| Bürgerbeteiligungsprozess Kirchplatz - WZ vom 05.05.2010 |
Folgekosten gering halten und Pflegeaufwand minimieren
Bürgerbeteiligungsprozess zur Neugestaltung des Kirchplatz diskutiert Konzept – Jetzt werden die Kosten ermittelt
Reichelsheim – Dorn-Assenheim (hh.) Eine geringfügige Vergrößerung und die Befestigung der Freifläche plus einer möglichst ganzjährigen und farbenfroheren Begrünung: Auf dieses Konzept einigten sich die Teilnehmer der zweiten Runde des Bürgerbeteiligungsprozesses zur Neugestaltung des Kirchplatzes. Zudem solle eine zusätzliche kleinere Fläche vor der Pfarrkirche für Veranstaltungen entstehen und die Ruhebänke in Beschaffung und Standort dem Bedarf eingepasst werden. Trotz anderweitiger Veranstaltungen hatten sich 20 interessierte Bürger zum Ortstermin eingefunden, wo die Landschaftsgärtner Jörg Heidl und Klaus Dörre mit Bürgermeister Bertin Bischofsberger verschiedene Gestaltungskonzepte sowie Befestigungs- und Bepflanzungsvarianten erläuterten. Mit den so gewonnenen Eindrücken vertagte sich die Runde zur weiteren Diskussion ins Gasthaus zur Krone.
Heidl hatte umfangreiche Vorarbeiten geleistet, der rund 620 qm umfassende Platz wurde komplett vermessen, die Baum- und Pflanzbestände kategorisiert. Es entstanden so drei Gestaltungsvarianten, denen die gleiche Prämisse zugrunde lag: "Wir wollen die Folgekosten möglichst gering halten und den Aufwand minimieren", veranschaulichten Heidl und Dörre die Konzepte mittels Beamer, Laptop und Leinwand. Die unter dem strengen Winter geschädigten Bodendecker sollten weitgehend ausgewechselt werden, Fichten und Kiefern wollen beide durch Ahornkugelbäume ersetzen. „Die machen weniger Dreck“, hiesß es, zudem sprach sich die Versammlung für eine teils ganzjährige Begrünung mit Thujapflanzen aus. „Das soll hier keine Landesgartenschau werden, die Anlage muss leicht zu pflegen sein und sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen“, ergänzte Bürgermeister Bischofsberger.
Dieser hat nun die Aufgabe, die Wünsche der Bürger mit der finanziellen Machbarkeit in Einklang zu bringen. "Heute ging es darum, was sie wollen, jetzt werden die Kosten ermittelt. Und in einem weiteren Schritt wird es darum gehen, wie die Bürger in den Prozess eingebunden werden können, um diese Kosten wieder zu senken“, stimmte der Rathauschef die Anwesenden angesichts der allgemeinen finanziellen Lage darauf ein, Eigenleistungen nicht vor vorn herein auszuschließen. Der Parlamentsbeschluss von 2008 sah vor, die Bürger nicht nur in die Planung, sondern auch die Umsetzung einzubinden. „Dann feiern wir eben ein Fest mehr und stellen den Erlös für die Gestaltung zur Verfügung", zeigte sich die Versammlung demgegenüber engagiert und optimistisch.
An fehlendem Willen wird es nicht liegen. Erhard Waas, ein Teilnehmer der Runde bemerkte beim Blick auf ein anliegendes Gebäude: „Ich bin hier vor über 50 Jahren zur Schule gegangen, seitdem hat sich nicht viel geändert. Jetzt haben wir die Chance, dass sich was tut.“ Bischofsberger wird die Teilnehmer der beiden seitherigen Veranstaltungen zu einem weiteren Treffen einladen, sobald die Kostenkalkulationen vorliegen.
Bildtext: Mehr Freifläche, eine kleine Bühne an der Kirche (links) und ein gestraffes Bepflanzungskonzept: Die Teilnehmer am Bürgerbeteiligungsprozess einigen sich auf ein erstes Konzept zur Neugestaltung des Kirchplatzes.