Nachwuchsarbeit eingestellt wird, zeige der Blick ins benachbarte Dänemark. Dort gebe es Privatfeuerwehren, deren Erfolg er anzweifelte. “Wenn die kommen, kommen die, wenn die nicht kommen, brennt die Hütte ab”, so Lindt zuspitzend fragend.
Rechner Wilhelm Erwin Petri und Jugendrechner Otmar Brückmann legten eine geordnete Kassenführung vor. Das Lob der Kassenprüfer für ihre Arbeit war ihnen gewiss, der Antrag auf Entlastung des Vorstandes erfolgte schliesslich einstimming.
Bildtext: Für 25- bzw. 40 Jährige Mitgliedschaft geehrt v.l.n.r.: Helmut Weitz, Hans Walter Gäck, Horst Bilger und Reinhard Weitz flankiert von Wehrführer Clemens Winkler (links), seinem Stelvertreter Marcus Jung und Stadtbrandinspektor Heinz-Willi Lindt (rechts)
Foto: Holger Hachenburger