| KITA Aktion Tempo 30 - WZ vom 25.10.2008 |
Suse ist der Liebling der Kita-Kinder
Kindertagesstätte und CDU-Ortsverband werben mit bunten Holzfiguren für verantwortungsbewusstes Fahren
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) „Wir Erzieherinnen haben unsere Ideen eingebracht, aber die Kinder haben uns toll unterstützt“, resümiert Karin Reckow, Leiterin der Kindertagesstätte St. Elisabeth. Bereits kürzlich hatten sie mit Säge, Pinsel und Farbe fünf Holzfiguren mit dem Motiv spielender Kinder zum Leben erweckt. Die Figuren sollen mit dem Hinweis auf Tempo 30 in der Durchgangsstrasse für verantwortungsbewusstes Fahren werben und wurden nun von den CDU-Stadtverordneten Holger Hachenburger, Günter Kolb, Rudi Lippitsch und Erwin Ess an markanten Stellen aufgestellt.
„Die Figuren sind in der Tat eine Augenweide und haben schon viele Freunde gefunden“, lobte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger die gemeinsame Initiative und überreichte Reckow und allen Kita-Kindern Reflektorbärchen, die besonders in der kommenden dunklen Jahreszeit einen kleinen Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr leisten sollen. Auch ihren Liebling haben die Kinder schon bestimmt: Suse, das Mädchen mit den wilden Haaren und kunterbunten Kleidern, „eben wie wir Kita-Kinder so sind“, so der Tenor der Kleinsten.
„Uns ist klar, dass die Werbeaktion mit den Holzfiguren nur von symbolischer Natur ist“, erklärt Hachenburger, „die eigentlichen Entscheidungen müssen auf der behördlichen und politischen Ebene gefasst werden. Hier erinnerte der Vorsitzende an die wiederholten Initiativen zur Geschwindigkeitsbegrenzung in den Ortseinfahrten und der Engstelle in der Durchgangsstrasse. Anträge hierzu wurden bereits im August 2007 gestellt, doch trotz permanenter Eskalation und Einschlatung des hessischen Verkehrsministeriums, warten wir immer noch auf eine Stellungnahme der Fachbehörde. Zudem fordert Hachenburger die stärkere Überwachung des fliessenden Verkehrs. „Das Beispiel der Nachbargemeinde Ossenheim zeige, wie man dem Problem mit kontinuierlicher mobiler Überwachung auch zu den richtigen Zeiten positive Ergebnisse erzielen kann.“
„Die Kita-Kinder haben bereits ein sehr genaues Gefühl dafür, dass an vielen Stellen zu schnell gefahren wird und haben uns immer wieder von Beispielen berichtet“, stellt Reckow ein gesundes Bewusstsein der Kleinen fest. Es gäbe Autofahrer, die an der Verkehrsampel bei Gelb nochmals aufs Gas treten und die Engstelle in der Wetteraustrasse sei nach wie vor eine permanente Gefahrenquelle. Zwar dürfen aus gutem Grund die Kinder nur von Berechtigten zur Einrichtung gebracht oder abgeholt werden, doch spätestes mit dem Schulbeginn gilt diese Regelung so nicht mehr. Es sei wichtig, dass der Schulwegeplan den heutigen Erfordernissen angepasst werde, damit schon die Vorschulerziehung den Kindern das Verkehrsthema nahe bringen kann. Dabei würde sich Reckow freuen, „wenn wir mit der Polizei eine intensivere Kooperation etablieren könnten und lobt die Eltern, welche die Kinder frühzeitig mit den Gefahren vertraut machen.
Wie wichtig das Thema ist, konnten sich die Beteiligten beim Fototermin selbst überzeugen: Nur wenige Minuten vor dem Treffpunkt am Ortsausgang nach Assenheim war ein PKW Fahrer mit erhöhter Geschwindigkeit in den Ortsbereich eingefahren und frontal gegen eine Hauswand gerast. „Wir möchten uns nicht vorstellen, wenn wir zu dieser Zeit auf dem Bürgersteig unterwegs gewesen wären“, weisen Hachenburger und Reckow die Behörden auf ihre besondere Verantwortung hin.

Bildtext: Haben sich ihre Lieblingsfigur Suse schon ausgewählt: Kinder der Kindertagesstätte St. Elisabeth mit Leiterin Karin Reckow und dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Holger Hachenburger werben für Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt.