| Freiwillige Feuerwehr: Jahreshauptversammlung - WZ vom 05.03.2008 |
Feuerwehr geht mit Doppelspitze in die kommenden fünf Jahre
Lars Kempf Vorsitzender, Marcus Jung Wehrführer – Anbau an Gerätehaus geplant – „Männerbastion“ gefallen
Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh.) „Laßt die Jungen jetzt nur machen“, freute sich Ehrenwehrführer Ottmar Diegelmann üder den gelungenen Generationswechsel bei der Feuerwehr. Mit Lars Kempf als Vorsitzender des Feuerwehrvereins und Marcus Jung als Wehrführer verfügt diese zudem nicht nur über eine neue Führungsspitze, erstmals wurden beide seither in Personalunion ausgeübten Ämter organisatorisch getrennt. Auch die weiteren Wahlen brachten ein verjüngtes Vorstandsteam ins Amt. Neben dem berufsbedingt ausscheidenden Wehrführer Clemens Winkler traten zwei weitere langjährig engagierte Mitglieder in die zweite Reihe: Rechner Wilhelm Erwin Petri gab nach 54 Jahren das Finanzwesen an Kai Kempf ab, der auch Kasse der Jugendfeuerwehr übernimmt. Dieses Amt hatte Otmar Brückmann 31 Jahre inne. Vizewehrführer ist nun Christian Gäck, Gerätewart Boris Dönges, für die Jugendarbeit sind Marcel Kuhl und als Vertreterin Saskia Grolig verantwortlich. Der Feuerwehrausschuss setzt sich aus Patrick Ess, Alexander Becker, Jochen Conrad und Benjamin Winkler zusammen. Den Feuerwehrverein komplettieren Schriftführer Herbert Schmidt und die Beisitzer Daniel Kuhl, Jürgen Michalak, Erwin Ess, Heribert Jung und Axel Schmidt, stellvertretender Vorsitzender bleibt hier Marcus Jung.
In seiner vorerst letzten Versammlungsleitung konnte Winkler eine ganze Reihe von Gästen begrüßen. Bürgermeister Gerd Wagner, Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert und CDU-Bürgermeisterkandidat Bertin Bischofsberger fanden ebenso den Weg ins Feuerwehrgerätehaus wie Stadtbrandinspektor Michael Paulencu, dessen Vorgänger Heinz Willi Lindt und die beiden Ehrenwehrführer Ottmar Diegelmann und Alfred Ess. Besonders freute sich Winkler unter dem Applaus der Gäste, dass mit von Saskia Grolig und Jana Würz erstmals seit langer Zeit wieder zwei Damen in die Einsatzabteilung übernommen werden konnten, wurde die Dorn-Assenheimer Truppe doch immer wieder kritisch als letzte Männerbastion unter den städtischen Wehren beäugt.
Die Einsatzabteilung verfügt Winkler zufolge über 30 Mitglieder und wurde in 2007 zu zwei allerdings spektakulären Hilfeleistungen alarmiert. Allein 80 Stunden entfielen auf Maßnahmen zur Errichtung provisorischer Ölsperren mittels Sandsäcken und Plastikfolien, nachdem zuvor rund 4700 Liter Heizöl vorsätzlich in das Erdreich geleitet wurden und sich bis zur Wasseroberfläche des Flutgrabens ein Ölfilm bildete. Bis zu hundert Jahre, so Bürgermeister Wagner später, könne es dauern, bis sich das Erdreich hiervon vollständig erholt habe, zumal eine Lehmschicht unter der Auslaufstelle das Schlimmste verhinderte. Neben insgesamt 18 Unterrichten, Übungen und Brandschutzdiensten standen drei Tahe aktive Jugendarbeit in Form vom Brandschutzerziehung in Kindertagesstätte und Grundschule auf dem Programm; zu letztem sponserte die Einsatzabteilung einen Notruf Trainer für die Kinder.
In Punkto geselliger Veranstaltungen sorgten Kappenabend, Vaddertag und Oktroberfest für tolle Stimmung, hingegen zogen die Termine der Ortsvereine wie Kirmes und Fasching nur wenig durstige Kehlen an. „Wenn hier nicht bald ein Umdenken in Organisation und aktiver Hilfe bei der Durchführung geschieht, werden diese Veranstaltungen sterben,“ brachte Winkler seine Kritik auf den Punkt.
Jugendwart Jens Mayer präsentierte seinen 15-köpfigen Feuerwehrnachwuchs unternehmungsfreudig.108 Stunden investierten sie in die Kategorien Praxis, Theorie und Spass. Höhepunkt war die Gemeinschaftsübung in Heuchelheim, wo den “Flammen zweier brenneder Bauhofgebäude” mit 3 C-Rohren begegnet und Verletzte geborgen werden mussten. Zudem unterstützte man die Veranstaltungen der Feuerwehr logistisch und outete sich als Fans der Frankfurter Galaxy. “Ich hatte es in den vergangenen fünf Jahren mit 34 Jugendlichen zu tun, von den acht bereits in der Einsatzabteilung sind”, zog Mayer eine positives Fazit seiner Tätigkeit.
Bürgermeister Wagner wie auch Ehrenstadtbrandinspektor Lindt verteidigten die dezentralen Strukturen der städtischen Feuerwehren, für die man allerdings auch eine Menge Geld ausgebe. Im Haushalt enthalten sind auch ein Zuschuss von insgesamt 33.000 Euro, der in 2007 und 2008 für den Anbau von Lager- und Büroräumlichkeiten zur Verfügung steht. Die Feuerwehr führt diese Maßnahme in Eigenregie durch und befindet sich bereits in den Startlöchern: „Das Geld steht zur Verfügung, wenn der Plan steht, könnt ihr morgen mit dem Spatenstich beginnen“, ermunterte Wagner die Truppe zur Tat.
Stadtverordnetenvorsteher Strebert und Lindt zeigen sich zufrieden mit dem Ausbildungsstand und der qualitativ guten Arbeit der Feuerwehr und forderten eindringlich zu einer aktiven Jugendarbeit auf. Zu guter letzt erfreute Herbert Schmidt in Vertretung von Rechner Wilhelm Erwin Petri die Versammlung mit soliden Finanzen, die Entlastung des Vorstands war die logische Folge.

Bildtext: Führungs- und Organisiationswechsel bei den Brandschützern: Der Feuerwehrverein (Bild 1) mit dem neuen Vorsitzenden Lars Kempf (2. von links) und die Einsatzabteilung (Bild 2) mit Wehrführer Marcus Jung (4. von rechts) und Stadtbrandinspektor Michael Paulencu (rechts).
Fotos: Holger Hachenburger